Einweihung des Reisegartens in Heiligenrode

Rast- und Ruheplätze auf der Mühlenwiese

Großer Bahnhof bei der Einweihung des Heiligenroder Reisegartens. Foto: Kratz

Heiligenrode – „Wissen Sie, was ein Reisegarten ist?“, fragte eine ältere Dame auf dem Weg zur Mühlenwiese. Da konnte die Berichterstatterin natürlich helfen, denn am Sonntagnachmittag wurde unter großer Beteiligung von kleinen und großen Besuchern die neue Attraktion für Radler, Wanderer und Eisschlecker auf der Mühlenwiese eingeweiht.

Mit einer Schutzhütte, zwei Bänken zum Liegen und Sitzen, einem Kunstparkplatz und einem drehbaren Bilderrahmen für Selfies hat der bislang eher einsame Maibaum auf der Wiese regen Zuwachs bekommen. In einer anderen Ecke ist den Insekten mit einem Insektenhotel und einladenden Blümchen davor gedacht worden.

Mit großem Geklingel von 25 Fahrrädern war die beschauliche Ruhe erst einmal beendet. Stuhrs Gästeführer Alexandre Peruzzo hatte mit seinem Konvoi aus blumengeschmückten Drahteseln bereits eine ordentliche Tour durch die Gemeinde hinter sich und zog filmreif in den Reisegarten ein. Gleich wurden die Ständer Marke „Weyher Bügel“ getestet und für gut befunden.

Bei einem Traumwetter begrüßte Stuhrs zweite stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Klomburg die zahlreichen Gäste und lud alle auch für die Zukunft zu einer erholsamen Pause auf der Mühlenwiese ein.

2015 entstand das Projekt der Win-Region, in der Syke, Weyhe, Bassum, Twistringen und Stuhr gemeinsame Sache machen – Fördermittel der EU und ein erfolgreicher Erfahrungsaustausch inklusive. „Wir haben jeweils die besten Plätze gesucht“, blickte Gudrun Klomburg mit Hajo Giesecke vom Fachbereich Bau, Recht und Ordnung des Rathauses zurück. Heiligenrodes Mühlenwiese mit ihrer idyllischen Lage am Mühlenteich gegenüber der Wassermühle wurde zum Volltreffer. „Alle fünf Reisegärten sind ganz unterschiedlich und sollten besucht werden“, schlug Grudrun Klomburg vor. Eine entsprechende Informationstafel steht gleich am Eingang des neuen Reisegartens.

Der Posaunenchor der Kirchengemeinde und der Kinderchor „Kids mit Pfiff“ sorgten für das musikalische Programm. Kaffee und Kuchen schmeckte an den zahlreichen Bierbänken, da konnte auch Stuhrs Erster Gemeinderat Ulrich Richter nicht widerstehen. Etwas im Hintergrund zeigten Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Präsenz. Auch dort gab es Bratwurst und Kuchen.

Großen Zulauf erlebten Kristina Davis und Michaela Schnelle unter ihrem Zeltdach. „Stuhr Rocks“ nennt sich ihr Angebot, Steine mit ganz individuellen Motiven zu bemalen und anschließend irgendwo abzulegen. „So schauen die Menschen nicht nur auf ihr Handy, sondern suchen einen bunten Stein und nehmen ihn mit einem glücklichen Lächeln mit.“ Allerdings sah das Nicolas (5) nicht ganz so wie seine Mama Michaela. Er war nicht bereit, seinen Ninja-Stein einfach irgendwo für einen Fremden hinzulegen. „Der kommt mit nach Hause“, war sich Nicolas sicher.

„Aufsteh'n, aufeinander zu geh'n, höchste Zeit, dass 'was passiert“ – besser hätte es der fröhlich-freche Kinderchor für die Einweihungsfeier des Reisegartens nicht singen können.

„Augen auf und achtsam auf das Neue sein“, bat Gudrun Klomburg alle Anwohner, eventuellen Randalierern rechtzeitig Einhalt zu bieten.  ak

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