Schützen aus Malsch brechen mit Tradition / Damen gesucht

Ein Verein öffnet sich für Frauen

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Sabine Sparkuhl (l.) und Anja Stöver (r.) suchen Mitstreiterinnen für die Gründung einer Damenabteilung im Verein Freischütz Malsch.

Malsch - Von Andreas Hapke. Die Freischützen aus der Malsch stehen vor einer einschneidenden Veränderung: 111 Jahre nach der Gründung des Vereins öffnet sich die Männerriege für Frauen. Deren Eintritt wäre zwar erst zur nächsten Generalversammlung im Januar kommenden Jahres möglich, doch bis dahin wollen Sabine Sparkuhl und Anja Stöver nicht untätig sein. Sie rühren bereits jetzt fleißig die Werbetrommel.

Dazu gehört auch ein erstes Treffen während des Schützenfests in gut zwei Wochen. Für Sonnabend, 1. August, 19.30 Uhr, laden die beiden Initiatorinnen dorthin ein. Sparkuhl und Stöver erwarten interessierte Frauen vor dem Festzelt. Darüber hinaus wollen sie Flyer in den Geschäften auslegen. „Wir können nicht jede Bewohnerin einzeln ansprechen“, sagt Sparkuhl und fügt hinzu: „Wenn wir zehn bis 15 Frauen zusammenbekommen, wagen wir den Start.“ Das Potenzial für eine Damenabteilung in der Malsch schätzt sie auf bis zu 25 Frauen.

Sparkuhl und Stöver geht es um den Spaß und die Gemeinschaft, die sie mit Gleichgesinnten in einer Damenriege erleben könnten. „Malsch ist nur bekannt durch seinen Schützenverein. Er ist immer noch das Forum für gemeinsame Unternehmungen“, begründet Sparkuhl den Beitritt. Sie verweist auf die tolle Frauengemeinschaft des Schützenvereins Heiligenrode. Vielleicht habe dies auch zum Umdenken in Malsch beigetragen.

Ganz ohne Widerstände gestaltet sich der Bruch mit der Tradition jedoch nicht. Laut Stöver hatte es noch in der Jahreshauptversammlung im Januar dieses Jahres Männer gegeben, die mit ihrem Austritt gedroht hatten für den Fall, dass sich der Verein für Frauen öffnet. Hinter dieser Einstellung vermutet sie Eitelkeit.

Im Vorstand aber rennen die Damen inzwischen offene Türen ein. „Mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren ist unser Verein insgesamt zu alt, Jugendliche kommen nicht mehr viele“, schildert der Vorsitzende Rolf Kniemeyer das Dilemma. Von den 160 Mitgliedern seien nur rund 40 aktiv. Mit dem Beitritt der Frauen könne der Verein „interessanter werden“.

So sieht es auch Anja Stöver: „Wenn Frauen dabei sind, dann verweilt die Gesellschaft vielleicht insgesamt länger bei Feiern oder anderen Treffen.“ Sparkuhl verspricht sich auch einen Aufschwung für die Jugendabteilung: „Solange die Freundin nicht mitzieht, treten viele Jungs nicht in den Verein ein. Unser Vorstoß könnte auch für Mädchen ein Signal sein.“

Die eigenen Ehepartner, beide im Verein, stehen ebenfalls hinter dem Vorhaben. „Es hätte uns aber auch nicht gestört, wenn es anders wäre. Wir haben uns unabhängig von den Männern zu diesem Schritt entschieden“, sagt Sparkuhl. Stöver betont, „dass natürlich auch Frauen eintreten können, deren Männer nicht Mitglied sind“.

Mit ihrer Damenabteilung wollen die beiden Frauen nicht in Konkurrenz zu den Männern treten. „Wir wollen keine eigene Gruppe sein, sondern dazugehören“, sagt Anja Stöver. Oder wie es Sparkuhl formuliert: „Es wird hier und da gewisse Abkoppelungen von den Männern geben, aber wir wollen uns nicht mit ihnen duellieren.“

Genau Pläne über künftige Aktivitäten wollen die Frauen erst nach dem Beitritt im Januar schmieden. Dann geht es auch um die Kleidung, eine Vertretung im Vorstand des Vereins und die Teilnahme an Schießwettbewerben.

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft in der Damenriege hat, wendet sich unter Ruf 04206/7903 an Sabine Sparkuhl.

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