Iwama-Aikido-Kurse starten nach den Herbstferien

Sanfte Berührung, große Wirkung: Sven Domann eröffnet Schule für Kampfkunst

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Eine Übung mit Stäben demonstrieren Lehrer Sven Domann (r.) und sein Kumpel Peter Koschade.

Sven Domann hat sich seinen Lebenstraum erfüllt. Im Herzen Seckenhausens, an der Hauptstraße 70, hat der 44-Jährige eine Kampfsportschule eröffnet. Nachdem er bereits zu einem Tag der offenen Tür eingeladen hatte, freut er sich nun auf das Ende der Herbstferien. Dann beginnt der Trainingsbetrieb mit Kursen „für 4- bis 99-Jährige. Doch eigentlich kennt Aikido nach oben keine Altersgrenze.“

Seckenhausen - Domann lehrt Iwama Aikido, genauer: Dento Iwama Ryu Aikido. „Diese Stilrichtung gibt es in Norddeutschland noch nicht“, sagt er. Sie zeichne sich durch eine klar strukturierte Lernmethode sowie durch Waffentechniken aus. In seinen Kursen wird zu einem Drittel mit Stäben und Holzschwertern gearbeitet. Der überwiegende Teil des Trainings beinhaltet Hebel, Würfe, Fall- und Festhaltetechniken. „Wir legen viel Wert auf Basistechniken“, sagt Domann. Er spricht von einem energiereichen Aikido, das Körper und Geist fördere.

Laut Domann geht Aikido auf die Jahrhunderte alten Kampfkünste der Samurai zurück. Als Gründer dieser hauptsächlich nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Methode nennt er Morishei Ueshiba (1883 bis 1969). „Er hat die tödlichen Techniken entfernt und in sanftere umgewandelt“, erzählt Domann und zieht den Vergleich zum Judo. „Das hat sich zu einem sportlichen Wettkampf entwickelt. Im Aikido ist das noch nicht so.“

„Mich haben die sanften Techniken fasziniert“

Domann betreibt seit 1996 Kampfsport, er hatte während seines Studiums der Elektrotechnik an der Uni Braunschweig damit begonnen. Das Iwama Aikido aber lernte er erst 2006 in Stuttgart kennen, wo er mehrere Jahre wohnte und als Elektroingenieur bei einem Autozulieferer arbeitete. „Mich haben die sanften Techniken fasziniert“, sagt Domann. „Ich will ja niemandem das Bein brechen. Es geht darum, sich selbstsicher zu behaupten, ohne den anderen verletzen zu müssen.“

Dass im Aikido keine Angriffe trainiert werden, ist Domann wichtig. Es gehe darum, dem Gegner auszuweichen, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu Boden zu werfen. „Sanfte Berührung, große Wirkung“ nennt Domann das. „Das macht Riesenspaß.“

Domann in Bremen geboren

Domann ist ein Kind der Region. Er wurde in Bremen geboren und besuchte in Stuhr die KGS Brinkum. Familiäre Gründe bedingten seinen Rückzug nach Stuhr vor zwei Jahren. „Meine Eltern und Schwiegereltern leben hier“, berichtet er. Davon profitierte auch der FTSV Jahn Brinkum, wo Domann Aikido anbot.

Das Haus, in dem zuvor der Raumausstatter Siemers untergebracht war, erwarb Domann im August 2018. Es folgte ein aufwendiger Umbau, in den viel Eigenleistung der gesamten Familie geflossen sei. „Heizung, Strom- und Wasserleitungen, alles musste erneuert werden, zum Teil auch das Dach. Wir haben praktisch nur die Grundmauern stehen lassen. Abreißen und neu bauen wäre aber teurer gewesen.“

Schwingboden sei notwendig

Den Kern seiner Schule bildet der Haupttrainingsraum, der Aikido auf 100 Quadratmetern erlaubt. Die Fläche ist komplett mit Weichbodenmatten ausgestattet, die auf einem Schwingboden liegen. „Das waren früher vier Räume plus Zwischendecke. Die musste raus, sonst hätten wir nicht mit Stäben und Schwertern trainieren können“, sagt Domann. Der Schwingboden sei notwendig, um sich nicht „über die Jahre die Gelenke kaputtzumachen“.

Gleich liegt Peter Koschade (l.) am Boden – sanft ausgekontert von Sven Domann.

Hinzu kommen separate Duschen und Umkleiden für Frauen und Männer, ein 30 Quadratmeter großer Fitnessraum sowie – im Obergeschoss – eine Sitzecke, in der man nach dem Training zusammensitzen oder auch mal in einem der zahlreichen Kampfsportbücher Domanns schmökern kann. Im Fitnessraum gehen Zusatzangebote wie Atemübungen und „Übungen Richtung Yoga“ (Domann) über die Bühne. Dort gibt es auch eine Klimmzugstange und Hanteln sowie Geräte für das funktionelle Training.

Kampfkunst für Kinder ab vier Jahren

Der große Übungsraum ist den Kampfsportkursen vorbehalten. Auf den Matten sollen sich bald Minis (4 bis 6 Jahre), Kinder (7 bis 12 Jahre), Jugendliche (13 bis 16 Jahre) und Erwachsene (ab 16 Jahre) tummeln. „Wir beginnen mit einer kurzen Meditation. Anfangs werden auch Falltechniken einen größeren Raum im Training einnehmen“, erklärt Domann. In der Woche ist nachmittags ab 16 Uhr Betrieb. Jeder kann jederzeit zum Schnuppern kommen. „Wer bleiben möchte, benötigt einen Judo-Anzug. Sonst zerreißt die Kleidung.“

Zunächst möchte Domann Aikido nebenberuflich anbieten, auch in Bremen verdient er sein Geld als Elektroingenieur bei einem Autozulieferer. Außerdem: Wenn die Eröffnung der Schule bereits die Erfüllung seines Lebentraums bedeutet, welche Steigerung wäre dann Aikido im Hauptberuf?

Infos und Anmeldung

Telefon 0171/900 16 19

kontakt@iwama-aikido-bremen.de

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