Schaurig-schöne Stimmung in Stuhr

Diese schaurigen Halloween-Kürbisse haben Kinder in Kristina Davis’ Workshops geschnitzt.
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Diese schaurigen Halloween-Kürbisse haben Kinder in Kristina Davis’ Workshops geschnitzt.

Am Wochenende wird es wieder schaurig-schön: Am 31. Oktober ist Halloween. Für Kristina Davis ist das ein besonderer Tag. Sie kommt aus den USA und ist vor acht Jahren der Liebe wegen nach Groß Mackenstedt gezogen. In ihrer Heimat ist das Fest der Hexen, Gespenster und Gruselmonster eine große Sache. Davis würde gerne auch in Deutschland ein bisschen dieser Halloween-Stimmung verbreiten.

Gr. Mackenstedt – Wer vor dem Haus der Familie Davis steht, sieht sofort: Hier leben Halloween-Fans. Mehrere Kürbis-Fratzen reihen sich dort aneinander. Eine gleicht dem wutentbrannten Gesicht des US-Präsidenten Donald Trump. Eine andere scheint in ihrem Kiefer einen kleinen Kopf zu zermahlen. Und ein meterhohes, orangefarbenes Skelett schenkt Besuchern ein dämonisches Lachen.

Kristina Davis hat all die Figuren geschnitzt. „Ich kenne kein Halloween ohne Kürbisse“, erzählt die 33-Jährige. Sie überlegt kurz, dann fügt sie hinzu: „Na gut, als ich fünf Monate alt war, habe ich bestimmt noch keinen geschnitzt. Aber danach jedes Jahr.“ Die Motive, die sie sich vornimmt, werden von Mal zu Mal schwieriger.

„Halloween ist einer meiner Lieblingstage im Jahr“, sagt Davis. Sie stammt aus einem Dorf im Staat New York. „In den USA machen alle mit“, erzählt die 33-Jährige. Die Begeisterung für das Fest scheint sie ein Stück weit geerbt zu haben: Ihre Mutter schicke ihr aus den USA jedes Jahr vor Halloween kitschige Sachen, berichtet Davis und lacht. In diesem Jahr war zum Beispiel ein Hexenhut dabei, den sie für ein Foto mit ihren Kürbissen grinsend aufsetzt.

Ihren Mann, einen Stuhrer, hat Kristina Davis während ihres Studiums in North Carolina kennen- und liebengelernt. Er war im Rahmen eines Austausches dort. Vor acht Jahren zog sie dann mit ihm nach Groß Mackenstedt. „Eine Hochzeit und zwei Kinder später bin ich immer noch hier“, sagt sie mit einem Lächeln.

In Deutschland mag Davis zum Beispiel die Spargelzeit sehr. Aber es gibt auch Dinge, die sie vermisst. Dazu zählt definitiv das amerikanische Halloween. Auch wenn sich der Brauch hierzulande langsam verbreitet – mit dem Fest in den USA ist der 31. Oktober in Deutschland laut Davis nicht zu vergleichen.

„Viele in Deutschland sagen: Wir haben hier Karneval und Nikolaus, wir brauchen kein Halloween“, schildert sie. Die Wahl-Stuhrerin findet das schade. „Wenn es einen Grund gibt, einen Tag besonders zu machen, um zu feiern – warum nicht?“

In diesem Jahr hat Davis erstmals Kürbisschnitz-Workshops für Kinder angeboten. „Das ist auf großes Interesse gestoßen“, freut sie sich. Insgesamt habe sie mit den Teilnehmern bestimmt schon 40 Kürbisse geschnitzt, schätz sie. Das Ganze geschah nach Absprache mit dem Gesundheitsamt und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. „Die Kinder waren immer total begeistert“, schwärmt Davis.

Die Kürbisse hat sie von dem Hof Schuhmacher sowie vom Erdbeerhof Nüstedt bekommen. „Alle haben immer komisch geguckt, als ich so 20 Kürbisse ins Auto gehoben habe“, sagt sie schmunzelnd.

„Die Kerne von Halloween-Kürbissen schmecken total lecker“, so Davis. Sie weicht sie gerne über Nacht in Salzwasser ein, um sie anschließend zu backen. Für Suppe seien hingegen zum Beispiel Hokkaido-Kürbisse besser.

Die zweifache Mutter geht mit ihren Kindern – diese sind drei und fünf Jahre alt – an Halloween gerne von Haus zu Haus. So, wie es in Amerika üblich ist. „Kinder brauchen solche Sachen, gerade jetzt“, sagt sie mit Blick auf die Corona-Pandemie. Und ergänzt: „Halloween ist ein Fest, das man auf Distanz feiern kann.“

Sie hat schon bei Nachbarn und Bekannten angerufen und gefragt, ob es okay ist, wenn sie vorbeikommen, und folgendes Prozedere mit ihnen besprochen: Die Kinder klingeln, legen eine Tüte vor die Tür und gehen ein paar Schritte zurück. Wenn jemand aufmacht, können sie aus der Distanz was vormachen, und vielleicht gibt es dafür etwas Süßes in die Tüte. Wer gerne an Halloween von Kindern überrascht werden würde, dem rät Davis, einfach mal einen ausgehöhlten Kürbis vors Haus zu stellen oder ein entsprechendes Hinweisschild zu basteln. Vielleicht gebe es Kinder in der Nachbarschaft, die sich darüber freuen würden.

„Es geht gar nicht um die Süßigkeiten“, stellt sie klar. Es würde den Kleinen Freude machen, sich zu verkleiden. Dabei müsse das Kostüm nicht unbedingt schaurig sein. „Ich war ein Jahr Miss Piggy, und ich war ein Jahr eine Hexe“, erinnert sie sich. „Unsere Mutter hat unsere Kostüme immer selbst gemacht.“ So handhabt es Davis mittlerweile selbst. So bastelt mit ihrem Sohn zum Beispiel gerade ein Kostüm des Superhelden Captain Amerika.

Was viele nicht wissen: Halloween hat seinen Ursprung gar nicht in Amerika. Es geht laut Davis auf ein Fest in Irland zurück. Die Kelten hätten am Vorabend des 1. November die dunkle Jahreszeit begrüßt. Die Kelten glaubten, dass in dieser Nacht die Grenze zum Reich der Anderswelt sehr dünn sei. Um sich vor Geistern und anderen Gestalten zu schützen, verkleideten sie sich. Außerdem habe es Gebäck, sogenannte Seelenkuchen, für die verstorbenen Seelen gegeben. Der Begriff „Halloween geht zurück auf „All Hallows’ Eve“ (Vorabend von Allerheiligen). Irische Auswanderer brachten den Brauch in die USA. „Es ist ganz witzig, dass es wieder zurück nach Europa kommt“, findet Davis.

Von Katharina Schmidt

Kristina Davis hat in diesem Jahr unter anderem diese beiden Kürbis-Figuren gefertigt. Fürs

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