Mit Pilotprojekt will Gemeinde Jugendliche sensibilisieren / Auftakt Erntefest

Gefahren des Alkohols

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Die Plakate sollen abschrecken hoffen Olaf Riesche (Polizei), Armin Kowalzik (Landkreis), Hartmut Martens, Annette Berendt, Hans Schüler (alle Gemeinde) sowie Eric Guinebert und Anne Roecken-Strobach von der Kunstschule (v.l.).

Seckenhausen - Von Sandra Bischoff. Polizei, Gemeinde, Landkreis und Kunstschule sagen übermäßigem Alkoholkonsum bei Großveranstaltungen gemeinsam den Kampf an. Ein breit angelegtes Projekt soll vor allem Jugendliche sensibilisieren. Beim Erntefest in Seckenhausen am Sonnabend, 19. September, soll die Maßnahmenkette zum ersten Mal greifen.

Schon seit Jahren bemüht sich die Gemeinde laut Hans Schüler vom Team Jugendarbeit im Rathaus, Veranstalter zu unterstützen und schickt Streetworker und ehrenamtliche Nachtwanderer auf die Festplätze. Dennoch habe es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden gegeben, die zu viel getrunken hatten. „Mal waren es kleinere Rangeleien, mal fiel jemand in Scherben“, berichtet Schüler. So sei die Gemeinde auf das Programm des Landkreises gestoßen.

Das sieht nicht nur Jugendschutzkontrollen am Tag der Veranstaltung vor, sondern setzt bereits viel früher an. Im vergangenen Halbjahr gab es laut Schüler Präventionsprojekte an den weiterführenden Schulen in Stuhr, um den Jugendlichen die möglichen Auswirkungen von Alkohol zu verdeutlichen. „Ziel ist es, den Konsum zu reduzieren und auf Gefahren hinzuweisen“, sagt er. Das sei noch immer wichtig, auch wenn das sogenannte Komasaufen in Stuhr und Weyhe kaum noch vorkomme, wie Kriminaloberkommissar Olaf Riesche sagt.

Die Gemeinde hat bereits mit den Seckenhauser Vereinen das Gespräch gesucht, die die Veranstaltung jedes Jahr abwechselnd organisieren, und ist mit dem Projekt auf positive Resonanz gestoßen. „Wir haben uns bewusst für dieses Erntefest als Auftakt entschieden, weil dort in der Vergangenheit Hunderte von Jugendlichen gefeiert haben“, sagt Schüler. Deshalb biete es sich an, ebendiese schon im Vorfeld mit einzubeziehen.

Eric Guinebert von der Kunstschule Stuhr hat mit Jugendlichen in Heiligenrode, Moordeich und Brinkum Plakate zum Thema Alkohol gemalt. Diese sollen ebenfalls auf die Gefahren des übermäßigen Konsums hinweisen und abschrecken. „Wir haben viel über das Thema gesprochen“, sagt Guinebert. Die Plakate werden heute aufgestellt.

Am Erntefest-Wochenende ist auch die Polizei rund um die Feier in der Reithalle anzutreffen. Oftmals seien nicht die eigentlichen Besucher das Problem, sondern diejenigen, die sich in der Nähe des Festplatzes aufhielten und dort Alkohol konsumierten. „Die Leute sollen ihren Spaß haben, aber wenn eine Grenze überschritten wird, sind wir da“, sagt Riesche.

Laut Gesetz ist die Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Erst ab 18 dürfen Jugendliche „harte“ Getränke wie Wodka, Rum oder Whisky trinken. Im Alter zwischen 16 bis 18 Uhr ist Wein, Bier oder Sekt erlaubt. Öffentliche Tanzveranstaltungen dürfen Jugendliche erst ab 16 Jahren ohne erwachsene Begleitung besuchen, und das nur bis 24 Uhr.

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