Die Heimatbühne Stuhr feiert Premiere 

„Rommé to drütt“: Plattdeutscher Krimi mit Wortwitz

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In ein Wohnzimmer mit längst vergangenem Schick verwandelt sich die Bühne bei „Rommé to drütt“. 

Stuhr - Von Angelika Kratz. Nach dem dritten Klingeln ging das Licht über den Zuschauerrängen aus, und der imaginäre Vorhang öffnete sich zur Premiere der Stuhrer Heimatbühne. „Rommé to drütt“ (von Petra Blume, Regie Margrit Unger) stand am Sonntagnachmittag auf dem Programm im Ratssaal. Schon frühzeitig hatte sich das Stammpublikum die besten Plätze gesichert und die verbleibende Zeit bei Kaffe, Butterkuchen und manchen Gesprächen verbracht. Die Stuhlreihen waren gut gefüllt.

Nicht wegzudenken ist Horst True mit seiner plattdeutschen Einführung. Frei von der Leber weg verriet er dem bestens eingestimmten Theaterpublikum die richtigen Appetitmacher für einen weiteren „Triumph des goldigen Humors seit 1950“.

Die Bühne verwandelt sich bei „Rommé to drütt“, en lustig Spill in dree Törns, in ein Wohnzimmer mit dem Schick längst vergangener Zeiten. Die Buddel Eierlikör wartet unter den Blümchen in einem Regal auf ihre Abnehmerinnen, und über dem nostalgischen Radio tickt die Uhr, so auch bei Herta (Margrit Unger) und ihren langjährigen Freundinnen Agnes (Stephanie Mittelstädt) und Lisa (Dorothee Röpe). Die drei Witwen genießen nach dem Motto „Dat wör so und dat blifft so“ eine genaue Tischordnung, an die sich auch Kerstin (Amelie Ravensburg), Hertas Enkelin, gewöhnen muss. Aber mit dem Gewohnten hat es bei dem Trio so seine Bewandtnis, denn Langeweile macht sich trotz des Rommé-Spiels, dem Kaffeetrinken und dem Dorftratsch breit. Als Agnes von dem völlig verwahrlosten Altersheim am Rande des Dorfes berichtet, sind sich alle schnell einig zu helfen. So langsam kommt Fahrt in die gestandenen Deerns, die hinsichtlich der klammen Haushaltskasse auf die abwegige Idee kommen, eine Bank zu überfallen. Einmal angefangen gibt es kein Halten mehr, und zum großen Vergnügen des Publikums überschlagen sich die Ereignisse in Hertas Wohnstube. Die Freundinnen Agnes und Lisa beweisen, dass nicht nur Männer in Frauenklamotten total komisch aussehen können, sondern auch umgekehrt.

„Wir haben mit dem Stück Neuland betreten“

Die Zuschauer hatten ihren Spaß und sparten nicht mit Kommentaren als es an die „lüttsche“ Sparkasse gleich gegenüber ging. Allerdings bekommt Enkelin Kerstin Wind von der ganzen Angelegenheit und weiht ihren nicht ganz sauberen Freund Norbert (Dennis True) ein.

„Na denn, wenn der Düvel dat will“, prosten sich die drei Freundinnen schließlich Mut zu und gehen ran an die Rettung des Alterheimes. Wie die vertrackte Geschichte schließlich ausgeht, wird hinsichtlich der noch kommenden Auftritte natürlich nicht verraten.

„Wir haben mit dem Stück Neuland betreten“ verriet Horst True. Zum einen gibt es im Stück nur fünf Rollen, und zum anderen wird statt Hafenkneipe oder Bauernhof ein Krimi in der Wohnstube geschrieben.

Die anfangs eher ruhige Handlung nimmt zunehmend Fahrt auf und bekommt Wortwitz. Neben der stets zur Größe auffahrenden Margrit Unger als schauspielerisches Urgestein der Heimatbühne eroberte sich Amelie Ravensburg in ihrer Rolle der Enkeltochter Kerstin alle Herzen. Erst 15 Jahre ist die junge Deern und bekam vor zwei Monaten ihre Rolle ohne plattdeutsche Kenntnisse. Voller Hingabe meisterte sie ihren ersten Auftritt mit viel Spaß. Den merkte man auch dem übrigen Ensemble bis hin zur Souffleuse Tanja Stölting, Techniker Lothar Schomaker und den vielen fleißigen Händen zwischen Requisite, Bühne und Kuchentafel an.

Wer die Premiere verpasst hat, kann am Samstag, 14. Oktober, um 19 Uhr in der Dorfschule Blocken mit Snacks und warmen Speisen und am Sonntag, 15. Oktober, um 16 Uhr ebenfalls in Blocken bei Kaffee und Kuchen mit auf die Lösung des Falls gehen. Weitere Termine sind dem Flyer der Heimatbühne Stuhr zu entnehmen.

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