Projekt „Künste öffnen Welten“

Grundschüler entdecken ihr „Dorf“ Brinkum

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Endstation des Rundgangs ist das Fachwerkhaus Bassumer Straße/Ecke Feldstraße. Die großen Teilnehmer (v.l.) Anne Roecken-Strobach, Dorothee Wunder, Karin Leopold und „Plattsnacker“ Peter Strohmeyer haben es ebenso genossen wie die Kinder (v.l.) Chantal, Jolina, Dana, Emile, Julia, Annie und Jelle.

Brinkum - Von Rainer Jysch. Mit Begeisterung haben am Mittwoch sieben Schülerinnen der Grundschule Brinkum am zweiten Teil des Projekts „Künste öffnen Welten“ zur künstlerischen Ortserkundung teilgenommen. „Ich in Brinkum/Mein Dorf“ lautet das Motto der Aktion, die die Kunstschule Stuhr („KuSS“) in Zusammenarbeit mit der Grundschule zur Entdeckung des Lebensumfeldes der Acht- bis Neunjährigen organisiert hatte. „Plattsnacker“ Peter Strohmeyer, der sich auch im Brinkumer Mehr-generationenhaus (MGH) ehrenamtlich für den Erhalt der plattdeutschen Sprache einsetzt, begleitete den kleinen Brinkum-Spaziergang mit Erklärungen.

Auf der Tour durch den Stuhrer Ortsteil – vorbei an der Brinkumer Kirche, dem ehemaligen Spritzenhaus, dem Haus Lohmann und dem Schaumlöffelhaus – machten die Sprösslinge Fotos der historischen Objekte und ließen sich von Peter Strohmeyer „op Platt“ über die geschichtlichen Besonderheiten informieren.

Unterwegs machten die Kinder Fotos von Gebäuden. „Anhand der Aufnahmen werden die Kleinen in der Kunstschule Radierungen erstellen. Diese Bilder sind Teil des gesamten Projektes. Im ersten Teil haben wir Pflanzen im Ort erkundet“, berichtete Dorothee Wunder, freischaffende Grafik-Designerin, die das Projekt für die „KuSS“ initiiert hatte. „In einem dritten Teil erstellen die Kinder Selbstportraits. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im März 2016 im Stuhrer Rathaus ausgestellt.“ Karin Leopold, pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule Brinkum, begleitet das Projekt für die Schule.

„Es geht nicht um den Weg zur Schule“, erläuterte Kunstschulleiterin Anne Roecken-Strobach. Doch damit ließe sich das Interesse der Sprösslinge am ehesten wecken, sagte sie.

„Zu einem Ort wie Brinkum gehört einfach die plattdeutsche Sprache“, ist sich Peter Strohmeyer sicher. „Zuerst wollten die Kinder von mir wissen, was ,cool‘ auf Plattdeutsch heißt“, berichtete der Plattsnacker erfreut über die vielen Fragen des Nachwuchses. „Das heißt natürlich genauso oder zumindest ganz ähnlich (koolt, die Red.)“, sagte Strohmeyer, bevor er das Reetdach des Fachwerkhauses von 1752 beschrieb. Was Reet eigentlich ist, wo es wächst und wie und wann es geerntet wird, das lernten die Kinder von Strohmeyer. Der neunjährigen Chantal gefiel auf dem Spaziergang die Kirche am tollsten. „Ich fand gut, dass wir alleine die Fotos machen konnten“, lobte Jolina (9) die gelungene Aktion.

Das bereits seit September laufende Bundesprojekt „Künste öffnen Welten“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und hat mit der Grundschule Brinkum und dem MGH gleich zwei Kooperationspartner. Die Aktion läuft in der „KuSS“-Reihe „Communauten“, ein Wort, das sich aus „Kommune“ und „Astronauten“ zusammensetzt. Sie hat zum Ziel, Kindern und Jugendlichen auf spielerische Weise ihr direktes Umfeld näher zu bringen.

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