Schüler der Volksschule Brinkum

Ehemalige treffen sich: Schulzeit war durch Krieg geprägt

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Helga Zymara (stehend, 3.v.l.) hatte ihre ehemaligen Mitschüler, die 1953 aus der Volksschule Brinkum entlassen worden waren, wieder zu einem Klassentreffen zusammengetrommelt. 

Brinkum - Ostern 1953 haben 64 Mädchen und Jungen die Volksschule Brinkum verlassen. Sie gehörten einer Klasse an, deren Lehrer Meergans aus Schlesien stammte und nach dem Krieg in Brinkum seine pädagogische Laufbahn fortsetzte. Am Freitag, mehr als 60 Jahre später, trafen sich seine ehemaligen Schüler zu einem Klassentreffen im „Hannoverschen Ross“ bei Schweinefilet, grünen Bohnen und Salat und hatten sich viel zu erzählen.

An den ersten Wiedersehensfeiern hatte ihr Lehrer noch teilgenommen, inzwischen treffen sie sich alle zwei Jahre, „denn es werden immer weniger“, wie ein Ehemaliger bedauerte. Aber die Erlebnisse ihrer Volksschulzeit sind noch sehr gegenwärtig.

Eingeschult wurden sie im Herbst 1944, als der Unterricht immer häufiger durch Fliegeralarm unterbrochen wurde. Dann mussten sie auf dem schnellsten Weg nach Hause laufen, wer einen längeren Heimweg hatte, wusste, wo es unterwegs Bunker gab, um sich darin zu verkriechen.

Sie erhielten strenge Vorschriften für den Schulweg, denn überall lagen noch die Überreste des Kriegs. „Mein Schulweg führte über den Friedhof. Da lag am Weg ein großer Blindgänger, um den wir immer einen großen Bogen machten“, berichtete eine Ehemalige.

Sudweyhe, Leerßen und Okel als vorübergehende Bleibe

In den letzten Kriegstagen mussten die Mädchen und Jungen Brinkum für zwei Wochen verlassen. Sie fanden mit ihren Familien in Sudweyhe, Leerßen und Okel eine vorübergehende Bleibe. Nach ihrer Rückkehr waren zahlreiche Familien obdachlos und die meisten Wohnungen geplündert. Als die Schüler im Herbst 1945 wieder die Schule besuchen konnten, waren neue Mitschüler in der Klasse, die mit ihren Familien geflohen waren. Die Anzahl der Kinder war so groß, dass die Klasse aufgeteilt wurde. Die eine besuchten die Mädchen, in der Parallelklasse wurden die Jungen unterrichtet.

Nach dem vierten Schuljahr wechselten einige auf die Mittelschule. Dadurch verringerte sich die Anzahl der Volksschüler, so dass die beiden fünften Klassen zu einer mit dann 64 Schülern zusammengelegt wurden. „Schönschreiben“ war ein wichtiges Schulfach, aber in den letzten zwei Schuljahren wurde auch Englischunterricht angeboten.

Nach der Schule erlernten die meisten Jungen ein Handwerk, viele Mädchen gingen in den Haushalt. „Aus allen ist etwas geworden“, waren sich die Ehemaligen einig und bedankten sich bei Helga Zymara, die das Klassentreffen wieder organisiert hatte.

bt

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