Restaurant serviert hinterm Lenkrad

Wegen Corona: Wohnmobil-Dinner im Roadhouse Route 6

Zwei Mitarbeiter des Restaurants reichen Gästen ihre Speisen auf großen Holzbrettern durch die geöffnete Wohnmobiltür.
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Tanja Kompalla (r.), Geschäftsführerin des Restaurants Roadhouse Route 6, reicht mit einem Mitarbeiter die Speisen durch die Tür des Wohnmobils von Jörg und Martina aus Stuhr.

Um auch in Pademie-Zeiten wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen, geht das Brinkumer Restaurant Roadhouse Route 6 ungewöhnliche Wege: Beim „Wohnmobil“-Dinner fahren die Gäste einfach vor und essen im eigenen Fahrzeug.

  • Brinkumer Restaurant Roadhouse Route 6 bewirtet Wohnmobilfahrer.
  • Platz für sechs Wohnmobile, Reservierung ist notwendig.
  • Gäste aus Stuhr, Heiligenrode, Bremen, Syke und aus der Region Rotenburg/Wümme finden den Weg ins Roadhouse Route 6.

Brinkum – Wie kann man trotz Corona-Beschränkungen Geld verdienen? Das fragt sich momentan so mancher Gastronom. Der Außer-Haus-Verkauf ist eine Möglichkeit, die Pandemie wirtschaftlich zu überbrücken. Eine andere pfiffige Idee macht zurzeit in den sozialen Medien die Runde: „Wohnmobil-Dinner“. Reisemobilisten fahren zu einem teilnehmenden Restaurant, parken dort, geben ihre Bestellung auf und lassen sich bekochen. Speisen und Getränke bekommen die Gäste anschließend im fahrenden Wohnzimmer aufgetischt. Eine Idee, die Schule macht und von der sowohl die Gastronomie als auch die Gäste profitieren.

Tanja Kompalla, Geschäftsführerin des Brinkumer Restaurants Roadhouse Route 6, hatte von der Aktion durch Fernsehberichte erfahren und die „Super-Idee“ mit ihrem Team aufgegriffen. „Wir wollten das einmal ausprobieren. Und ich bin von dem Ansturm total überrascht. Da wir nur begrenzten Parkraum haben, musste ich sogar einigen Interessenten absagen“, berichtete die Restaurant-Chefin von der Resonanz. Am Wochenende rollten die ersten Gäste an. Sechs Wohnmobil-Fahrer hatten sich allein für Samstag angemeldet.

Platz für sechs Wohnmobile bietet das Restaurant in Brinkum.

Aus Stuhr, Heiligenrode, Bremen, Syke und aus der Region Rotenburg/Wümme waren die Gäste angereist, um im vertrauten Ambiente ihres rollenden Zuhauses einen gemütlichen Abend zu verbringen. Die Küche blieb kalt, und auch den Abwasch übernahm das Personal vom Roadhouse Route 6. Alle Gäste hatten sich im Internet über das Angebot informiert. Eine Facebook-Gruppe mit fast 16 000 Mitgliedern tauscht sich gegenwärtig darüber aus, wo man beim „Caravan Dining“ mit dem eigenen Wohnmobil „einkehren“ kann.

Jörg und Martina aus Stuhr mit ihren Freunden Silke und Axel waren mit einem neun Meter langen Wohnmobil gekommen. „Momentan ist ja alles ein bisschen ausgebremst. Die geplante Silvesterreise haben wir storniert, offizielle Stell- und Camping-Plätze sind zurzeit gesperrt“, berichtete Jörg, der für seinen 8,8-Tonner einen Extra-Parkplatz erhalten hatte. Ins Winterlager kommt das Fahrzeug nicht. „Der muss immer parat sein“, sagte er.

Informationen auf der Roadhouse-Homepage

Aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme waren Claudia und Thomas mit ihrem Sohn Jan Marten (14) angereist. Martina und Silke waren mit ihrem Wohnmobil aus Bremen gekommen. In der Facebook-Gruppe „Wohnmobil-Dinner“ hatten sie über die Aktion gelesen und wollten das mal ausprobieren.

Melanie und Axel Brauner aus Heiligenrode mit ihren Kindern Antonia und Kolja hatten sich auf der Roadhouse-Homepage informiert. „Unser Wohnmobil steht bei uns auf dem Grundstück, so waren wir gleich abfahrbereit“, berichtete Melanie Brauner. Die Familie war das erste Mal bei einem Womo-Dinner und genoss den Abend. „Wir freuen uns über die Abwechslung. Das ist wie einen Tag Urlaub“, schwärmt Axel Brauner. Auch Jörg und Tanja, die mit Manuela und Andreas aus Syke gekommen waren, gefiel das besondere Dinner. „Man will ja die Lokale auch ein bisschen unterstützen“, sagte Tanja.

Reservierungen im Roadhouse Route 6 nötig

Mit einer Kerze sowie Sets und Servietten im weihnachtlichen Dekor, begrüßte Tanja Kompalla die nach und nach eintreffenden Gäste. Zuvor hatte René aus dem Restaurant-Team die Fahrer der Wohnmobile auf den Parkplatz gelotst. „Bei der Reservierung fragen wir, wie lang die Fahrzeuge sind, damit diese nicht zu dicht an der Straße stehen“, sagte er. „Wir hatten grob gerechnet, dass man hier fünf bis sechs Wohnmobile hinstellen kann. Weil die Fahrer hier so gut geparkt haben, hätten wir noch mehr aufnehmen können. Das ist gut zu wissen“, plant er schon für das kommende Wochenende.

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