Standorte bei der Leitstelle hinterlegt

Rettungskräfte finden alle Banken in Stuhr

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Dagmar Bischof, Hans Lüders und Doris Riebesell (v.l.) an der Bank 41 am Neuen Weg in Moordeich. Die 10 steht für Stuhr.

Stuhr - Von Andreas Hapke. „Wann fahren wir wieder Bänke gucken?“ wird Dagmar Bischof, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Gemeinde Stuhr, immer noch von ihrem neunjährigen Enkel gefragt. Doch das ist nicht mehr notwendig. Der Beirat hat inzwischen sämtliche öffentlichen Bänke erfasst und nummeriert sowie ihre Standorte an die Rettungsleitstelle des Landkreises Diepholz übermittelt.

Laut Bischof sind die Daten dort sowohl im Globalen Positionsbestimmungssystem (GPS) als auch im Koordinatensystem Gauß-Krüger abgelegt. Sollte es also an irgendeiner Bank in Stuhr einen Notfall geben, reicht ein Anruf unter 112 mit der Angabe der jeweiligen Banknummer. 

Die Leitstelle kann den Fahrer dann exakt zum Standort dirigieren. Notruf- und Banknummer sind einem Metallschild zu entnehmen, das auf der oberen Sprosse der Rückenlehne angeschraubt ist. „Es ist ja oft nicht einfach, eine Bank zu finden, die irgendwo im Wald steht. Manchmal weiß ein Fahrer auch nicht, von welcher Seite er die betreffende Stelle anfahren soll“, sagt Beiratsmitglied Hans Lüders und nennt die Osterbruchwiesen und den Silbersee als Beispiele.

Mehr Bänke als gedacht

Noch sind nicht alle Bänke mit Metallschildern versehen, was an der Menge der zu berücksichtigenden Sitzgelegenheiten liegt. 150 sollten es nach Auskunft der Verwaltung sein, gefunden haben die Senioren nach eigener Auskunft 246. „Mit so vielen hätte ich nicht gerechnet“, sagt Hauke Peters vom Baubetriebshof, der für das Anbringen der kleinen Tafeln zuständig ist. „Wir schieben das immer mal wieder zwischendurch ein.“

Um alle öffentlichen Sitzgelegenheiten zu nummerieren, hatten die Senioren im Rathaus nach einem Bankkataster angefragt. Da es das nicht gab, machten sie sich ab März selbst auf den Weg. „Wir haben uns aufgeteilt und die Ortsteile mit Fahrrädern abgeklappert“, berichtet Dagmar Bischof. Doris Riebesell etwa war in Moordeich und Seckenhausen unterwegs, der inzwischen verstorbene Heinz Reher in Varrel und Herbert Nothdurft in Groß Mackenstedt. Bischof und Lüders knöpften sich Brinkum, Briseck und Fahrenhorst vor.

Bauhof setzt Bänke in Stand

„Wir haben das als Ausflüge gesehen und gleich die Familien mit eingespannt“, erzählen die Beiratsmitglieder. Auch die Friedhofsbänke hätten sie bei der Gelegenheit gleich mit aufgenommen, obwohl diese nicht Eigentum der Gemeinde sind. Die Fäden sind bei Reher zusammengelaufen. Er hat die einzelnen Listen verknüpft und diese der Leitstelle übermittelt. Laut Bischof sind die Bänke im Uhrzeigersinn nummeriert, ausgehend von Alt-Stuhr.

Immer dann, wenn die Senioren auf kaputte Bänke gestoßen waren, haben sie dies anschließend der Gemeinde mitgeteilt. Umgehend habe der Bauhof gehandelt und die Bänke repariert oder ersetzt, sagt Riebesell. In den Osterbruchwiesen und im Habenhauser Moor sei das zum Beispiel der Fall gewesen, ergänzt Bischof. Sie berichtet zudem von unterhaltsamen Begegnungen: „In abgelegenen Gegenden haben die Leute manchmal gedacht, wir wollten eine Bank klauen. Wir wurden aber auch darauf angesprochen, dass hier und da eine Sitzgelegenheit fehlt. Das haben wir dann an die Verwaltung weitergegeben.“ Wünsche nach weiteren Bänken nimmt der Seniorenbeirat unter der Telefonnummer 0421/56 95 282 auf. Seine Sprechstunde geht jeden ersten Dienstag im Monat von 9 bis 12 Uhr im Rathaus über die Bühne.

„Unsere Tätigkeit ist damit eigentlich beendet, jetzt müsste die Kommune ein Auge auf die Banken haben“, sagt Hans Lüders. Nach Auskunft von Peters passiert das ohnehin ein bis zwei Mal im Jahr. „Wenn wir die Bänke nicht freimähen, wachsen die zu“, erklärt er. Durch das Engagement des Seniorenbeirats dürfte die Arbeit der Gemeinde trotzdem leichter geworden sein. Schließlich wurde ihr damit ein Bankkataster frei Haus geliefert.

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