Alexander Gauland tritt in Stuhr auf

Zob oder Schützenplatz? AfD zieht vor Gericht

Brinkum - Von Anke Seidel. Mit dem Wahlkampf-Aufritt des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und der Frauensprecherin Leyla Bilge – Donnerstag um 19 Uhr in Brinkum – muss sich jetzt die Justiz befassen.

„Unser Anwalt wird die notwendigen Schritte vor dem Verwaltungsgericht einleiten, damit die Veranstaltung wie ursprünglich genehmigt am Parkplatz Zob Brinkum stattfinden kann“, kündigte Harald Wiese als AfD-Kreistags-Fraktionsvorsitzender und Pressesprecher der Partei an. Demnach hatte sie in ihrem Antrag an die Gemeinde eine Obergrenze von 400 Zuhörern angegeben – ohne Kritiker gerechnet.

AfD ist sich sicher, dass Zob ausreichend groß ist

Wie bereits berichtet, hat die Gemeinde Stuhr der AfD wegen der zu erwartenden Teilnehmerzahl den Schützenplatz zugewiesen – in Absprache mit der Polizei. Dass die Partei gegen diese Platzzuweisung Veto einlegen würde, hatte Bürgermeister Niels Thomsen erwartet.

Harald Wiese: „Eine von der Gemeinde erwartete Teilnehmerzahl von 1000 entspräche einer 2000-prozentigen Steigerung gegenüber unserer Veranstaltung in Bruchhausen Vilsen.“ Gemeint war damit das Gastspiel des stellvertretenden AfD-Landesvorsitzenden Jörn König Ende Mai vor rund 50 Gästen. Allerdings hatten rund 90 Menschen – überwiegend Schüler und Mitglieder der AfD-kritischen Organisation Midea – gegen den Auftritt von König demonstriert.

Wiese hält die Teilnehmer-Schätzung der Gemeinde Stuhr für zu hoch gegriffen – zumal Gauland bereits am Folgetag vor dem neuen Rathaus in Hannover spreche: „Mit 1,5 Stunden Fahrtzeit ab Stuhr besteht eindeutig ein überlappendes Einzugsgebiet.“ Die AfD sei sicher, „dass der Parkplatz vor dem Zob für alle unsere Teilnehmer ausreichend ist“.

Gemeinde rechnet mit größerer Teilnehmerzahl als Veranstalter

Derweil haben die Vorsitzenden der fünf Fraktionen im Stuhrer Gemeinderat dazu aufgerufen, am Donnerstag um 18 Uhr am Zob ein deutliches Zeichen zu setzen – für Demokratie, Freiheit und Toleranz.

Das wiederum will die AfD so nicht hinnehmen. Wiese: „Da mobilisieren gleich mehrere Ratsfraktionen die hinter ihnen stehenden Parteien und vielleicht noch einige weitere gut organisierte Gruppen. Wir halten es für angemessen, wenn diese für ihre sicherlich ungleich größere Veranstaltung auch den größeren Schützenplatz bekommen.“ Die AfD begrüße die Ablehnung von Hass und Hetze, wie sie die Veranstalter dieser Kundgebung deutlich betont hatten, ausdrücklich: „Hass ist schließlich keine Alternative.“

Wiese rechnet für Mittwoch mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Thomsen sieht dem gelassen entgegen: „Die Gemeinde wird angehört“, und sie rechne mit einer sehr viel größeren Teilnehmerzahl als die Veranstalter. Der Parkplatz am Zob liege im Herzen von Brinkum, „aber wir schieben die AfD ja nicht auf die grüne Wiese ab“, so Thomsen, „der Schützenplatz ist schließlich unser Festplatz!“

Rubriklistenbild: © dpa

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