Termin am Mittwoch, 27. September

Interne Lehrerfortbildung an der KGS: Schulfrei für 1500 Kinder

Brinkum - Von Andreas Hapke. Einen Vorgeschmack auf die Herbstferien bekommen die rund 1500 Schüler der KGS Brinkum am Mittwoch, 27. September. Alle dürfen zu Hause bleiben, weil sich das gesamte Kollegium fortbildet. Muss das sein?, dürfte sich der eine oder andere Erziehungsberechtigte fragen – auch und gerade mit Blick darauf, wie der Sprössling an diesem Tag betreut werden soll. „Ja, es muss sein“, bekräftigt Schulleiter Michael Triebs.

Seiner Auskunft nach handelt es sich um eine sogenannte Schilf, eine schulinterne Lehrerfortbildung, die den Schulen nach dem niedersächsischen Schulgesetz ein Mal pro Jahr erlaubt ist. „Vorausgesetzt, die Eltern und die Verkehrsbetriebe sind rechtzeitig darüber informiert“, erklärt Triebs. Nachdem der neue Schulelternrat am Mittwoch davon erfahren hätte, hätten die Kinder und Jugendlichen Donnerstag einen Infozettel für ihre Eltern mit nach Hause bekommen.

„Wir sollen als Schule eine Einheit bilden, deshalb müssten wir solche Fortbildungen eigentlich viel häufiger machen – zumal eine KGS verschiedene Schulzweige beinhaltet“, sagt Triebs. „Wir haben aber viel zu selten Gelegenheit, das ganze Kollegium zusammenzubekommen. Die letzte Schilf ist schon Ewigkeiten her.“

Natürlich habe er Verständnis für jene Eltern, deren Kinder nun anderweitig versorgt werden müssten. „Aber wir sollen immer top sein und alles machen, nur die Eltern sollen davon nicht betroffen sein. ,Das hat etwas von ,Wasch mich, aber mach mich nicht nass’“.

Projekt „Streitschlichter“ wird thematisiert

Die aus dem Schulbudget finanzierte Fortbildung befasst sich mit dem Projekt „Streitschlichter“, das laut Triebs am 5. September offiziell an der KGS angelaufen ist. „Es geht darum, zu einer besseren Streitkultur zu kommen, Kompromisse in Auseinandersetzungen zu finden.“

Eine Arbeitsgemeinschaft aus 15 Achtklässlern soll sich um kleinere Streitigkeiten unter den Mitschülern kümmern. Dazu hatte sie der Mediator und Schulsozialarbeiter Frank Wooßmann an vier Blocktagen ausgebildet (wir berichteten). Die Schulsozialarbeiterinnen Ariane Vollmer und Stefanie von Bargen nahmen ebenfalls daran teil.

„Jetzt gilt es, die Lehrer einzubinden“, sagt Triebs. Unter Leitung Wooßmanns sollen sich die Pädagogen in Vorträgen und Workshops mit dem Konzept vertraut machen, um im Schulalltag auf die Streitschlichter zurückgreifen zu können.

„Achtklässler sind quirlig und pubertär“

„Achtklässler sind quirlig und pubertär. Deshalb haben wir diesen Jahrgang dafür ausgesucht“, erklärt Triebs. Auch in den künftigen Schuljahren sollen sich Achtklässler zu Streitschlichtern zusammenfinden, zum Teil ausgebildet durch ihre Vorgänger. Auf diese Weise hätte die Schule das Konzept in ein paar Jahren in jedem Jahrgang etabliert. „Ausgenommen bei den Fünft- bis Siebtklässlern, die dafür zu klein sind“, sagt Triebs.

Der Schulleiter weiß, dass manche Eltern eine solche Fortbildung lieber in den Ferien sehen würden. „Doch da gibt es solche Angebote gar nicht.“ Die Gesamtkonferenz mit jeweils 18 Schülern und Elternvertretern sowie der Schulvorstand mit je vier Schülern und Elternvertretern hätten der Fortbildung mehrheitlich zugestimmt.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Meistgelesene Artikel

„Sperrung könnte auch länger dauern“

„Sperrung könnte auch länger dauern“

Intercity beschossen? Zug stoppt im Bahnhof Diepholz

Intercity beschossen? Zug stoppt im Bahnhof Diepholz

Ersatzhaltestelle wird aufgehoben

Ersatzhaltestelle wird aufgehoben

Wenn das Leben zum quälenden Rätsel wird

Wenn das Leben zum quälenden Rätsel wird

Kommentare