Bauantrag in spätestens 21 Monaten

Ortskern Stuhr: Investorenwettbewerb startet

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Brinkumer Ortskern: Der Startschuss für den Investorenwettbewerb ist gefallen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Das Entwicklungskonzept für den Brinkumer Ortskern haben die Politiker Anfang März verabschiedet. Für den nächsten Schritt, den Investorenwettbewerb, hat die Gemeinde das Hamburger Büro „d&k drost consult“ mit ins Boot geholt.

„Wir sollen den geeigneten Partner finden, der über einen Planungswettbewerb die Grundstücke bespielt“, erklärte Uwe Drost seinen Auftrag am Donnerstagabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Seine Firma sei eine koordinierende Schnittstelle zwischen Bauherrn, Verwaltung und Planern. „Wir sind auf Vergabeverfahren spezialisiert.“

Transparenz ist das höchste Gebot

Welche Nutzung ist in welchem Gebäude vorgesehen? – dazu müssen die potenziellen Investoren ihre Ideen einreichen. „Die werden die Baukörper dahingehend überprüfen, ob die Tiefen und die Flächen ausreichen. Da wird es noch Anpassungen geben“, kündigte Droste an. Der Plan der Gemeinde werde dadurch zwar nicht ad absurdum geführt, aber fortgeschrieben.

Droste strebt eine „wasserdichte Ausschreibung“ an. Die Gemeinde müsse ihre besonderen Anforderungen formulieren. Welchen Nutzungsmix wünscht sie? Welche Bewerbergruppe hat sie im Auge? Ein Höchstmaß an Transparenz sei oberstes Gebot. „Die Kandidaten müssen wissen, wie sie sich bewerben müssen.“

Die Interessenten reichen ihr Nutzungskonzept ein, weisen ihre Referenzen nach und geben ein Kaufangebot ab. „Wir sind in der Lage, unseriöse Angaben zu erkennen“, sagte Droste und nannte beispielhaft die Absicht, auf nur 300 Quadratmetern einen Vollsortimenter einzurichten.

Anzahlung soll Investoren die Wichtigkeit der Vorhaben ins Bewusstsein rufen

Eine Jury mit Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie eventuell externen Planern und Bürgern überprüft die eingereichten Unterlagen. Der ausgewählte Bewerber bekommt das Grundstück anhandgegeben. Soll heißen: Er erhält Zeit, seine Planungen voranzutreiben, ohne den Druck zu verspüren, dass ihm das Projekt von einem anderen Kandidaten entrissen wird. Im Gegenzug muss er sich von vornherein dazu verpflichten, auf eigene Kosten einen Architekturwettbewerb auszurichten und mit demjenigen zusammenzuarbeiten, für den sich die Jury entscheidet.

Zum anderen diktiert die Gemeinde, wann der Bauantrag zu stellen ist, und sie kassiert eine Anzahlung auf das Grundstück. Droste: „Das ist eine Einlage, die die Investoren an ihre Ernsthaftigkeit erinnern soll.“ Sollte der Investor aussteigen, bekomme er die Gebühr nicht erstattet. Wenn der Bauantrag abschließend geregelt sei, fließe der fällige Kaufpreis. 15 bis 21 Monate könnten bis dahin ins Land ziehen, rechnete Droste vor.

„Wir würden sofort an die Arbeit gehen“

SPD-Ratsherr Rolf Meyer sprach von einem „ambitionierten Zeitrahmen“. Grund: Von der ersten Bürgerwerkstatt bis zum Ratsbeschluss über das Konzept seien schon fünf Jahre vergangen. „Sehr gut“ gefiel Ratsherr Gerd-W. Bode besonders ein Satz Drostes: „Wir sehen das hier als Startgespräch und würden sofort mit der Verwaltung an die Arbeit gehen.“ Die Öffentlichkeit würde Droste bei der Auswahl des Investors nicht integrieren. „Zu viele Beteiligungen führen zum Stillstand des Projekts“, weiß er. Informieren würde er die Bürger aber über die Wettbewerbsergebnisse.

Mit Beginn des Architekturwettbewerbs fängt die Gemeinde an, die B-Pläne für den Ortskern Brinkum zu ändern oder neu aufzustellen. Zeitgleich sollen die Gestaltungsplanungen für die im Besitz der Gemeinde befindlichen Flächen (Marktplatz, Verkehrsflächen) starten.

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