Projekt Ausbildung in Stuhr am 21. November in der KGS Brinkum

Schüler schnuppern, Firmen werben

Hoch im Kurs steht bei den Azubis die Autobranche – sowohl im kaufmännischen als auch im gewerblichen Bereich. Foto: dpa

Stuhr - Von Andreas Hapke. Einen niedrigschwelligen Erstkontakt zwischen Unternehmen und Schülern herstellen – das will das Projekt Ausbildung in Stuhr (AIS), bei dem die Interessengemeinschaften, die Kommune und die KGS Brinkum gemeinsame Sache machen. Auf Vermittlung der Gemeinde treffen sich Schüler und Betriebe am Donnerstag, 21. November, zu qualifizierten Gesprächen in der KGS. Das Projekt soll einen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels vor Ort leisten. „Die Schüler können schnuppern, die Betriebe für sich werben“, sagt Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier.

Die Unternehmen sollen – anders als zum Beispiel bei Berufsinformationsbörsen – möglichst wenig Arbeit haben. Sie müssen lediglich bis zum 21. Oktober ihr Interesse an dem Projekt bekunden. Dazu füllen sie auf der Internetseite der Gemeinde einen Fragebogen aus, in den sie die Branche, die Größe des Betriebs, die Tätigkeit und die Art der Ausbildung eintragen. „Wir haben bereits alle Firmen angeschrieben“, sagt Wimmelmeier.

Danach sind die Neunt- und Zehntklässler am Zug: Auf freiwilliger Basis suchen sie sich aus dem Angebot einen oder mehrere Berufe aus, über die sie mehr erfahren wollen. Dafür haben sie bis zum 11. November Zeit. Ihre Gespräche beim „Speeddating“ mit den Betrieben dauern jeweils 15 bis 20 Minuten.

Bei der Vergabe der Termine gilt das Windhundprinzip. Interessieren sich zum Beispiel drei Schüler für den Beruf des Lagerlogistikers, und vier Unternehmen aus der Branche haben sich angemeldet, werden nur die drei schnellsten Firmen berücksichtigt. Wimmelmeier nennt das Projekt einen zusätzlichen Mosaikstein „im Kanon berufseröffnender Maßnahmen“ wie Info-Börsen oder die Aktion „Betrieb des Monats“. Seiner Auskunft nach suchen die bislang beteiligten Unternehmen unter anderem Azubis für die kaufmännischen Berufe, als Anlagenmechaniker, Fachinformatiker, Dachdecker, Lagerlogistiker, Zimmerer und Kraftfahrer.

Bei der Premiere im vergangenen Jahr haben sich die Jugendlichen für 30 Berufe interessiert, insgesamt kamen 57 Gespräche zustande. Rund 40 Unternehmen waren in der Schule vertreten. Die kaufmännischen Berufe seien die Hits gewesen, erinnert sich Wimmelmeier – vom Immobilien- über den Industrie- bis hin zum Automobilkaufmann. Der Mechatroniker stand beim Nachwuchs ebenfalls hoch im Kurs. Kaum Resonanz hingegen gab es auf das Profil des Elektronikers, Zimmerers, Dachdeckers und Anlagenmechanikers, also auf die klassischen Handwerksberufe. Als Vorteil könnte sich diesmal erweisen, dass die Handwerkskammer nach den Ferien einen Info-Tag in der KGS veranstaltet.

„Für die Schüler ist von Vorteil, dass sie nicht gleich eine Bewerbung schreiben müssen“, sagt Ute Sydow, Vorsitzende des Unternehmerinnenforums (Ufo). Vom vergangenen Jahr habe sie in Erinnerung behalten, dass die Jugendlichen das Projekt klasse fanden. „Die Bauchschmerzen, die einige Schüler vorher gehabt hatten, waren völlig unberechtigt.“ Aus ihrem privaten Umfeld habe ein Junge einen Praktikumsplatz gefunden, während ein Mädchen erkannt habe, dass sie nach dem Haupt- noch den Realschulabschluss machen müsse. „Und einer hat sich geärgert, dass er nicht mitgemacht hat.“ Für die Jugendlichen mache es einen großen Unterschied, „ob ihnen ihre Eltern oder ein Lehrer etwas erzählen, oder ob die Informationen von einem gestandenen Unternehmer kommen“.

„Das ist keine Pflichtveranstaltung für die Schüler und hat deshalb auch eine andere Qualität für die Betriebe“, sagt Volker Twachtmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu). „Sie sprechen speziell mit den Jugendlichen, die sich konkret interessieren.“

„Vielleicht kommt es zu einem Praktikum, vielleicht zu einem Ausbildungsvertrag“, sagt Wimmelmeier. Je mehr Infos die Schüler bekommen und je passgenauer sie und die Unternehmen zusammengeführt würden, desto größer sei die Chance.

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