Die Rutsche muss weg

Ergebnis der 72-Stunden-Aktion der Landjugend wird zum Teil abgerissen

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Ein Bauzaun sichert derzeit die Rutsche. Bald wird sie abgebaut, weil sie nicht „verkehrssicher“ ist.

Groß Mackenstedt - „Einfach ma machen“ lautete das Motto der 72-Stunden-Aktion, bei der die Landjugend Heiligenrode im Mai in kürzester Zeit ganz schön was gewuppt hat. Die Jugendlichen errichteten am Mittelweg in Groß Mackenstedt eine Schutzhütte, legten einen Spielplatz mit Sandkasten und Rutsche an, schütteten Erdhügel auf und schufen Hochbeete. Doch etwas einfach mal zu machen, ist angesichts der Regeln und Vorschriften in Deutschland gar nicht so einfach.

„Die Rutsche ist nicht verkehrssicher, sie muss abgebaut werden“, sagte Kerstin Frohburg von der Verwaltung am Dienstag im Rathaus bei der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Freizeit und Kultur. Derzeit sei die Rutsche mit einem Bauzaun abgesperrt.

Zudem sollten eigentlich die zwei Hügel, die die Landjugend neben der Schutzhütte aufgeschüttet hat, abgetragen werden. Die Verwaltung ist laut Frohburg davon ausgegangen, dass zumindest der eine nur für die Rutsche errichtet worden sei – und die gebe es bald nicht mehr. „Aus unserer Sicht dienen die Wälle auch dem Sichtschutz“, führte die Rathaus-Mitarbeiterin weiter aus. Jugendliche hätten dort die Möglichkeit, sich zu verstecken und Dinge zu tun, bei denen sie nicht gesehen werden wollen – Dinge, von denen man nicht möchte, dass sie dort passieren.

Die Verwaltung prüft nun aber noch einmal, ob die Wälle oder zumindest Teile davon erhalten werden können. Diese Entscheidung geht auf Beschwerden seitens der Heiligenroder Landjugend und Sabine Sparkuhl von der CDU zurück.

Spahrkuhl hatte das Thema bei der Ausschusssitzung angesprochen. Dass Normen eingehalten werden müssen, sei die eine Sache. Für die Bedenken hinsichtlich der Wälle zeigte sie allerdings keinerlei Verständnis. „So hoch sind die auch nicht, als das man sich dahinter verstecken könnte“, meinte sie. Bezüglich einer möglichen Beseitigung machte die Christdemokratin deutlich: „Ich fände das nicht in Ordnung.“ Immerhin sei es die Arbeit von Jugendlichen.

Und die möchten natürlich nicht, das Teile des Platzes, den sie in ihre Freizeit ehrenamtlich hergerichtet haben, zerstört werden. „Wir finden es ärgerlich und verstehen es nicht“, sagt Nico Budelmann als Sprecher der Landjugend auf Nachfrage. Dass die Rutsche weichen muss, sei typisch für „Bürokratiedeutschland“. Warum aber auch die Hügel weg sollen, erschließe sich der Landjugend nicht. Die Begründung der Verwaltung sei „schwammig“.

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