Gemeindeelternrat fehlt das Verständnis

Protest gegen Wegfall von Sonderdiensten

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In der Kita Meyerstraße liegt für das laufende Jahr nur eine Anmeldung für den Spätdienst bis 17 Uhr vor. Dies würde künftig nicht mehr reichen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Mit Bestürzung hat der Gemeindeelternrat auf die Entscheidung des Ausschusses für Jugend, Freizeit und Kultur reagiert, wonach künftig mindestens fünf Anmeldungen für das Zustandekommen von Sonderdiensten in den Kindertagesstätten vorliegen müssen.

Bliebe das Anmeldeverhalten der Eltern unverändert, gäbe es ab dem kommenden Kindergartenjahr nur noch in den Einrichtungen in Brinkum (Marsstraße), Stuhr und Seckenhausen einen Spätdienst von 16 bis 17 Uhr (wir berichteten). Mit der entsprechenden Satzungsänderung beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss am Mittwoch.

Bislang hat die Gemeinde Sonderöffnungszeiten bei nur einer Anmeldung eingerichtet. Und das soll auch so bleiben, finden die Erziehungsberechtigten, denn: „Gerade berufstätige, allein erziehende Eltern sind oft auf diese Zeiten angewiesen. Und dann zählt jeder einzelne Fall, da sonst gegebenenfalls die Anstellung gefährdet ist“, heißt es in einem Schreiben der Gemeindeelterratsvorsitzenden Silvia Rievers.

Eltern erinnern Parteien an Wahlprogramme

Was den 31. Januar als Frist für die Anmeldung angeht, könnten Angestellte ein halbes Jahr vor dem Start des Kindergartenjahres oft nicht abschätzen, zu welchen Zeiten sie arbeiten müssten. Dies betreffe unter anderem Mütter und Väter, die aus der Elternzeit wieder in den Job zurückkehren. „Auch innerhalb eines Kindergartenjahres ist oft eine Anpassung der Arbeitszeiten und somit der Betreuungszeiten erforderlich“, teilt Rievers weiter mit.

Die Elternschaft erinnert die Parteien an Aussagen, die diese in ihren Wahlprogrammen zur Kinderbetreuung getroffen hatten. Von „bestmöglichem Angebot“ (FDP), einem „hohen Maß an Flexibilität“ (CDU) und „mit flexiblen Öffnungszeiten versehenen Krippen- und Kindergartenplätzen“ (SPD) sei darin unter anderem die Rede gewesen. Die Grünen stimmten im Ausschuss gegen die Satzungsänderung.

Aus Sicht des Gemeindeelternrats bedeutet die geplante Satzungsänderung eine „massive Verschlechterung der Flexibilität und Ausprägung des Betreuungsangebots“. Dieser Schritt könne in Einzelfällen Existenzen bedrohen und sei nicht vereinbar mit den Grundsätzen, mit denen Stuhr um Familien werbe.

Familie und Beruf vereinbaren können

„Insbesondere unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das Wohl der Familien ein zentrales Anliegen in der Gemeinde Stuhr“ – damit und mit weiteren Aussagen zur Familienfreundlichkeit zitiert Rievers die Gemeinde.

Die Problematik, für die Kitas ausreichend qualifiziertes Personal zu gewinnen, ist dem Elternrat nach eigener Auskunft bewusst. Die Lösung könne jedoch nicht sein, das Angebot zu verschlechtern. Vielmehr sei die Attraktivität Stuhrs als Arbeitgeber für Erzieherinnen weiter zu steigern.

Die Eltern erinnern daran, dass sie immer Verständnis für Streiks der Erzieher und Gebührenerhöhungen der Gemeinde aufgebracht hätten – „im Sinne einer guten Zusammenarbeit, wenn auch mit Zähneknirschen“. 

Auch zu der geplanten Satzungsänderung habe der Gemeindeelternrat Gesprächsbereitschaft signalisiert und zumindest um Aufschub der Entscheidung gebeten. Doch wenn die „Flexibilität und Familienfreundlichkeit als Qualitätsmerkmal des Betreuungsangebots aufgegeben wird“, höre das Verständnis der Elternschaft auf.

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