Gespräche mit Eigentümern

Radweg für Stuhr-Fahrenhorst: Baubeginn frühestens im Jahr 2023

Radfahrer auf einer Kreisstraße.
+
Im übernächsten November könnte dieser Mann vielleicht schon auf dem neuen Radweg unterwegs sein.

Wenn im Jahr 2023 der Radweg an der Warwer Straße gebaut wird, sind zwischen Antrag und Umsetzung elf Jahre vergangen. Oder wäre eine vorsichtigere Formulierung angebracht? Wenn im Jahr 2023 der Radweg an der Warwer Straße gebaut werden sollte, dann wären zwischen Antrag und Umsetzung elf Jahre vergangen.

Fahrenhorst - So oder so: Wahrlich kein Ruhmesblatt, findet der CDU-Ratsherr Heiner Lampe. „Ich bin enttäuscht, dass wir nicht schon weiter sind“, sagte er am Donnerstagabend im Ausschuss für Bauen und Ortsteilentwicklung.

Der befasste sich nach 14 Monaten mal wieder mit dem Fahrenhorster Dauerbrenner. Immerhin: So gut wie jetzt standen die Chancen für den Weg entlang der Kreisstraße 114 zwischen der B51 und der Ristedter Straße noch nie, wie die Ausführungen von Rathausmitarbeiterin Ann-Kathrin Dittmer nahelegten. Seitens der Eigentümer gebe es nun positive Signale, die für das Projekt benötigten Grundstücke zur Verfügung zu stellen, sagte Ann-Kathrin Dittmer.

Verkaufsverhandlungen mit 14 Eigentümern

Der Zeitplan sieht vor, bis April 2022 die Verkaufsverhandlungen mit den 14 Eigentümern zu führen. „Wir haben die Grundstückspläne erhalten und wissen, wie viele Quadratmeter wir von jedem Eigentümer brauchen“, berichtete Ann-Kathrin Dittmer. Ein Gutachterausschuss werde nun die Werte ermitteln.

Dittmer sprach von bis zu drei Gesprächsterminen pro Eigentümer, aus personellen Gründen seien maximal zwei Gespräche pro Woche möglich. Ziel sei der Abschluss von sogenannten Bauerlaubnisverträgen. „Die reichen für ein Planfeststellungsverfahren“, sagte Dittmer. Notariell beglaubigte Kaufverträge könnten noch während der Planfeststellung unterschrieben werden. Um eine Förderung zu beantragen und 2023 mit dem Bau zu beginnen, muss das Verfahren bis zum 31. August kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Der knapp zwei Kilometer lange Radweg hat eine Breite von 2,50 Metern, da sonst keine Zuschüsse möglich wären. Bei vorhandener Bebauung – also bis Höhe Turmstraße und auf dem letzten Stück zur Ristedter Straße – wird er als Hochbord geführt, außerorts ist er von der Fahrbahn abgesetzt – und zwar großteils mehr als die vorgeschriebenen 1,75 Meter. Auf diese Weise sind nur vereinzelt Baumfällungen notwendig, so Dittmer. Als Ausbaustandard ist Asphalt geplant.

Graben verrohren, Brücke erweitern

Auf dem ersten Teilstück muss die Warwer Straße im Kreuzungsbereich zur B 51 leicht verschwenkt werden. „Damit wir den Platz für den Radweg herstellen können“, erklärte Dittmer auf Nachfrage. Der Weg verläuft dann hinter der Bushaltestelle. „Die wurde mit Fördermitteln barrierefrei umgebaut. Das dürfen wir nicht rückgängig machen.“ Eigentlich habe das sogar einen Vorteil: Beim Aussteigen würden sich die Fahrgäste nicht mit den Radfahrern in die Quere kommen.

Im weiteren Verlauf müssen ein Straßengraben verrohrt und die Brücke über den Hombach erweitert werden. Für die Brücke wäre laut Dittmer noch eine detaillierte Planung notwendig. Querungen zur Nordseite seien in Höhe der Straßen Im Waldesgrund und Zum Warwer Sand möglich.

In Höhe der denkmalgeschützten Scheune, kurz vor der Ristedter Straße, beträgt der Abstand zur Straße nur 1,15 Meter. Um die Breite des Radweges von 2,50 Metern zu gewährleisten, muss die Straße verengt werden. Dies würde laut Dittmer auch die Geschwindigkeit an dieser Stelle rausnehmen.

Wohin mit der Querung?

Der Fahrenhorster Manfred Weikum wünscht sich eine Querung in Höher der Straße Warwer Sand. „Da gibt es inzwischen 40 Häuser. Viele ältere Menschen wohnen dort, inzwischen aber auch Familien mit Kindern“, begründete er.

FDP-Ratsherr Jonas Thomsen hingegen sieht die Querung in Höhe der Straße Im Waldesgrund besser angebracht, vor allem wegen der neuen Waldkita. 15 Kinder, ihre Eltern und zwei Erzieherinnen müssten den Weg täglich nutzen. Außerdem befinde sich dort der Sportplatz.

Ihm sei bewusst, dass es Probleme mit Grundstücken auf der Südseite gegeben habe, sagte Lampe. Doch mit der Nordseite beschäftige man sich jetzt auch schon drei Jahre. „Wir bauen doch keinen Flughafen und auch keine Autobahn.“

Ob es generell eine Radwegeplanung für die Gemeinde Stuhr gebe, wollte Jörg Böttcher vom örtlichen Naturschutzbund wissen. Wenn ja, dann wünsche er sich, die Planung von Wegen mit hoher Priorisierung schnell zu beginnen, auch mit Hinblick auf mögliche Förderanträge. Daraufhin kündigte die Erste Gemeinderätin Bettina Scharrelmann an, dass sich der Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Sicherheit zeitnah mit einem Radwegekonzept beschäftigen werde.

Von Andreas Hapke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung

Oldtimer nur noch Müll? Behörde droht dem Besitzer mit Verschrottung
Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus

Feuerwehrfrauen Beverstedt bringen 2022 wieder Kalender raus
Mit Sicherheitsdienst

Mit Sicherheitsdienst

Mit Sicherheitsdienst

Kommentare