Programm der Gemeinde nicht kompatibel

Schulen warten auf das moderne Bezahlsystem

Stuhr - Von Andreas Hapke. Vor eineinhalb Jahren hat sich die Gemeinde für ein digitales Bezahlsystem in der Mittagsverpflegung an den Kooperativen Gesamtschulen in Brinkum und Moordeich entschieden. Passiert ist seitdem nichts. Zumindest nichts, was zum Funktionieren des Systems „MensaMax“ beigetragen hätte.

Die Geräte sind zwar installiert, doch nach Auskunft des Rathauses hakt es an der Abstimmung zwischen dem Haushaltsprogramm der Verwaltung und der Software des beauftragten Unternehmens Breustedt Informationssysteme mit Sitz in Pforzheim.

Die Geduld einer Mutter aus Varrel ist inzwischen aufgebraucht. Sie ärgere sich seit langem über die Kantinensituation an der Lise-Meitner-Schule und müsse jetzt mal ihren Frust von der Seele schreiben, teilt sie in einer E-Mail mit. 

„In der Gemeinde Weyhe und an allen Bremer Schulen ist das Kartensystem schon lange eingeführt und funktioniert auch.“ Die zurzeit verwendeten Essensmarken seien sehr klein und gingen schnell verloren. „Dann gibt es zwar kein Essen, aber die Eltern müssen bezahlen.“ Zwei Mal habe sie in dieser Sache schon Kontakt mit der Gemeinde gehabt. „Im Februar oder März sollte das System starten. Leider ist immer noch nichts geschehen. “

Probleme nicht genau erklärbar

Woran genau es hapert, vermag Rathausmitarbeiter Christian Möller gar nicht zu sagen. In seinen Verantwortungsbereich als Kämmerer fällt das bestellte Finanzverfahren. Mehrfach habe die Kämmerei „als Prüfstelle“ bei der Firma Breustedt eine Nachbesserung angefordert, diese ausprobiert und dann um eine weitere Nachbesserung gebeten, berichtet Möller. 

„Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.“ Zwischendurch habe sich bei der Firma „ein Jahr lang gar nichts getan“. In Möllers Schilderungen klingt dessen Unzufriedenheit über die Situation durch. Er sei „not amused“, bekennt er. Geschäftsführer Kai Breustedt war gestern nicht für eine Stellungnahme zu sprechen, ebenso wenig wie die beiden KGS-Leiter.

Alles andere als eine sorgfältige Anpassung wäre nach Auskunft des für die Schulen zuständigen Fachbereichsleiters Detlev Gellert fatal: „Die Buchungen müssen funktionieren. Ansonsten gibt es falsche Rechnungen, und die Eltern beschweren sich im Nachhinein.“

In Weyhe bringt der Caterer das System mit

Solche Anpassungsschwierigkeiten gab es in der Gemeinde Weyhe nicht. Grund laut Rathausmitarbeiter Fabian von Weyhe: Der neue Caterer für die beiden Kooperativen Gesamtschulen in Leeste und Kirchweyhe, Vita Catering aus Wardenburg, hatte das System im Oktober 2016 mitgebracht. Anlaufschwierigkeiten habe es nicht gegeben. Stuhr hingegen kümmert sich selbst um die Mittagsverpflegung an den KGS – und um die damit einhergehenden Probleme.

Bequemes Bezahlen per Karte, auf die die Eltern Geld laden, dazu Bestellungen online aufgeben, sich Speisekarten lange im Voraus ansehen und sich spontan für Mahlzeiten entscheiden – das alles wünscht sich auch die Mutter aus Varrel. Zurzeit müssten die Schüler ihr Essen zwei Wochen im Voraus bestellen und die Karte „für den ganz bestimmten Tag“ zwei Wochen später wieder vorzeigen. Wer vor den Ferien nicht wisse, was er nach den Ferien essen wolle, bekomme eben nichts. „Welcher Erwachsene würde sich darauf einlassen?“

Das aber habe mit dem Kartensystem nichts zu tun, sondern sei allein Sache der Schule, betont Möller. Es geht auch anders, wie das Beispiel KGS Brinkum zeigt. Dort können die Schüler ihre Mahlzeit bis Ende der zweiten großen Pause, also bis circa 11.30 Uhr, bestellen. Gegessen wird um 12.45 Uhr.

Was „MensaMax“ angeht, hofft Möller auf einen Start nach den kommenden Sommerferien. „Doch da gehören immer zwei Seiten zu.“ Bezahlt hat die Gemeinde für das System nach eigener Auskunft noch nichts. Die Befürchtung der Varrelerin, dass es sich unter Umständen um Verschwendung von Steuergeldern handeln könnte, besteht demnach nicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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