Rund 150 Gäste bei Konzert der Niedersächsischen Musiktage / Gulliver-Suite von Händel erntet spontanen Applaus

Olympische Liebeleien und galoppierende Rosinante auf Gut Varrel

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13 Musiker des La Cetra Barockorchester Basel begeisterten die rund 150 Besucher der Niedersächsischen Musiktage.

Varrel - Von Uwe Goldschmidt. Große Gefühle waren das Thema der 13 Musiker des La Cetra Barockorchesters Basel, die am Freitagabend auf der Bühne des Gutes Varrel glänzten. Das Ensemble spielte im Rahmen der 29. Niedersächsischen Musiktage vor rund 150 Gästen.

„Es geht um musikalische Grenzüberschreitungen, persönliche Abenteuer, Mut, erste Liebe, den Aufbruch ins Ungewisse und Entdeckungen“, sagte Günter Günnemann gleich zu Beginn. Dann stellte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Syke den Gästen die Musiker mit Konzertmeisterin Éva Borhi vor. Unter dem Titel „Von Windmühlen und anderen Abenteuern“ spielten sie Werke des Barock, allerdings auf zeitgenössischen Instrumenten. Dass alle Musiker Meister ihres Fachs sind und es verstanden, das Publikum zu begeistern, bewiesen sie ab dem ersten Stück aus Georg Friedrich Händels Oper „Ariodante“, die 1735 erstmals zu hören war. Dabei erklangen zudem ein Cembalo und zwei Theorben. Letztere sind rund 1,80 Meter lange Basslauten. Georg Philipp Telemann stand als Nächster auf dem Programm. Seine 1728 veröffentlichte Gulliver-Suite widmet sich dem Roman „Gullivers Reisen“. Der irische Schriftsteller Jonathan Swift nimmt darin mit spitzer Feder die britische Gesellschaft der Barockzeit aufs Korn. In den fünf Sätzen spiegelte sich schwungvoll und bravourös die Vielseitigkeit der Musiker wider. So entlockten sie ihren Instrumenten so zarte und exzessive Töne, dass einige begeisterte Besucher bereits zwischen den Sätzen applaudierten. Am Ende des schnellen sechsten Satzes schlossen sich alle Gäste mit langem Beifall an.

Nach der Pause ging es für Orchester und Publikum mit Matthew Lockes „Curtain Tune“ aus der Bühnenmusik zu Shakespeares‘ „The Tempest“ weiter. Die Besucher spürten, wie die Musik anfangs die ruhig daliegende See verkörperte und sich dann aber wie ein aufziehender Sturm immer weiter aufbauschte. Später begegneten die Zuhörer Feen und Nymphen in Henry Purcells „The fairy Queen“, und sie wurden Zeugen der Liebeleien und Dreiecksbeziehungen im antiken Griechenland, als das Ensemble Antonio Vivaldis „L‘Olimpiade“ zum Besten gab.

Besonderen Beifall erntete das Orchester für die Interpretation von Don Quichottes Abenteuer in der Vertonung von Georg Philipp Telemann. In der Suite hatte man das galoppierende Pferd Rosinante, den schreienden Esel oder den seufzenden Ritter von der traurigen Gestalt vor dem inneren Auge.

Als Zugabe erweiterten der Flötist Pierre Hamon und der Schlagwerker Joël Grare das Klangbild des Orchesters mit ihrem schwung- und niveauvollen Spiel.

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