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Schülerzeitung der Lise-Meitner-Schule die drittbeste in Niedersachsen

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Von: Fabian Pieper

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Die Online-Schülerzeitung der Lise-Meitner-Schule hat einen Preis gewonnen. Mina Schröder (v.l.), Lehrerin Marion Eiskamp und Lorenzo Coste sowie die auf dem Handy zugeschalteten Janne und Merla Haug freuen sich über diese motivierende Auszeichnung.
Die Online-Schülerzeitung der Lise-Meitner-Schule hat einen Preis gewonnen. Mina Schröder (v.l.), Lehrerin Marion Eiskamp und Lorenzo Coste sowie die auf dem Handy zugeschalteten Janne und Merla Haug freuen sich über diese motivierende Auszeichnung. © Fabian Pieper

Für „herausragende journalistische Arbeit“ hat die Redaktion der Lou (Lise online unterwegs) in der Realschul-Kategorie landesweit den dritten Platz beim „Unzensiert“-Wettbewerb der Jungen Presse Niedersachsen eingefahren.

Moordeich – Neugierig durchwühlen Mina Schröder, Marion Eiskamp und Lorenzo Coste das große, schwere Paket. Neben einem Buch über die Grundlagen des Journalismus, Einladungen zu Seminaren und kleineren Geschenken finden sie darin auch eine Urkunde und einen Scheck über 200 Euro. Denn das Paket samt Inhalt ist der Preis eines niedersachsenweiten Wettbewerbs, den das Team der Online-Schülerzeitung der Lise-Meitner-Schule Moordeich für ihre nachwuchsjournalistische Arbeit erhalten hat.

„Lou“, das steht für „Lise online unterwegs“ – so heißt das von einer Handvoll Schülerinnen und Schülern in unregelmäßigen Abständen mit Inhalt gefüllte Projekt für Jugendliche der Klassenstufen 7 bis 9. Und das ist nun ausgezeichnet worden: Für „herausragende journalistische Arbeit“ hat die Redaktion der Lou in der Realschul-Kategorie landesweit den dritten Platz beim „Unzensiert“-Wettbewerb der Jungen Presse Niedersachsen eingefahren.

Eine Auszeichnung, die nicht nur das fünfköpfige Schüler-Redaktionsteam freut, sondern auch die Gründerin und Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Marion Eiskamp: „Ich war überrascht, als der Brief reinflatterte“, gibt sie zu.

Motivationssache, Schüler für Extra-Arbeit zu motivieren

Denn die Leitung einer solchen AG bezeichnet die Lehrerin für Sport und Deutsch als „Kampf“. Es sei eine „reine Eigenmotivationssache und schwierig, Schüler dafür zu begeistern, nach der Schule noch etwas zu schreiben“, sagt sie. Dennoch hat sie in Mina und Lorenzo sowie den beiden per Handy aus der Corona-Quarantäne zugeschalteten Merla und Janne Haug ein motiviertes Quartett an Redakteuren, das durch Serkan Yildrim komplettiert wird.

Früher sei das Team deutlich größer gewesen, erzählt Eiskamp. Zu Spitzenzeiten habe die Anfang 2017 gegründete Schülerzeitung bis zu 20 Nachwuchs-Redakteure gezählt, die sich selbstständig Themen überlegen, recherchieren, die Texte dazu verfassen und sie mit Fotos bebildern; Marion Eiskamp steht den Jugendlichen lediglich als Beraterin zur Verfügung, sodass „Lou“ das Prädikat „von Schülern, für Schüler“ verdient.

Schüler Lorenzo liegen die Themen Politik und Weltgeschehen am Herzen

Und damit sich das Online-Blatt auch mit Inhalten füllt, trifft sich die Gruppe jeden zweiten Mittwoch nach der Schule zur Themenfindung. „Wir besprechen dann zusammen, über was wir schreiben wollen“, erklärt Lorenzo. Der 14-Jährige gehört bereits zu den erfahreneren Akteuren der Gruppe und schreibt aus einem simplen Grund journalistisch: „Weil es mir Spaß macht.“

Ihm liegen besonders die Themen Politik und Weltgeschehen am Herzen. Ereignisse, die beispielsweise durch die Tagesschau im Fernsehen präsentiert werden, bereitet er in einfach gehaltener Form für seine Mitschüler auf; er halte es für wichtig, dass man wisse, was auf der Welt passiert. Neben dem Blick über den Tellerrand stellen schulische Themen einen Schwerpunkt der „Lou“-Redaktion dar.

Das können Lehrer-Steckbriefe sein, aber auch Informationen über Schulveranstaltungen. Daneben bleibt noch Platz für Rezeptideen, Buchempfehlungen oder Poesie. Zeitdruck hat die Redaktion durch den nicht festgelegten Rhythmus der Veröffentlichungen nicht: „Es kommt drauf an, wie schnell wir sind“, sagt Mina.

Leiterin wünscht sich mehr kritische Themen

Das Gesamtpaket hat überzeugt. Nur zwei Realschul-Schülerzeitungen in Niedersachsen sind im Wettbewerb noch besser bewertet worden als die „Lou“. Um beim nächsten Mal noch weiter oben auf dem Treppchen zu stehen, hat Marion Eiskamp einen Tipp für ihre Redakteure: „Ich würde mir auch mal was Kritisches wünschen“, sagt sie und schaut abwechselnd Mina, Lorenzo, Merla und Janne an, „vielleicht hat das noch für Platz 1 oder 2 gefehlt“.

Den Wettbewerb und den Preis halte sie für eine gute Sache, da es „die Schüler motiviert, weiterzuschreiben“. Deshalb – und um die Arbeit des kleinen Teams zu würdigen – finde die Lehrerin es auch „sehr schön, dass sie gewonnen haben“. Den Anflug von Stolz in ihrer Stimme versteckt sie nicht.

„Wenn in zehn Jahren einhundert Schüler mitmachen, und nur einer davon geht in den Journalismus, bereits das wäre schön.“

Marion Eiskamp, AG-Leiterin

Und obwohl es sich bei der Schülerzeitung um eine Arbeitsgemeinschaft handelt, hofft Marion Eiskamp auch auf einen praktischen Nutzen: „Wenn in zehn Jahren einhundert Schüler mitmachen, und nur einer davon geht in den Journalismus, bereits das wäre schön.“

Eine mögliche Kandidatin dafür hat sich bereits gefunden: Merla pflichtet Lorenzo zwar bei, dass sie Teil des „Lou“-Teams ist, weil es ihr Spaß macht, aber dann schiebt sie noch hinterher: „Und weil ich gerne selber mal Journalistin werden möchte!“

Online

www.lms-schuelerzeitung.de/

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