Keine Leinwand-Übertragungen

Public Viewing in Stuhr nur im Kleinen

Menschen schauen Fußball auf einem Fernseher
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Europameisterschaft: Keine Chance für Fußballfans, die Spiele wie gewohnt in der großen Menge zu verfolgen.

Hygieneauflagen und unberechenbare Lieferketten erschweren Veranstaltungen zur Europameisterschaft.

Stuhr – Eine Europameisterschaft ohne Public Viewing auf großen Plätzen: Was vor Corona für viele undenkbar gewesen wäre, ist heute bittere Realität. Viele Menschen, (alkoholfreies) Bier und der Geruch von Gegrilltem – darauf werden auch die Menschen in der Gemeinde Stuhr noch warten müssen.

„Ich tue mich sehr schwer mit der Planung, auch wegen der Hygienebestimmungen“, sagt Hoteldirektor Carlton Courtney. Er betreibt das Select Hotel A1 in Stuhr. Drei Fernseher stünden aktuell auf der Hotel-Terrasse. Pläne für Publics Viewings habe er auf absehbare Zeit keine. „Vielleicht kann man im September drüber nachdenken“, so Courtney, doch sicher ist er sich nicht. „Ganz ehrlich, ich habe sogar schon das Thema Silvester abgehakt.“

Zwar richtete der Hotelbetreiber eine Übertragung zum Werder-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am 22. Mai aus, doch der Testlauf lief – wie das Abstiegsspiel – nicht wie erhofft. „Thema Mundmasken: Die werden dann auch schon mal gerne abgenommen“, so Courtney. Doch das sei nicht erlaubt. „Das ist ein Stressfaktor.“ Auf den wolle er verzichten, solange die Pandemie und die Hygieneauflagen bestehen.

Ähnlich sieht es Volker Robens, Betreiber des Shell-Autohofs in Groß Mackenstedt. Auf vier bis fünf Fernsehern im Restaurant könne jeder, der vorbeikommt, die EM-Spiele der deutschen Elf verfolgen. „So richtig groß, wie früher, geht aber nicht“, so Robens. Er hoffe, dass das zur WM wieder möglich ist.

Momentan laufe der Hotelbetrieb sowieso auf Sparflamme. Die Angestellten sind laut Courtney immer noch in Kurzarbeit. „Selbst das Thema Grillen funktioniert nicht“, sagt er. Spiele das Wetter bei einer Übertragung nicht mit, könnten die Besucher nicht einmal nach drinnen ausweichen. Daher will das A1-Hotel eher Räume für Familienfeiern anbieten anstatt Großveranstaltungen zu organisieren.

Weitere Probleme: Noch seien zu wenig Hotels geöffnet, daher würden sich die einst verlässlichen Lieferketten von Dienstleistern erst langsam wieder aufbauen. „Wenn wir beispielsweise Lebensmittel bestellen, können wir nicht sicher sein, dass die auch wirklich geliefert werden“, so Courtney.

Den Schwierigkeiten zum Trotz möchte Jörn Gefken im Bremer Tor das heutige EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich ab 21 Uhr übertragen. Der Geschäftsführer des in der fünften Generation geführten Stuhrer Hotels ist selbst großer Fußballfan, wie er sagt. Ein 85-Zoll-Fernseher im Wintergarten des Hauses sowie ein paar kleinere Fernseher stehen für den Auftakt zur Europameisterschaft der Nationalelf zur Verfügung. „Wir wollen alle Deutschlandspiele übertragen und eventuell noch andere, wenn es später spannend wird“, so Gefken.

In den Innenbereich des Hotels passen eigentlich 200 Leute, mit Corona werden es wesentlich weniger sein. Er merke, dass mehr Menschen im Hotel anfragen als sonst. Der Fußball spornt an. Doch spontan vorbeikommen wird nicht möglich sein. „Die Zeiten wie früher gibt es noch nicht“, erklärt der Geschäftsführer.

Wer das Spiel im Bremer Tor verfolgen möchte, muss einen Tisch reservieren. Dazu werde Speis und Trank à la carte serviert. „Noch sind ein paar Tische frei“, verrät Gefken. Während des Besuchs gelten die coronabedingten Hygieneanordnungen der Politik. Gefkens Tipp für das Gruppenspiel gegen Frankreich: 3:1 – natürlich für Deutschland.

Öffentliche Übertragungen zum Auftaktspiel gibt es ansonsten keine in der Gemeinde Stuhr. Das bestätigt auch die Polizei. „Uns sind keine derartigen Veranstaltungen bekannt. Der Landkreis hätte uns sonst informiert“, sagt Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz. Es seien auch keine extra Sonderstreifen für den Abend geplant. „Man darf aktuell mit drei Haushalten mit bis zu zehn Personen im Garten feiern“, fasst der Beamte die momentan geltende Rechtslage zusammen. „Die Kollegen werden aber nicht gezielt nachfragen, wenn im Garten acht Personen Fußball schauen“, so Gissing. Der Pressesprecher appelliert an die Menschen im Kreis, eigenverantwortlich das gewisse Maß zu halten.

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