Premiere am 26. Januar mit „Allns Bedrug“

Theater der Landjugend Heiligenrode: Ein Quintett versinkt im Chaos

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Die Landjugend Heiligenrode probt seit November im Kirchseelter Dorfgemeinschaftshaus das Stück „Allns Bedrug“.

Heiligenrode - Eine verzweifelte Spiritistin, ein renommierter Psychologe, ein total normaler Versicherungsvertreter, dessen eifersüchtige Ex-Verlobte und einer ihrer ehemaligen Kunden – weiterer Charaktere bedarf es nicht, um das Stück „Allns Bedrug“ auf die Bühne zu bringen. Obwohl: In einer Szene taucht mal ein Postbote auf. Für die Theatergruppe der Landjugend Heiligenrode ist das aber kein Grund, einen zusätzlichen Schauspieler zu aktivieren. Mit dem plattdeutschen Stück feiert sie am Sonntag, 26. Januar, Premiere im Gasthaus Meyerhof in Heiligenrode.

Fünf Schauspieler bedeuten einen Vor- und einen Nachteil: Auf der einen Seite ist die überschaubare Gruppe leichter unter einen Hut zu bringen. Auf der anderen Seite sollten immer alle da sein, denn „fünf Leute heißt viel Text und Präsenz für den Einzelnen. Es kommt ja andauernd jemand von uns dran“, erklärt Martin Grubert. Nur im letzten Akt steht das Quintett komplett auf der Bühne.

Grubert spielt den Versicherungsvertreter Paul Mustermann, dessen Leben chaotische Züge annimmt, als die Spiritistin Rosa Schwerdtlein (Lea Westermann) in sein Leben tritt. Sie wurde von dem Psychiater Dr. Dr. Edzard von Hülsen (Tim Westermann) verlassen und sieht nun keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Mustermann kann das in letzter Sekunde verhindern. Er nimmt die verzweifelte Rosa bei sich auf. Doch nicht nur wegen ihrer Gabe, mit Geistern kommunizieren zu können, möchte er sie schleunigst wieder loswerden. Er wendet sich an ihren Ex-Freund von Hülsen, wodurch die Situation vollkommen aus den Fugen gerät. Denn weder der noch Pauls eifersüchtige Verlobte Erike Meier (Janine Pleus) sind die, für die sie sich ausgeben. Erika zum Beispiel heißt „in manchen Kreisen“ auch Chantal, Dr. Kühne (Nico Timke) ist ein ehemaliger Kunde von ihr. Das Team komplettiert Souffleuse Lisa Evers.

Nicht ganz so turbulent geht es bei den Proben zu, obwohl Grubert auch dort aufpassen muss, dass er nicht durcheinander kommt. Grund: Die Gruppe muss ihre Übungsabende nach dem Schichtdienst von Lea Westermann ausrichten. „Deshalb haben wir keine festen Probenzeiten und können uns nur kurzfristig treffen. Wir müssen flexibel sein.“ Da die meisten Schauspieler bereits mehrere Aufführungen hinter sich haben, sieht Grubert darin kein Problem. Lediglich Tim Westermann feiert Ende Januar seine Bühnenpremiere. „Aber ich kenne die Leute durch andere Aktionen der Landjugend. Man kommt da ganz schnell rein.“

Seit November übt die Gruppe im Kirchseelter Dorfgemeinschaftshaus für „Allns Bedrug“. Zunächst ging es um den Text, seit Jahresbeginn um die Feinheiten. „Was kann man in der einen oder anderen Szene schauspielerisch verbessern?“, umreißt Grubert die Aufgabe bis zur Premiere. „Wir erarbeiten die Szenen gemeinsam. Einen Regisseur gibt es nicht.“

Für das Stück haben sich die Laiendarsteller gemeinsam entschieden, nachdem sich jeder die zur Auswahl stehenden Geschichten angesehen hatte. „Wir fangen im April oder Mai an, die ersten Stücke zu lesen. Im September steht fest, was wir spielen. Und in der Regel spielen wir eine Komödie“, sagt Grubert. „Allns Bedrug“ beschreibt er als „lustig gestaltetes Stück“ mit ebenso „lustigen, aber auch gegensätzlichen Charakteren“. Er nennt die chaotische Rosa und den ruhigen Paul als Beispiele.

Die Geschichte aus der Feder von Christa Margret Rieken lag nur in hochdeutscher Fassung vor. „Wir mussten es über den Verlag ins Plattdeutsche übersetzen lassen.“ Dahinter stehe das Bestreben, diese Sprache „am Leben zu erhalten“. Die plattdeutsche Fassung stammt von Wolfgang Binder.

Insgesamt wird die Landjugend das Stück fünf Mal auf die Bühne bringen. „Früher sind es mal sechs Vorstellungen gewesen, die alle ausverkauft waren“, sagt Gruber. Doch inzwischen habe das Interesse etwas nachgelassen. Schon im vergangenen Jahr war die Landjugend deshalb auf fünf Aufführungen zurückgegangen. Gruber: „Die waren weitgehend voll. Dann macht es auch viel mehr Spaß.“

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