Varrel ist ihr „Topf“

Pastorin Eike Fröhlich seit zehn Jahren in der Kirchengemeinde tätig

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Pastorin Eike Fröhlich hält Varrel seit zehn Jahren die Treue, weil sie sich dort nach wie vor rundherum wohlfühlt. 

Varrel - Von Julia Kreykenbohm. Der Liebe wegen kam sie nach Varrel. Und der Liebe wegen will sie bleiben. Nicht nur zu ihrem Mann sondern auch zu ihrer Gemeinde. Fragt man Pastorin Eike Fröhlich nach Varrel, strahlen ihre Augen und sie gerät richtig ein wenig ins Schwärmen: „Die Varreler sind begeisterungsfähig, herzlich und aufgeschlossen“, charakterisiert sie ihre Kirchengemeinde in drei Worten.

Vor zehn Jahren kam sie aus Schleswig-Holstein in den Ort. Gesagt hat ihr Varrel vorher nichts, höchstens mal „vom Durchfahren“. Heute steht sie für das Pressefoto geduldig an der Hecke vor der Kirche und hebt immer mal wieder grüßend die Hand, wenn ein bekanntes Gesicht vorbeikommt, so dass jeder sehen kann: Fröhlich ist angekommen.

Varrel sei anders gewesen, als die Gemeinde Westensee bei Kiel, aus der sie kam. „Die war eher konservativ eingestellt“, erinnert sich die 51-Jährige. Hier sei man tolerant, aufgeschlossen und neugierig. Den leidigen Satz: „Das war schon immer so, und deswegen ändern wir auch nichts“ habe sie in dieser Kirchengemeinde nicht zu hören bekommen. „Da werden neue Ideen gehört und auch umgesetzt.“

In Varrel habe man sie unglaublich herzlich aufgenommen, sie habe sich gleich willkommen gefühlt. Statt ihr Steine in den Weg zu legen, habe man ihr die Türen weit geöffnet. „Es war ein Geschenk.“ Auch ihre Familie fühle sich hier pudelwohl.

Positiver erster Eindruck bestätigt sich immer wieder

Fröhlichs erster positiver Eindruck hat sich über die Jahre noch mehr verfestigt, und sofort fallen ihr mehrere Geschichten dazu ein: „Beim Kirchentag in Bremen, wo wir 500 Gäste in der Schule zu Besuch hatten und den Gottesdienst in der katholischen Kirche abgehalten haben. Damals habe ich erkannt, wie viel Potenzial in der Kirchengemeinde steckt und was möglich ist. Sensationell war es vor rund zwei Jahren, als ich drei Sonntage hintereinander nicht vor Ort sein konnte und am Ende einen Gottesdienst via Skype hielt. Das wäre nicht in jeder Gemeinde möglich gewesen, aber die Varreler haben sich begeistern lassen und das Ganze mitgetragen.“

Ähnlich sei es bei den Erntedankfesten, wo viele helfende Hände zupacken und nicht darauf warten, dass Fröhlich sie anleitet. „Die Leute sehen selber, was getan werden muss und arbeiten selbstständig.“

Fröhlich liebt es, neue Dinge auszuprobieren und auf den Weg zu bringen. So macht es sie glücklich, zu sehen, wie gut sich das Konfi-Camp entwickelt hat oder das Pilgern angenommen wird. Dass sie selber sich einen großen Traum im vergangenen Jahr erfüllen und für drei Monate den Jakobsweg wandern konnte, sei ebenfalls nur gegangen, weil die Gemeinde das mitgemacht habe.

Negatives? - „Fällt mir so spontan nichts ein“

Gibt es denn auch negative Erfahrungen? Fröhlich runzelt nachdenklich die Stirn, schüttelt den Kopf und lächelt: „Fällt mir so spontan nichts ein.“

Und welche Wünsche hat sie für die Zukunft? „Es wäre schön, wenn wir die Zusammenarbeit mit Stuhr zukunftsfähig machen könnten, denn zusammen sind wir einfach stärker. Varrel soll eigenständig bleiben, aber von einer guten Kooperation können sicher beide profitieren.“

Fröhlich möchte Varrel in jedem Fall treu bleiben. „Man sagt, auf jeden Topf passt ein Deckel, und ich finde, der Spruch trifft in diesem Fall auch zu“, sagt sie und lacht. Genauso ergeht es ihr mit ihrem Beruf, der ihr nach wie vor viel Freude macht. Und diese Freude trägt sie auch an ihre Vikare weiter, die sie ausbildet. Was gibt sie ihnen für den Beruf des Pastors mit auf den Weg? „Das wichtigste ist die Freude daran, vom Glauben etwas weiterzugeben, etwas zu gestalten und Freude am Miteinander. Pastorenarbeit ist niemals eine One-Man-Show, sondern immer Teamwork.“

Am 5. November lädt die Pastorin übrigens zu einem kleinen Sektempfang nach dem Gottesdienst um 18 Uhr ein, um auf ihre zehn Jahre in Varrel anzustoßen.

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