Gemeinde gönnt ihrem Verwaltungssitz in den kommenden Jahren eine Komplettsanierung

Rathaus putzt sich bis 2023 heraus

Das Rathaus der Gemeinde Stuhr
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34 Jahre nach seiner Eröffnung kommt das Rathaus in den Genuss einer Komplettsanierung.

Stuhr – Fast 35 Jahre ist das Rathaus der Gemeinde Stuhr von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen verschont geblieben – sieht man einmal vom Ratssaal und vom Bürgerbüro ab. Jetzt ist eine Aufhübschung unumgänglich. In den kommenden vier Jahren unterzieht die Gemeinde ihrem Verwaltungssitz eine Komplettsanierung. Den Auftakt machte am Donnerstag die Erneuerung der sanitären Anlagen, und zwar auf der Nordseite des Verwaltungssitzes (Richtung Volksbank).

  • Erste große Renovierung nach 35 Jahren steht an.
  • Zum Auftakt werden die Sanitäranlagen erneuert.
  • Die wichtigsten Arbeiten folgen noch.

Nach Auskunft des für die Bauunterhaltung zuständigen Rathausmitarbeiters Hayo Wilken müssen nicht nur Toiletten, Spülkästen, Armaturen und Spülbecken ausgetauscht werden. An dem Abwasssernetz hat der Zahn der Zeit ebenfalls genagt, wie eine Kanalkamerabefahrung ergab. Speziell die Gussrohre haben ausgedient. „Es sind schon Verstopfungen vorgekommen oder Rohre kaputt gegangen, sodass Wasser ausgetreten ist“, erklärt Wilken. Darüber hinaus hat es laut Hayo Giesecke, Fachbereichsleiter Bau, Recht und Ordnung, hier und da bereits Geruchsbelästigungen gegeben.

Lediglich die grünen Bodenfliesen bleiben bei der Sanierung verschont. „Da haben wir uns frühzeitig drauf verständigt. Das sind sehr schöne Fliesen. Da hat sich der Architekt damals bewusst für entschieden“, sagt Giesecke. Die Wandkacheln hingegen müssten zumindest dort ausgetauscht werden, wo die Firma Heizung und Sanitär Vögel die Leitungen freilegen muss.

Da Nord- und Südseite über separate, gleich ausgestattete WC-Stränge verfügen, stehen immer hinreichend Toiletten für die Mitarbeiter zur Verfügung. „Eigentlich kommt uns die zweite Corona-Welle zupass“, sagt Giesecke. Die Hälfte der Mitarbeiter befinde sich im Homeoffice, weshalb die sanitären Anlagen nicht so häufig benutzt würden.

Mit den Sanitärarbeiten wird auch die spätere Umrüstung der Gebäudetechnik vorbereitet, damit die Versorgungsschächte dann nicht ein zweites Mal geöffnet werden müssen. Inklusive einer neuen Beleuchtung und Tischlerarbeiten an den Verkleidungen investiert die Gemeinde rund 200 000 Euro in diesen ersten Bauabschnitt. Das Geld ist bereits im Haushalt 2020 ausgewiesen. Giesecke: „Ursprünglich wollten wir ja im Herbst vergangenen Jahres beginnen, doch bei den beteiligten Unternehmen ist es zu Verschiebungen gekommen.“

Im zweiten Bauabschnitt – auch der soll in diesem Jahr beginnen – geht es um die Dämmung des Daches. „Sie ist nach heutigen Gesichtspunkten nicht ausreichend“, sagt Wilken. „Wir wollen nicht nur Energie sparen, sondern auch eine Aufheizung des Dachgeschosses im Sommer vermeiden. Da herrschen zuweilen mehr als 30 Grad.“ Giesecke fügt hinzu: „Wir sind nicht in der Verlegenheit, dass wir einen Dachschaden hätten. Nach 34 Jahren ist es einfach an der Zeit.“

Die Eindeckung des Daches soll anschließend wieder verwendet werden. Danach ist die Montage einer Photovoltaikanlage vorgesehen. „Den wesentlichen Teil des Stroms, den wir verbrauchen, können wir selbst erzeugen“, berichtet Wilken. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt, in dem auch die Fenster in den Gauben erneuert werden, beziffert die Verwaltung mit 1,1 Million Euro. Der Haushalt 2021 ist allerdings noch nicht beschlossen.

Der dritte, für 2022 vorgesehene Abschnitt widmet sich der „Ertüchtigung der Elektroanlagen“, wie Giesecke es formuliert, inklusive der EDV. „1986 hat noch kein Mensch einen Computer gehabt. Auch wenn für jedes neue Projekt Lösungen gefunden wurden, ist die Gemeinde nicht auf der Höhe der Zeit. Wenn wir von einem digitalen Rathaus sprechen wollen, muss die Gemeinde die Voraussetzungen dafür schaffen.“

Laut Giesecke bekommt das Rathaus in diesem Jahr einen Glasfaseranschluss. „Darauf aufbauend ist eine Überarbeitung des Datennetzes im Haus erforderlich. Wir haben einen Mix aus jungen und alten Leitungen“, sagt Wilken. „Insgesamt wird die Elektronik angepasst, mit Überlastschutz und allem Drum und Dran.“

Nach den Elektroarbeiten kommt im Jahr 2023 nach und nach der Maler in die Büros. Außerdem steht die Erneuerung der Fenster an. „Aber nicht flächendeckend. Nur die kaputten Fenster werden ersetzt, die anderen gestrichen. Wir werden da genau hingucken“, sagt Giesecke. Zum Abschluss erhalten Räume und Flure noch einen neuen Bodenbelag. „Der wurde zuletzt in den Jahren 2007 bis 2009 ausgetauscht“, sagt Giesecke. Kosten insgesamt: eine Million Euro.

Mit dem Freilegen der Abwasserleitungen hat Heino Schymik von der Groß Mackenstedter Firma Vögel am Donnerstag begonnen.

Die Komplettsanierung kommt ohne Arbeiten an der Fassade aus. „Wir haben die Dämmung überprüfen lassen. Das passst“, sagt der Fachbereichsleiter. Die Aufteilung in einzelne Bauabschnitte sieht er als zwingend an: „Die Arbeiten passieren ja im laufenden Betrieb. Und wir können nicht das ganze Rathaus lahmlegen. Es geschieht immer nur so viel, dass weitergearbeitet werden kann.“ Mit der Planung der Abschnitte hatte die Verwaltung das Syker Ingenieurbüro Glüsenkamp beauftragt. Die Bauleitung übernimmt Wilken.

Silvia Heyer, Fachdienstleiterin Hoch-, Tief- und Landschaftsbau, weist darauf hin, dass die Gesamtkosten von 2,55 Millionen Euro auf Schätzungen des vergangenen Jahres beruhen. Heißt: Es könnte auch teurer werden. Die Einhaltung des Bauplans sei zudem abhängig von den jeweils genehmigten Haushaltsmitteln. Es könne passieren, dass ein Abschnitt geschoben werde oder die jeweilige Sanierung etagenweise erfolge.

Von Andreas Hapke

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