Save the world: Kinder hinterlassen kreative Fußabdrücke

Unter Leitung von Udo Arndt (l.) setzen die Schüler ihre Ideen um. Foto: Husmann

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Am Fahrradunterstand der Grundschule Heiligenrode laufen am Donnerstagvormittag bereits diverse Fein- und Ausbesserungsarbeiten. Die Viertklässlerin Lilli findet zum Beispiel, dass der Sand vor der Pyramide ruhig noch etwas dunkler sein könnte. Also schnappt sie sich eine Spraydose mit der entsprechenden Farbe und legt los. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Sophie und Juli arbeitet sie an der Betonwand, die das Motto der Graffiti-Aktion der Kunstschule Stuhr (Kuss) vorgibt: „Save the world“.

Darüber hinaus entstehen unter Leitung von Udo Arndt und Sonja Krüder, beide Honorarkräfte der Kuss, weitere Themenwände wie „Schützt die Tiere“, „Regenwald“ und „Was hat Plastik im Wasser zu suchen?“.

Damit wollen zwölf Mädchen und Jungen, die nach den Ferien auf eine weiterführende Schule wechseln, in Heiligenrode etwas Bleibendes hinterlassen.

Von dem Motto hatten die Teilnehmer im Vorfeld nichts gewusst. „Sie sind von sich aus gut informiert gewesen. Sie wissen schon über Umwelt und Klima Bescheid“, sagt Krüder. Lilli, Sophia und Juli bestätigen das. Nach eigener Auskunft haben sie mitbekommen, wie sich Schüler in der jüngeren Vergangenheit für den Umweltschutz einsetzen. „Das Thema gefällt uns.“ Welcher Aspekt ihnen am wichtigsten ist? „Alles ist gleich wichtig, alles hängt zusammen“, antwortet Juli. Generell macht es ihr und ihren Mitstreiterinnen Spaß, sich künstlerisch zu betätigen.

Zu Beginn des einwöchigen Ferienprojekts hatten alle Sprösslinge ihre Ideen auf Papier gebannt. „Sie haben sie verschriftlicht und Schablonen erstellt“, berichtet Krüder. Am Dienstagnachmittag rückte erfahrene Verstärkung an. Graffiti-Künstler Leon Bohlsen sprühte die Motive nach den Vorgaben des Nachwuchses vor, sodass die Kinder sie im Wesentlichen nur noch ausmalen mussten. Andere Wände blieben jedoch weiß, damit sich die Teilnehmer dort völlig frei entfalten konnten. Das Ergebnis waren fantasievolle Gebilde wie das eines eckigen Lego-Baumes, den die kleinen Künstler einem „echten“ Baum gegenüberstellten. Krüder fand es spannend zu beobachten, wie sich die Kreativität der Kinder im Laufe der Woche entwickelte, zum Beispiel was die Farbwahl angeht.

Die Kuss-Vorsitzende Anne Roecken Strobach könnte sich vorstellen, weitere Flächen in der Gemeinde von Kindern bearbeiten zu lassen. Schade finde sie es zum Beispiel, dass der Energieversorger seine Stromkästen ausschließlich von Profis besprühen lässt. „Wir wollen das Projekt aber ausbauen“, kündigt sie an.

Bezuschusst wird es vom Landschaftsverband Weser-Hunte und vom Förderverein der Grundschule, der selbst auf dem Schulhof tätig ist: an der kleinen Mauer, die als Einfassung des Sandkastens vor der Boulderwand dient. Auch dort sind künftige Fünftklässler am Werk: Sie bringen von der Fliesenwelt gespendete Steine mit einem Kleber an und gestalten auf diese Weise ein buntes Mosaik. An einigen Stellen sind die Schüler schon dabei, die Steine zu polieren.

Insgesamt sind 14 Kinder beteiligt. Für Pamela Oster vom Förderverein ist das Projekt eine runde Sache: „Alle kommen morgens mit dem Rad, dann frühstücken wir erst einmal.“

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