Besuch vom Landrat

Großhändler Posiwio in Stuhr gibt Einblicke in den Betrieb: Wo drückt der Schuh?

Posiwio-Geschäftsführer Jörg Posiwio (l.) und Co-Geschäftsführer Jens Ristedt (r.) führen Landrat Cord Bockhop durch den Ausstellungsbereich des Unternehmens.
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Weihnachtskollektion im Showroom: Posiwio-Geschäftsführer Jörg Posiwio (l.) und Co-Geschäftsführer Jens Ristedt (r.) führen Landrat Cord Bockhop durch den Ausstellungsbereich des Unternehmens. Endkunden haben bei dem Stuhrer Großhändler keinen Zutritt.

Die Firma Posiwio ist ein Großhändler in Stuhr. 1970 kam der Betrieb nach Seckenhausen. Um sich ein Bild vor Ort zu machen, hat Landrat Cord Bockhop Senior-Geschäftsführer Jörg Posiwio und Junior-Chef Jens Riestedt besucht.

Stuhr/Landkreis – Unternehmer stellen das wirtschaftliche Rückgrat im Landkreis dar. Um zu erfahren, wo möglicherweise der sprichwörtliche Schuh drückt und wo Handlungsbedarf seitens der Politik besteht, hat Landrat Cord Bockhop den Großhändler Posiwio in der Gemeinde Stuhr am Dienstag besucht. Senior-Geschäftsführer Jörg Posiwio wartete mit positiven Nachrichten auf, hatte aber auch eine Reihe von Verbesserungswünschen an die Politik.

Luft nach oben gebe es laut Posiwio beim öffentlichen Nahverkehr („Schwierig, Mitarbeiter aus Bremen und Delmenhorst herzubekommen“), bei der stabilen Glasfaserverbindung („Hatten zweimal längere Ausfälle“), der mangelnden Qualität von Bewerbern auf Ausbildungsplätze und vergleichsweise hohen Gewerbesteuern (Hebesatz der Gemeinde Stuhr: 450 Prozent. „Muss es immer mehr sein?“). Dennoch blickt der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft. „Das ist Jammern auf hohem Niveau“, sagt er.

Kerngeschäft von Posiwio: Deko-Artikel für Weiterverkäufer

Das Kerngeschäft des Großhändlers Posiwio sind derweil Deko-Artikel für Weiterverkäufer. „Wir haben keinen Verkauf an Endverbraucher, sondern nur an Wiederverkäufer“, sagt Posiwio. Es gebe Schwierigkeiten, die Deko-Artikel in das Stuhrer Lager zu bekommen. Gründe dafür seien Lieferschwierigkeiten auf dem Weltmarkt und gestiegene Lieferkosten. „Wir bekommen derzeit zwei bis drei Container, bräuchten aber sechs bis sieben.“ Frachtcontainer kosteten derzeit 19.000 Euro, die Deko-Artikel darin zum Vergleich 9000 Euro. Die Spediteure des Unternehmens rechneten damit, dass der Frachtpreis sogar die 20.000 Euro übersteigen werde. „Das ist eine existenzielle Sache“, sagt Posiwio. 20 Prozent des Sortiments kämen per Lkw aus Osteuropa. Doch auch die gestiegenen Stahlpreise träfen das Unternehmen.

Wir haben keinen Verkauf an Endverbraucher, sondern nur an Wiederverkäufer.

Jörg Posiwio

Aber woher wisse Posiwio, was der Kunde in der nächsten Saison will, fragte Landrat Bockhop den Geschäftsführer. „Wir schauen uns Schaufenster an, und aus unseren Erfahrungen heraus“, so Jörg Posiwio. Beispielsweise sei Gold heute sehr im Trend, sagt Posiwio, „damals ging nichts ohne Silber“. Die Trends der kommenden Kollektionen würden dann durch Einkäufer-Teams realisiert. Sie reisten mehrmals im Jahr nach Fernost. Dort schauen sie, ausgestattet mit einem Moodboard (Stimmungsbild), was die Hersteller in China im Angebot haben und was in die erdachte Kollektion passen könnte. Zweimal im Jahr zum Herbst/Winter und Frühling/Sommer würden sogenannte Warengruppen arrangiert und in Stuhr eingelagert – rund 7000 Artikel jedes Mal.

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Die Ware lande für Fachkunden dann in einem Print- und Online-Katalog. Schnelles Internet sei dafür existenziell. Seit einigen Jahren sei Posiwio angeschlossen. Dafür zahlen sie „einen hohen Preis“, ergänzt Jens Ristedt, zweiter Geschäftsführer. Aufgrund fehlender weiterer Anbieter, gebe es derzeit keine Preis-Alternativen. Landrat Bockhop entgegnete, dass es Hoffnung gibt. Die derzeitigen Monopolpreise fallen, sobald Konkurrenz Bewegung in den Markt bringt.

Großhändler Posiwio: Gründung im Jahr 1960

Posiwio wurde 1960 gegründet, 1970 kamen sie nach Seckenhausen und 1980 wurde die erste Lagerhalle gebaut. Momentan wird sie erneuert. Das Unternehmen wächst, in die Breite und vor allem in die Höhe, so Riestedt. Ein Hallendach wird erneuert. 7,5 Meter hoch soll es danach messen. Die Standortaufwertung soll zugleich erheblich mehr Grundfläche schaffen, so Posiwio. „Damit erhalten wir 40 Prozent mehr Grundfläche“, schwärmt der Geschäftsführer. „Ich hoffe, dass wir damit ein Level erreichen, mit dem wir länger umgehen können.“

Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Noch betrage die Lagerfläche 20.000 Quadratmeter ebenerdig. Doch so Ristedt: „Es wächst in die Höhe.“

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