Beate Recker erklärt, warum Eigenlob stimmt

Personaltrainerin zum Weltfrauentag: „Raus aus der Opferrolle“

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Beate Recker (rechts) mit Seminarteilnehmerinnen sowie Nicole Feldmann-Paske und Silja Ostermann (v.l. hinten).

Stuhr - Von Anke Seidel. Eigenlob stinkt? Von wegen, sagt die Personal-Trainerin Beate Recker, die sich als „Erfolgsbeschleunigerin“ versteht. Unmissverständlich hat sie gestern am Weltfrauentag elf Seminarteilnehmerinnen in Stuhr ihre Botschaft vermittelt: „Eigenlob stimmt!“ Denn die eigenen Fähigkeiten wertzuschätzen, ist elementar für das Selbstwertgefühl – und das wiederum ein Erfolgsfaktor im Berufsleben.

Silja Ostermann, Leiterin der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft beim Landkreis Diepholz, hat dieses Seminar gemeinsam mit der Frauenbeauftragten Nicole Feldmann-Paske in Stuhr im Frauentreff „Sie(h)da“ organisiert – eines von insgesamt 18 Angeboten in diesem Halbjahr, die Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen spürbar bessere Chancen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz verschaffen sollen.

Kompetenzen entdecken, Zeit- und Selbstmanagement, Stellensuche, Umgang mit der „inneren Kritikerin“ und mehr: Von den bisher fünf Seminaren haben schon 39 Frauen profitiert, so Silja Ostermann. Darunter 26, die ihren 50. Geburtstag bereits gefeiert haben oder in Kürze feiern werden. Frauen, die wieder in das Berufsleben einsteigen möchten – auch, um ihre Rentenansprüche zu verbessern.

„Der innere Schweinehund der Frau hat Abitur“

Eines erleben Silja Ostermann und Nicole Feldmann-Paske immer wieder: Frauen und Mütter, die das Familienleben mit all seinen Herausforderungen erfolgreich gestaltet haben, aber felsenfest überzeugt sind: „Ich kann doch gar nichts...“ Sprich Frauen, die ihre eigenen Stärken nicht wahrnehmen oder herunterspielen – und dieses Verhalten nicht überwinden können. Beate Recker formuliert das so: „Der innere Schweinehund der Frau hat Abitur.“ Sie zeigt den Seminarteilnehmerinnen, wie sie genau den in seine Schranken weisen und Selbstvertrauen gewinnen. Dazu braucht frau einen inneren Perspektivwechsel: „Raus aus der Opferrolle“, fordert Beate Recker – und präsentiert eine Nackenrolle mit Opfer-Aufschrift. Ein greif- und fühlbares Bild: Die Opferrolle ist zwar bequem, aber ein erfüllendes Leben ist in dieser Position nicht möglich.

Und was muss frau dafür entwickeln? „Das Selbstwertgefühl spielt eine wichtige Rolle bei Verhandlungen“, erklärt die Personaltrainerin – und ermuntert ihre Zuhörerinnen, nicht alles hinzunehmen und auszuhalten: „Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.“

Klare Ziele zu verfolgen

Temperamentvoll vermittelt die „Erfolgsbeschleunigerin“ ihren Zuhörerinnen eine wichtige Strategie: „Raus aus der Rechtfertigungsrolle – hin zu einer einflussreichen Kommunikation!“ Wer mit Selbstvertrauen, Humor und Witz die Gesprächsfäden in der Hand hält, hat gute Karten – braucht aber noch eine weitere Fähigkeit: „Ganz klar ,Nein’ und ganz klar ,Ja’ sagen“ statt jammernd und sich selbst bedauernd immer wieder Rückzieher zu machen. Will heißen: Klare Ziele zu verfolgen und den damit unweigerlich verbundenen Aufwand willig zu akzeptieren.

Silja Ostermann weiß, dass solche Fähigkeiten immer wieder trainiert werden müssen. Deshalb hat die Koordinierungsstelle den „Nicht-nur-Mutter-Tag“ konzipiert: Einen Info-Vormittag mit Stilberatung, Visagistin und Friseur. Denn die Vorzüge der eigenen Persönlichkeit optisch zur Geltung zu bringen, fördert das Selbstbewusstsein genauso. Festgehalten wird das neue Erscheinungsbild auf Bewerbungsfotos. Außerdem können sich die Frauen in „Bewerbungsgesprächen“ mit Firmenvertretern beweisen – konkret am 30. Mai von 8.30 bis 13.30 Uhr im Diepholzer Rathaus.

Weitere Infos über die Koordinierungsstelle und ihr Programm gibt es hier.

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