Schüler setzen Erlös des Spendenlaufs für Geschenke an Flüchtlingskinder ein

„Halli Galli“ und Tickets für den Steller See

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Die Schülersprecher Viktoria Hinke und Liam Widjaja sowie Lehrer Peter Willemer mit Spielkisten für die Flüchtlingskinder. In jedem Behälter – auch in denen für die Älteren – ist der Stoffhund „Svenny“ dabei.

Moordeich - Von Andreas Hapke. Eine besondere Form der Flüchtlingshilfe vor Ort haben sich die Schüler der Lise-Meitner-Schule einfallen lassen. Von dem Erlös ihres Spendenlaufes im vergangenen Jahr haben sie altersgerechte Spielkisten für Kinder und Jugendliche zusammengestellt. 39 Sprösslinge aus 18 Familien profitieren davon. „Wir wollten in Zeiten von Pegida ein Zeichen setzen“, sagt Schülersprecher Liam Widjaja.

8500 Euro waren bei dem Lauf der Fünft- bis Siebtklässler zusammengekommen. Die Sprösslinge hatten sich vor der Veranstaltung ihre persönlichen Sponsoren gesucht, die ihren Beitrag entweder pauschal oder pro gelaufene Runde um das Schulgelände entrichten konnten.

Dass Kinder in der Gemeinde davon profitieren sollen, war für die Schülervertretung (SV) von vornherein klar. „Sehr selbstbewusst“ hätten sich diese Jugendlichen für die Unterstützung vor Ort entscheiden, berichtet Lehrer Peter Willemer. Doch was soll in die Kisten hinein? Darüber haben sich die jungen Helfer in mehreren Sitzungen der AG Schülervertretung viele Gedanken gemacht.

„Auf jeden Fall sollte es etwas sein, dass die Kinder dazu anregt, miteinander zu spielen“, erklärt Willemer. Und wobei die unterschiedlichen Sprachen – von Persisch über Arabisch bis hin zu Kroatisch – keine Barriere darstellten.

Aus Datenschutzgründen wollte die Gemeinde nur allgemeine Informationen über die Altersgruppen der Flüchtlingskinder geben. Doch das reichte, um sich an die Arbeit zu machen.

Für die bis zu Zweijährigen kauften die Schüler unter anderem eine Babydecke, Stapelbecher und einen Ball ein. In die Kiste für die Drei- bis Fünfjährigen packten sie Malkreide, eine Spielzeugeisenbahn, ein Malbuch, Stifte, Federmappe, einen Spielteppich und Playmobilfiguren. Sie stellen Menschen aus dem Alltag des Ankunftslandes dar. Die Sechs- bis Neunjährigen können sich unter anderem mit Lego oder dem Spiel „Halli Galli“ vergnügen. „Dafür benötigt man keine Sprachkenntnisse. Das funktioniert auch mit Händen und Füßen“, erzählt Willemer.

Für die Zehn- bis 15-Jährigen gab es neben „Halli Galli“ diverse Strandartikel, und das aus gutem Grund: Alle beschenkten Flüchtlingskinder haben Saisondauerkarten für den Familienpark am Steller See erhalten. Laut Liam Widjaja ist die Betreiberfamilie de Buhr den Schülern entgegengekommen. Die SV sucht nun Bewohner aus Stuhr, die ihre nicht mehr benötigten Räder spenden. „Oder ein Busticket für einen Monat finanzieren, damit die Kinder zum See kommen. Viele haben einen weiten Fußweg“, sagt Schülersprecherin Viktoria Hinke. Wer helfen will, meldet sich unter Ruf 0421/563066 beim Sekretariat der KGS oder schreibt eine E-Mail an sv@kgs-moordeich.

Überreicht haben die Schüler die Pakete am Montag in der KGS. Die Einladungen wurden über die Gemeinde in mehreren Sprachen verschickt. Dank zweier Arabisch sprechender Schülerinnen konnten viele Familien der Begrüßung folgen. Da nicht alle der angeschriebenen Flüchtlinge gekommen sind, übernimmt das Rathaus die Verteilung der restlichen Kisten.

Laut Willemer ist das Projekt langfristig angelegt. Er sieht darin auch eine weitere Aktion der KGS Moordeich als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. „Alle zwei bis drei Jahre wollen wir den Sponsorenlauf wiederholen“, fügt Liam Widjaja hinzu. Geld für weitere Begrüßungspakete gebe es aber auch jetzt schon. Die Spendenkasse sei noch zur Hälfte gefüllt.

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