Schurke vor greller Explosion

Sprayerprojekt der Lise-Meitner-Schule in den Osterferien

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Jade (r.) bearbeitet eine Leinwand mit Spraydosen. Unter den Abdeckungen befinden sich die Planeten ihres Universums.

Moordeich - Von Andreas Hapke. Nein, auf dem Schulhof der KGS Moordeich ist kein Verbrechen passiert. Mehrere Gestalten sehen von weitem zwar so aus, als gehörten sie in ihren weißen Schutzanzügen zur Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) der Polizei. Doch die würde wohl kaum mit Farbe um sich sprühen. Vielmehr handelt es sich um neun Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren, die an dem Sprayerprojekt des Jugendtreffs „No Moor“ teilnehmen.

Zum dritten Mal veranstaltet das Haus in dieser Woche einen Workshop unter Leitung von Jesse Himme vom Künstlerkollektiv „Makeitbright“. Himme hat die Farbdosen mitgebracht, das „No Moor“ das restliche Equipment wie Leinwände, Schutzanzüge und -masken besorgt. Heute können die Jugendlichen ihre Werke mit nach Hause nehmen.

In der Wahl ihrer Motive waren die Mädchen und Jungen frei. Tim, mit 16 Jahren der älteste Teilnehmer, hatte sich für eine in Nebel gehüllte Berglandschaft entschieden, auf die er noch eine Klippe und einen jaulenden Wolf verewigen wollte. „Ist für meine Freundin, die aus Wolfenbüttel kommt“, sagt er. Auf der Leinwand der 15-jährigen Celine ist eine grelle Explosion zu sehen. Noch fehlt der Schurke im Vordergrund, die Schablone ist aber schon gefertigt. Über die Figur würde sie auch gerne einen Comic entwerfen, erzählt sie.

Technisch hoher Anspruch

Nach Auskunft von Himme haben einige der Jugendlichen großes Potenzial, sie wüssten es nur noch nicht. „Es ist interessant zu sehen, wie schnell die Kids in die Materie reinkommen und wieviel Bock die haben. Technisch hat das einen hohen Anspruch, aber mit Hilfe klappt das“, sagt Himme. „Es gibt einige Tricks, mit denen man Sachen machen kann, die man sich nicht hätte vorstellen können.“ Der elfjährigen Jade zum Beispiel zeigt der Profi, wie sie weiße Tupfer für die Milchstraße hinbekommt. Das Mädchen sprüht sein eigenes Universum auf die Leinwand.

Himme ist Auftragskünstler. Er entwirft Graffiti für Firmen, Geschäfte, die Gastronomie und Privatleute. Allein 30 Prozent des Geschäfts macht die Firma mit dem Übersprühen unerwünschter „Kunstwerke“.

Das Geld für das Projekt stammt vom Spendenlauf 2017 der KGS. Außerdem finanziert das „No Moor“ mit dem Zuschuss eine Fahrt nach Norderney in der zweiten Ferienwoche. Zu Fuß und mit dem Rad erkunden die Teilnehmer die Wattwelt.

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