Kein gutes Jahr

Auf Schietwetter folgt für Reitstallbesitzer Heumangel

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Ralf Schierenbeck und anderen Pferdestallbesitzern hat das Wetter im Jahr 2017 die Heuernte ziemlich verregnet.

Stuhr/Weyhe - Von Julia Kreykenbohm. „Katastrophe“, „Problematisch“, „Kritisch“, „Das schlechteste Jahr, seit ich mich erinnern kann“. Die Reitstallbesitzer in Stuhr und Weyhe finden deutliche – und keine sonderlich schmeichelhaften Worte für 2017. Zumindest, was die Witterung angeht, denn die hat ihnen die Heu- und Grasernte ordentlich verhagelt – oder besser gesagt verregnet. Das verursacht so manchen Engpass auf einigen Höfen, denn den Vierbeinern ist es natürlich egal, wie das Wetter ist: Hunger haben sie immer.

„Viel von dem Gras konnten wir gar nicht ernten, weil es zum einen nicht trocken wurde und zum anderen der Boden so aufgeweicht war“, sagt Ulrike Schierenbeck vom gleichnamigen Hof in Leeste. Es sei schade gewesen, dass man so viel auf dem Acker haben stehen lassen müssen. So bleibe nur: zukaufen. „So viel wie im vergangenen Jahr haben wir noch nie erwerben müssen“, ist sich Ulrike Schierenbeck sicher.

Ihr Mann Ralf bestätigt das. „Die erste Jahreshälfte war noch in Ordnung, doch die zweite, in die dann auch der zweite Schnitt fiel, war schlecht. Wir brauchen 700 Rundballen Heulage und konnten 450 beim ersten Schnitt ernten. Bei zweiten kamen nur 100 heraus, Demzufolge fehlten etwa 150.“

Die Folge: Schierenbecks mussten weite Strecken zu den Händlern zurücklegen, etwa nach Lemwerder oder Grasberg. „Auf einer Tour bekamen wir etwa 25 Ballen mit. Für einen zahlt man etwa 40 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Transport.“

Reitstall Siek: „Wir kaufen zwar immer zu“

Auch Dennis Tykac von Reitstall Siek in Stuhr erklärt, dass der Heu-Ertrag deutlich geringer ausgefallen sei. „Wir kaufen zwar immer zu, weil wir selber kein Heu machen, aber einer der beiden Lieferanten, von denen wir beziehen, konnte die Hälfte nicht ernten. So hatten wir 200 Ballen zu wenig und mussten uns anderweitig umsehen.“ Auch die Kosten seien gestiegen. „Wir hoffen nun auf den Sommer 2018“, so Tykac.

Volkmar Katenkamp vom gleichnamigen Reitstall in Groß Mackenstedt zeichnet ein ähnliches Bild. „2017 hatte nur zwei Zeitfenster, um Heu einzufahren, und da der Sommer so verregnet war, wurde es kritisch.“ Sein Betrieb müsse in jedem Fall zukaufen, „allerdings ist es schwer, etwas zu beziehen, da viele Händler schlichtweg ausverkauft sind“. Man müsse lange suchen und weite Strecken zurücklegen. Auch die Qualität des Futters sei nicht ganz so gut, aber „bisher klappt noch alles“.

Etwas besser sieht es bei Harm Kleemeyer in Sudweyhe aus. „Bislang mussten wir nichts zusätzlich erwerben und hoffen, dass wir mit den Beständen hinkommen. Gras war zwar reichlich vorhanden, aber die Qualität hat gelitten, weil man es nicht trocken gekriegt hat. Dasselbe beim Heu.“ Von Futterlieferanten habe er gehört, dass sie auf der Suche nach Heu seien, weil der Bedarf sehr gestiegen sei. „Und wie es in der freien Marktwirtschaft so ist: Je höher die Nachfrage, desto höher auch der Preis“, resümiert Kleemeyer.

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