Wenn Lebenszeit im Stau flöten geht

„Alarmierender Trend“: Etliche Menschen aus dem Landkreis Diepholz pendeln regelmäßig nach Bremen

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Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Staus ohne Ende sind die Folge.

Immer mehr Menschen pendeln in Deutschland über eine längere Strecke zu ihrer Arbeitsstelle. Das gilt auch für den Landkreis Diepholz: Die Zahl der Pendler nach Bremen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

Stuhr/Weyhe/Syke - Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Diepholz hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 65.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 29 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis rund 51.000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt, die sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beruft. 

Die Gewerkschaft spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden.“

Pendler nach Bremen sorgen für Staus und volle Züge

Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Diepholz mittlerweile gang und gäbe. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ 

Studie: Auch außerhalb des Landkreises Diepholz gibt es etliche Pendler, die täglich nach Bremen unterwegs sind.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs. Die IG BAU warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. 

Investitionen in Infrastruktur unverzichtbar

Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß.“ Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten. 

Die Pendler-Problematik im Landkreis Diepholz ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

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