KGS-Leiter im Interview

„Schüler, die streiken, fehlen unentschuldigt“

KGS-Leiter Michael Triebs setzt sich für Projekte zum Klimaschutz an Schulen ein.

Brinkum – An dem Klimastreik am Freitag hat sich die KGS Brinkum ab 12.15 Uhr mit einem Programm ihrer AG Umweltschutz und der Schulimkerei beteiligt. Dafür hat die Schulleitung die Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen nach der fünften Stunde vom Unterricht befreit. Über die Bedeutung des Themas Klimaschutz an der KGS sprach Redakteur Andreas Hapke mit Leiter Michael Triebs.

Herr Triebs, Sie haben die Schüler gestern nach der fünften Stunde vom Unterricht befreit. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Das haben wir als Schulleitung gemeinsam so besprochen, um die Kinder der Jahrgänge 5 bis 10 mit der Nase auf die Aktionen der Arbeitsgruppen zu stoßen. Nach der sechsten Stunde wären sie sofort zu ihren Bussen gerannt. Dann hätten nur noch die Großen etwas von dem Programm mitbekommen. 45 Minuten Klimaschutz statt Regelunterricht ist zwar nur eine kleine Sache und schnell gemacht. Doch auch damit können wir den Nachwuchs für das Thema interessieren.

Wie sind Sie bislang mit den Fridays for future umgegangen? Gab es dafür auch schon mal schulfrei?

Natürlich nicht. Die Schüler sind schulpflichtig und außerhalb der Schule auf diesen Demonstrationen gar nicht versichert. Da zieht sich der gesetzliche Unfallversicherer zurück. Schüler, die während der Unterrichtszeit an Kundgebungen teilgenommen haben, haben unentschuldigt gefehlt. Das ist auch so vermerkt.

Welche Note würden Sie Ihren Schülern oder den Schülern allgemein für ihren Einsatz für die Umwelt und das Klima geben?

Darauf lasse ich mich nicht ein, denn dann würde ich Äpfel mit Birnen vergleichen. Soll ich etwa Schülern, die streiken und sich so für den Klimaschutz einsetzen, eine gute Note geben? Soll ich umgekehrt jene schlecht benoten, die ihrer Schulpflicht nachkommen? Das funktioniert so nicht. Die Demos sind sicher schön als Aufruf, doch es geht nicht immer nur darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wir alle müssen Verzicht üben und vor Ort etwas tun. Deshalb muss dieses wichtige Thema auch in die Schule, zum Beispiel in Form von Projekten. Unsere Arbeitsgruppen und die nachhaltige Projektwoche Plastik haben gezeigt: Unsere Schüler sind sehr interessiert. Wir wollen sie für das Thema sensibilisieren – vom Müll bis zur Frage, ob man für Klassenfahrten unbedingt in ein Flugzeug steigen muss.

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