Pianist spielt aus seinem Repertoire und gibt „Lehrstunde“ in klassischer Musik

Wünsch‘ dir was mit Frantz in der Varreler Gutsscheune

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Hat in Stuhr eine richtige Fan-Gemeinde: Justus Frantz, Pianist, Dirigent und Weltreisender in Sachen Musik und Völkerverständigung spielt in der Varreler Gutsscheune Publikumswünsche aus seinem reichhaltigen Repertoire.

Varrel - Von Rainer Jysch. Zu seinem vorläufig letzten Klavierabend in Stuhr war Justus Frantz am Donnerstag in die Varreler Gutsscheune gekommen. Sein vielfältiges Engagement in der klassischen Musik und der Völkerverständigung verlangten ihm viel Zeit ab, wie er sein Publikum wissen ließ. So sei er demnächst in Richtung China unterwegs, um dort mit einem Friedensorchester auf Tournee zu gehen. Erst vor zwei Tagen sei er begeistert und inspiriert aus Israel zurückgekommen, wo er gemeinsam mit deutschen und israelischen Musikern Konzerte gegeben habe.

Justus Frantz, der Mitte Mai seinen 71. Geburtstag feierte, spielte auf dem Gut Stücke, die sich das Publikum vorab aus einer Liste ausgesucht hatte. Werke von Mozart, Chopin, Beethoven und Brahms standen zur Auswahl.

Das erste Lied, das Frantz am Flügel vorstellte, stammt aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart. Das als „Reisesonate F-Dur“ bezeichnete Werk in drei Sätzen hatte der Komponist in jungen Jahren geschaffen. „Es gilt als Mozarts Aufbruch in die eigene Unabhängigkeit“, erzählte Frantz, der seine Klavierdarbietungen fortwährend mit Informationen ergänzte.

So auch beim zweiten Stück, der A-Dur-Sonate, die Mozart nach dem Tode seiner Mutter als musikalischen Grabstein komponiert haben soll. „Er fühlte sich mitschuldig an ihrem Tod“, erläuterte Frantz die Entstehungsgeschichte.

Dass der Pianist seine meisterlichen Klavierkünste mit Erklärungen und Musikbeispielen unterlegte, ließen das Konzert zu einem ausgesprochen unterhaltsamen und lehrreichen Abend für Genießer werden. Für die Zeit nach der Pause kündigte Frantz einige Werke von Chopin an. „Und die ,Etudes opus 10‘ kann ich ja vorziehen“, sagte er. „Es ist schon fast eine Tradition, dass ich eine Zugabe vor der Pause spiele.“

Charmant und ausgesprochen kommunikativ ging Justus Frantz auch in den zweiten Teil des Wunschkonzerts. Die bereits angekündigten Werke von Chopin erklangen zum Schein der Abendsonne, die durch die Scheunenfenster den Saal mit Licht flutete und einen optischen Akzent zur wunderschönen Musik setzte. Der vom Publikum gewünschten „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven stellte Frantz erklärende Anspiele aus den drei Sätzen voran. Beethoven wurde durch den Tod eines jüngeren Freundes zu der schicksalshaften Sonate inspiriert, sagte Frantz. „Das Stück heißt eigentlich ,Cis-moll-Sonate‘, und ich habe noch nicht festgestellt, was daran Mondschein ist“, sagte er scherzend.

Justus Frantz schloss sein Klavierkonzert mit Frederic Chopins „Fantaisie Impromptu“. Mit starkem Beifall und stehenden Ovationen verabschiedeten die rund 150 begeisterten Zuhörer den beliebten Pianisten.

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