Gerold Leschke hat die Spinnen als Motiv für sich entdeckt 

Mal schön, mal listig, bald weg

Hobbyfotograf Gerold Leschke ist fasziniert von der Wespenspinne. Sie ist ihm schon im Henkenmoor und am Steller See vor die Kamera gekommen. - Foto: Leschke

Stuhr - Gerold Leschke ist eigentlich der Libellenexperte im Stuhrer Ortsverein des Naturschutzbunds (Nabu). Unzählige dieser „fliegenden Akrobaten“, wie er die Insekten nennt, hat er bereits fotografiert und identifiziert. Demnach leben rund 30 verschiedene Arten auf den Nabu-eigenen Grundstücken. Doch auch den Spinnen kann der Hobbyfotograf nicht widerstehen. Beispiel Wespenspinne, die er im Biotop Henkenmoor und am Steller See abgelichtet hat. „Sie ist eigentlich in südlicheren Gefilden beheimatet. Mit der Wärme ist sie in den Norden gekommen.“

Er habe die Spinne zum ersten Mal im Jahr 1988 in Kroatien gesehen und sei sofort von dem Tier und dessen Netz im Zick-Zack-Muster fasziniert gewesen. „Wenn man ihr zu nahe kommt, bringt sie ihr Netz in Schwingungen“, erklärt Leschke. Die Schönheit des Tieres beschränke sich allerdings auf das Weibchen. „Das Männchen ist wie so oft in der Natur unscheinbar.“

Mit Spinnen verfährt Leschke wie mit Libellen: „Wenn ich eine finde, versuche ich, sie zu identifizieren.“ Rund 20 verschiedene Arten seien ihm bei seinen Spaziergängen bereits begegnet. Erst kürzlich habe er über eine App herausgefunden, dass er eine Listspinne fotografiert habe. Bei dieser Gelegenheit hat Leschke auch gelernt, warum sie so heißt: „Die Männchen fangen Fliegen, spinnen sie ein und bieten sie den Weibchen als Brautgeschenk dar. Nach dem Geschlechtsakt verschwinden sie schnell wieder, um nicht gefressen zu werden.“ Eine List halt.

Ob Libelle, Spinnen, Schmetterlinge, Raupen, Schnecken oder Schmuckzikaden: Mit dem Makroobjektiv seiner Kamera fängt Leschke Details ein, die dem gewöhnlichen Betrachter entgehen.

„Kleines Viehzeug, viele spannende Sachen“, nennt der Fotograf das. Mitunter findet er seine Motive auch am heimischen Gartenzaun in Neukrug, wie dies bei der Gartenkreuzspinne der Fall war.

Diese und andere Vertreter ihrer Art wird Leschke jetzt nicht mehr so häufig vor seine Kamera bekommen. Sie ziehen sich in der kalten Jahreszeit zurück – in den Boden oder in das abgefallene Laub, wo sie nicht austrocknen oder erfrieren können. Dort ertragen sie sogar Temperaturen unter 20 Grad.

Dass sich die Gliederfüßer im Haus verkriechen, wie es oft heißt, kann Leschke aus seiner Erfahrung nicht bestätigen: „Was wollen die Spinnen auch drinnen?“ - ah

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