Pastorenfamilie Schmidt-Becker zieht von Seckenhausen nach Nordhorn

Sie wechseln die Pfarrstelle, aber nicht den Verein

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Simone Schmidt-Becker und Holger Becker freuen sich auf ihre neue Herausforderung.

Seckenhausen - Die Kisten sind gepackt, bis auf diverse Plakate, die noch an den Wänden im Pfarrhaus hängen. Es sind Fußballplakate, Erinnerungen an bestimmte Spiele oder große Stadion-Momente. Die werden auch bald verschwinden, denn der Umzug der Pastorenfamilie Schmidt-Becker steht kurz bevor: Für Sonntag, 15 Uhr, ist die offizielle Verabschiedung in der Martin-Luther-Kirche geplant.

Künftig lebt das Ehepaar mit seinen Söhnen Ole (11) und Sören (9) in Nordhorn an der niederländischen Grenze. Dort, im Stadtteil Blanke, tritt Holger Schmidt am 6. September seine neue Pfarrstelle an.

Man muss sich nicht lange mit ihnen unterhalten, um festzustellen: In dieser Familie spielt Fußball eine außergewöhnlich große Rolle. Und die Antwort von Holger Schmidt auf die Frage, welchen Gottesdienst-Moment er aus seinen fast sieben Jahren als Pastor in Seckenhausen am lebendigsten in Erinnerung behält, verwundert wenig. In einer Predigt habe er den Originalkommentar Herbert Zimmermanns vom Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern nachgesprochen und seiner Begeisterung freien Lauf gelassen. „Das ist so eingeschlagen, dass die Leute spontan geklatscht haben. Sowas hatte ich noch nie erlebt.“ Passiert ist das im „Go!Sieben“-Gottesdienst – ein Angebot mit Themen mitten aus dem Leben für Menschen, die eher selten die Kirche besuchen. „Feuerwerk der Gefühle“ hieß das Thema, Schmidts Part war „Pure Lebensfreude“.

Ende 2008 war die Familie nach Seckenhausen gekommen. „Zum 40-jährigen Jubiläum der Kirche“, erinnert sich Simone Schmidt-Becker. „Das ging gleich richtig los mit den ganzen Anekdoten aus der Gemeindegeschichte. Man war sofort mittendrin.“

Das Paar teilte sich zunächst die Pfarrstelle. „Aber das war nicht ganz einfach. Für die Gemeinde nicht, weil es nach außen so aussah, als wären zwei Pastoren immer gleichzeitig für alles zuständig. Und auch für uns als Familie war es unruhig. Im Pfarramt ist ja immer Bewegung, ständig klingelt es, wir waren beide viel unterwegs...“

Also übernahm Holger Schmidt die Stelle in Vollzeit, seine Frau blieb erstmal zu Hause bei den Jungs. „Ich habe eine Fortbildung zur Berufsschulpastorin gemacht und wollte gerne in diesem Bereich wieder einsteigen“, sagt Simone Schmidt-Becker. Aber eine passende Tätigkeit als Theologin fand sich in der Nähe nicht. In Nordhorn schätzt sie ihre Chancen höher ein. Darum der Wechsel.

„Wir freuen uns auf die neue Herausforderung, aber der Abschied fällt uns schon schwer“, räumt Holger Schmidt ein. „Wir waren gerne in Seckenhausen, ein schöner Ort zum Leben. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, die wir zurücklassen müssen.“

Simone Schmidt-Becker werden das Krippenspiel mit den Grundschülern fehlen, „das jedes Jahr so überfüllt war, dass wir zwei Gottesdienste anbieten mussten, und die Taufen im Steller See. Die Täuflinge sind in Badehose ins Wasser gegangen, ich im Talar.“ Sollte sie ihrer Leidenschaft als aktive Fußballerin auch in Nordhorn nachgehen, dann stehe der erste Gegner fest: die Ü-40-Damen der TSG Seckenhausen, für die sie jahrelang aufgelaufen ist.

Die Kinder werden Gonzo, den Nachbarshund, vermissen, der immer die Kirchenglocken anheult. Sie haben viele Freundschaften geschlossen, auf die sie künftig nicht verzichten müssen. Die Familie wird oft in der Gegend sein. „Ich bin aktiv im christlichen Fanclub ,Totale Offensive‘. Und meine Dauerkarte für Werder Bremen behalte ich natürlich“, sagt Holger Schmidt. Er habe schon eine Fahrgemeinschaft organisiert mit Werderfans aus der Kirchengemeinde in Nordhorn.

miu/ah

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