Heeresmusikkorps gibt Benefizkonzert für Unicef

Radetzkymarsch und Ohrwürmer der 80er

Das Heeresmusikkorps Hannover begeistert das Publikum in der Varreler Gutsscheune. - Foto: Husmann

Varrel - Von Angelika Kratz. 26,5 Millionen Kinder sind laut Christiane Appel-Schneider vom UnicefTeam Delmenhorst den Auswirkungen des Wetterphänomen „El Niño“ mit extremer Trockenheit und drastischen Ernteausfällen in Ost- und Südafrika betroffen. Die Folge ist oft Mangelernährung. Um vor allem Kindern in Äthiopien zu helfen, hat die Delmenhorster Ortsgruppe im Jahr ihres zehnten Bestehens ein Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps Hannover organisiert. Das ist bereits seit 60 Jahren klingender Botschafter der Bundeswehr. Der Erlös des sehr gut besuchten Auftritts in der Varreler Gutsscheune am Donnerstagabend ging Dank der Unterstützung der Gemeinde komplett an das Unicef-Team. Das Geld wird für eine Therapie mit einer speziellen Erdnusspaste verwendet. Diese enthält pro Packung 500 Kalorien und ist mit lebenswichtigen Mineralstoffen und Vitaminen versetzt.

Mit viel Applaus begrüßte das bunt gemischte Publikum in der Gutsscheune die Musikerinnen und Musiker des Heeresmusikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn. Die Hannoveraner waren zum ersten Mal in der Gemeinde Stuhr und ließen ihre Blicke anerkennend durch den außergewöhnlichen Veranstaltungsraum schweifen.

Das Heeresmusikkorps hatte ein abwechlungsreiches über zweistündiges Programm für sicherlich jeden Geschmack mitgebracht. Den Auftakt bildeten „Die Regimentskinder“, ein bereits vor 60 Jahren gespielter Eröffnungsmarsch als Hommage an das eigene Jubiläum. Thematisch schloss sich die „Music for a Festival“ an. Oberstleutnant Martin Wehn hielt nicht nur den Taktstock seines sinfonischen Blasorchesters in der Hand, sondern auch den roten Faden der Moderation, in die er viele amüsante Informationen einstreute. Entspannungsmusik zum sanften Abtauchen nach einem langen Tag hatte das Musikkorps nicht im Gepäck. Vielmehr gab es von den über 50 Klangkörpern gewaltig was auf die Ohren, und schon bald war klar, dass die Plätze in den ersten Reihen vielleicht nicht optimal gewählt waren. „Die haben was drauf“, kam eine Stimme aus dem Publikum voller Anerkennung zu den Titeln „Cossack Capers“ und „Godspeed“. Der „Alexandermarsch“ im 1/8-Takt gilt auch noch nach 60 Jahren als Truppenmarsch und „erdete“ das begeisterte Varreler Publikum vor der Pause.

Weiter ging es im zweiten Teil voller Temperament mit „Hussa! Horrido!“ auf die musikalische Jagd durch die Scheune. „The Best of earth, wind and fire“ schloss sich an und zeigte die Bigband-Seite der Formation. Zu den Höhepunkten des Abends gehörte die Zeitreise in die 1980er-Jahre mit seiner bewegten Musikszene und vielen Ohrwürmern.

Der Radetzkymarsch und die von einem stehenden Publikum mitgesungene Nationalhymne beendeten ein beeindruckendes Konzert. „Behalten Sie uns im Herzen“, so der Wunsch von Oberstleutnant Martin Wehn, der sicherlich in Erfüllung gehen wird.

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