Stipendiat Sebastian Dannenberg zeigt noch bis zum 3. Oktober in der Künstlerstätte seine Abschlussarbeiten

Ein rastloser Künstler, der mit viel Spannung malt

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Stipendiat Sebastian Dannenberg.

Heiligenrode - Mit Stuhrs 48. Stipendiaten Sebastian Dannenberg verlässt ein rastloser Künstler nach zehn Monaten Heiligenrode. Nicht nur in der Woche vor seiner Abschlussausstellung im ehemaligen Müllerwohnhaus tanzte Sebastian Dannenberg auf verschiedenen Hochzeiten.

Zur Finnissage begrüßte er seine Gäste mit einem entspannten Lächeln. Die Besucher warfen einen neugierigen Blick in die beiden Ausstellungsräume. „Genre“ hat Dannenberg die zehn Werke überschrieben. Sie zeigen „einigermaßen repräsentativ“ seine künstlerische Richtung.

„Sebastian Dannenberg lotet offene Möglichkeiten aus, arbeitet direkt an der Ausstellungswand, und seine ortsbezogenen Arbeiten sind Markierungen auf Zeit und nicht von Dauer“, sagte Stuhrs stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Klomburg. Die eigentliche Einführung übernahm der Künstler selber. „Ja, ich rede gerne“, gestand er und nahm das Publikum mit durch die Ausstellung. Belanglos, lapidar oder harmlos seien seine Werke bei weitem nicht, und der Erfolg gebe ihm Recht. Er empfinde eine wahnsinnige Spannung in den Momenten der malerischen Handlung. Holz zerschneiden und dieses mit Grau als Essenz aller Farben zu bemalen, bringe ihm den Kick.

„Hommage to the square“ ist die Installation aus 36 mit deutlichen Gebrauchsspuren versehenen, grau lackierten Quadraten überschrieben. Der Blick hinter die Dinge ist bei den Buchstaben auf der Treppe gefragt. Offenbart wird die Aussage „No Way“ erst demjenigen, der auf der Empore steht. Ein Augenzwinkern kann sich Sebastian Dannenberg oft nicht verkneifen, der mit kindlicher Neugierde die Möglichkeiten eines Ortes auslotet.

Auf einem Wagenheber steht ein „halbarchitektonisches Element“, dem der Künstler den passenden Namen „barricade“ gab. Die durch die ganzen Räume verlaufene Heizungsleiste mag ihn wohl inspiriert haben. Der Stapel aus selbst oder von Freunden abgefahrenen Reifen sieht sich als Säulen tragendes Element und erzählt die Geschichte von der besonders in den jüngsten Monaten geforderten Mobilität.

Total neu ist im zweiten Raum eine Reihe von Blechbändern.

Mit besonderer Liebe hat er sich den alten und vielfach überstrichenen Wänden gewidmet. Die Bohrlöcher, vergilbte Farbe und besonders ein sichtbarer Mauerstein hatten es ihm angetan. „Die haben schon einiges hinter sich, und ich konnte es mir nicht verkneifen, die Wand zu bemalen“. Da Malerei geschützt werden muss, bekam das große schwarze Rechteck mit dem Mauerstein in der Mitte noch ein schützendes Vordach wie bei einer Pommesbude.

• Zu sehen ist die Ausstellung „Genre“ noch bis zum 3. Oktober. Für den 20. September lädt Sebastian Dannenberg um 18 Uhr zu einem Künstlergespräch in die Künstlerstätte Heiligenrode ein. Der Eintritt ist frei.  ak

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