35. Release-Flohmarkt gut besucht wie eh

Marmeladen-Inge statt „Howie“

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Geschäftiges Treiben beim Release-Flohmarkt.

Brinkum - Bereits um 5.30 Uhr traf am Wochenende Martin Seidel mit seinen vielen Kisten voller nicht mehr gebrauchter, aber bestens erhaltener Dinge auf dem traditionellen Release-Flohmarkt vor dem früheren Brinkumer Bahnhof ein. „Da war schon die ganze gegenüberliegende Seite belegt“, kommentierte er den wie stets großen Andrang und den Eifer der Beschicker, die besten Plätze noch in der Dämmerung zu erhaschen.

Während der Papa den Stand aufbaute, konnten Tochter Chiara (12), Sohn Emilian (7) und Mama Michaela noch ausschlafen. Sie kamen später dazu und freuten sich über den Absatz der ehemaligen Lieblingsliteratur und der ausgedienten Spielsachen.

Breit war die Angebotspalette auch an den anderen Ständen des 35. Flohmarkts. Tupperware gab es zum Schnäppchenpreis genauso wie Jeans, Schuhe, Babyartikel, Haushaltswaren, Werkzeug, schaurige Bilder und Nippes zum Gruseln, nicht spülmaschinentaugliches Porzellan mit Goldrand und ein Bunny im Kajak.

Die beiden Bands „Velvet“ und „Voice“ luden zu einer akustischen Erholungspause zwischendurch mit Blues und Jazz ein. Zur Stärkung gab es belegte Brötchen, Bratwurst vom Grill und Waffeln. Den Nachwuchs begeisterten Kinderschminken, Buttons basteln und ein Mitmachzirkus.

Der Release-Vereinsvorsitzende Alexandre Peruzzo blickte auf die Anfänge der Veranstaltung zurück. „Das war 1981, und Schlagerstar Howard Carpendale war da.“ Die Reporter bestürmten den beliebten Sänger aus Südafrika mit vielen Fragen zur Apartheid. „Howard Carpendale wusste gar nicht, was er antworten sollte, denn als Star lebte er in einer ganz anderen Welt.“

Von Anfang an mit dabei ist Marmeladen-Inge aus Leeste. Am Abend zuvor hatte sie noch extra für den Flohmarkt Brombeermarmelade gekocht. Aus dem Nachlass der eigenen Familie hatte sie uralte Fledermaus-Krimis mitgebracht.

Verschenken wollte auch Monika Lüdeker nichts. „Dafür steckt zu viel Arbeit drin“, verteidigte die Brinkumerin ihr neues Hobby der Betongießerei. Wunderschöne und sehr schwere Pflanzentöpfe, Schalen und Wandbilder hatte sie kreiert. „Was wollen Sie dafür geben?“, lautete an einem anderen Stand die Aufforderung, selbst eine Wertschätzung für ein Fädelspiel abzugeben.

Handeln konnten die Besucher auch bei Dieter Gerlach aus Syke. Der fröhliche Senior sammelt seit Jahren uralte Haushaltsgegenstände. Die alten Bügeleisen, Bauchwärmer, Puddingformen und Wäschestampfer erklärt er besonders gerne der heutigen Generation. Ihr die praktischen und noch immer funktionierenden Gerätschaften ohne Elektroantrieb vor Augen zu führen, macht ihm besonderen Spaß. Mitunter lässt er die Kinder und auch Erwachsenen raten, was das komische Ding denn für einen Nutzen haben könnte.

Bei Bäcker Brüne Meyer gab es ein 67 Meter langes Kürbisbrot. Das ging weg wie die Semmeln vom Verein Release. Für weitere gute Laune sorgte ein zunehmend freundlicher Himmel über dem bunten Treiben.

ak

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