Satiriker zu Gast im Stuhrer Rathaus

Ratschläge eines guten Verkäufers

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Hans Georgi alias „Heinrich Top“ verkörpert auf der Bühne den „kleinen Maschmeier“.

Stuhr - Von Uwe Goldschmidt. „Ich will Dein Geld!“, so heißt die satirische One-Man-Show, die Hans Georgi alias „Heinrich Top“ in Form eines Seminars für angehende Verkäufer vor knapp fünfzig sozusagen Quereinsteigern am Freitagabend im Stuhrer Rathaus abgehalten hat.

Der Musikkabarettist zeigte in seinem Programm, wie so ein Verkäufer tickt. Zu Beginn schlüpfte er dabei in die Rolle des „kleinen Maschmeiers“. Satirische Spitzen flogen dabei in Richtung Umfeld des großen Maschmeyers (hier mit y) und blieben an dem „gefärbten Ger­hard“ mit seiner Ex Doris, die seit Kurzem wieder bei Parship im Angebot seien und dem einsamen Wulff hängen, alles Leute die aus ärmlichen Verhältnissen stammten.

Sodann verkörperte Georgi die Rolle des Chefverkäufers Heinrich Top, der weiß, dass viel Alkohol, Improvisation und eine positive Stimmung bei Verhandlungen gefragt sind.

Der Kunde dürfe nicht merken, dass er wie ein Reiter ohne Pferd ist, wenn er eine Nordic-Walking-Ausrüstung ohne Stöcke erwirbt. Wenn ein Fünfjähriger mit seiner Kinderwaffe in den USA seine zweijährige Schwester erschießt, antwortet ein Verkäufer wie Top einfach: „Hätten Sie ihrer Tochter auch ´ne Waffe gekauft, hätte sie sich wehren können“. Anstand und Moral zählen in seiner Welt nicht, nur das Geschäft. „Die Provision muss immer wenigstens so hoch sein, dass man die Kaution zahlen kann, um wieder aus der Untersuchungshaft zu kommen“ so oder ähnlich klingen die Ratschläge eines guten Verkäufers.

Als ehemaliger Nixdorf-Betriebswirt kennt der heutige Kabarettist Werbestrategen, Wirtschaftsbosse, Politiker und deren falsche Versprechen, die er mit schneller, manchmal zu schneller Zunge entlarvt.

Allerdings konnten nicht alle seiner Pointen am Ende zünden. Dies war dem Tempo, mit dem Georgi durch sein Programm zog, aber nicht hinderlich. Das Ganze wirke eher etwas angestaubt, etwas zu sehr einstudiert, zu unbeweglich und zu wenig überraschend, wie der knapp 70-Jährige mit wenig Aktion in Gestik, Mimik und Stimme die Themen alter Schlagzeilen ausschlachtete.

Aktuelle Themen hatte er nicht in seinen Vortrag eingearbeitet. So lautete dann auch die ständig wiederholte Frage an das Publikum: „Kennen Sie noch…?“ oder „Erinnern Sie sich?“.

Zumeist saß Georgi tagesschausprecherartig, ablesend hinter seinem Schreibtisch, hantierte ein wenig mit einem Telefon und sang zwischendurch zu Voll- oder Halbplayback. Zum Abschluss des Abends riet Georgi den Zuhörern, immer positiv zu denken und führte dazu ein Zitat Buddhas an: „Wenn Dir ein Vogel auf `s Sakko kackt, freu‘ Dich, dass Kühe nicht fliegen können.“

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