Hilfstransport nach Nord-Mazedonien

Reise mit Hindernissen

Biker-Brummi-Hilfe: Hermann Munzel (l.) und Cord Castens beim Studieren der Landkarte. Foto: Angelika Kratz

Heiligenrode – In Ruhe die Adventszeit genießen, könnte Cord Castens nach einer Reise mit der Biker-Brummi-Hilfe guttun. Seit einigen Jahren engagiert sich der Rentner aus Heiligenrode für die Organisation, die einmal jährlich Hilfstransporte in die ehemaligen Ostblockstaaten bringt. Im Mai machten sich 24 Laster auf die Reise, aber nicht alles konnte mitgenommen werden. So stellte sich die Frage: „Wer fährt nach Kumanovo in Nordmazedonien?“ Eine Herausforderung, zumal der Schutz eines Konvois fehlte. Dennoch erklärten sich Castens und Bodo Engel, Gynäkologe aus Hamburg, bereit.

Sechs Tage wurden für die jeweils 2400 Kilometer Hin- und Rückweg geplant. Besonders für Castens eine knappe Angelegenheit, denn der 2. Vorsitzende des Brinkumer Shanty-Chores wollte mit seinen Sängern wenig später nach Holland fahren. Während die Männer sich am Freitag, 6. September, auf den Weg machten, hatte sich Hauptorganisator Hermann Munzel in den Urlaub begeben, im Glauben, alles bestens vorbereitet zu haben. Doch die Tücke lag im Detail. In Mazedonien fiel auf den Sonntag ein Feiertag – der mit einem freien Montag verlängert wurde. Castens und Engel saßen entsprechend an der Grenze fest und warteten auf ihre Papiere. Ein weiteres Problem: Zwar darf ein Hilfstransport an einer Warteschlange vorbeifahren, aber die Angst vor anderen Brummifahrern war groß.

Unterstützung bekam das Duo vom Motorradclub vor Ort. Dennoch wuchs die Sorge hinsichtlich ablaufender Mauten. Dazu kamen Sprachprobleme. Schließlich gab es die Zwischenlösung, die Krankenhausbetten auf dem Zollhof statt im Krankenhaus abzuladen. So konnten Castens und Engel sich am Dienstag auf den Heimweg machen. An der serbischen Grenze gab es Probleme mit der Mautbefreiung. Ewig wurde telefoniert, bis es grünes Licht gab. An der Grenze zu Ungarn verursachte ein kaputtes Ultraschallgerät zur Kontrolle der Lkw einen langen Stau. Weiter ging es durch Ungarn und Österreich. Die notwendige Ruhezeit einzuhalten war ein weiteres Dilemma hinsichtlich fehlender Parkplätze. Zum Glück konnten die beiden sich abwechseln. Und tatsächlich: Freitagabend war Castens wieder Zuhause und konnte am nächsten Tag mit seinem Chor nach Holland fahren. Warum man so etwas macht? „Abenteuer und trotz allem viel Spaß“, sagt Castens tiefenentspannt. Er ist sich sicher, wieder Hilfsgüter dorthinzubringen, wo sie benötigt werden.

Gebraucht werden neben medizinischem Hilfsgut, auch Schulsachen: Ranzen, Stifte, Hefte, Turngeräte und Schulmöbel. Aber: „Wir sind keine Entsorger“, betont Hermann Munzel ausdrücklich. ANGELIKA KRATZ

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