26-Jähriger soll über eigenen Shop 49 000 Euro verdient haben / Bruder als Mittäter angeklagt

Online-Drogendealer aus Stuhr vor Gericht

Der Hauptangeklagte beim Prozessauftakt.
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Der Hauptangeklagte beim Prozessauftakt.

Stuhr – Knapp 49 000 Euro soll ein 26 Jahre alter Angeklagter aus Stuhr mit dem Verkauf von Drogen in einem eigens dafür eingerichteten Online-Shop im Internet erlangt haben. Seit Mittwoch muss er sich vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Ebenfalls angeklagt ist sein 28 Jahre alter Bruder. Er soll Beihilfe geleistet haben.

Während der ältere Bruder als freier Mann zum Prozessauftakt kommen konnte, wurde sein Bruder aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Ihm wird der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. 256 Einzelfälle listet die Anklageschrift auf. So viele Bestellungen soll er über seinen Online-Shop „ZeusImperium“ abgewickelt haben, der „ausschließlich dem Verkauf von Betäubungsmitteln dienen sollte“. Bezahlt hätten die Kunden dort mit der Kryptowährung Bitcoin.

Zwischen Januar und April 2018 soll der 26-Jährige 1 917 Gramm Haschisch, 339 Gramm Kokain, 1 054 Pillen Ecstasy, 191 Gramm MDMA, 10 416 Gramm Speed, 234 Gramm Amphetamine und 208 Stück LSD verkauft haben. Noch deutlich mehr hatte er offenbar auf Vorrat.

Ab Mai 2018 saß er in Köln bereits zwei Monate im Knast. Der weitere Tatzeitraum bis 1. August 2018 betrifft Transaktionen verschiedener Konten. Dabei soll auch der Bruder tätig geworden sein.

Beim Prozessauftakt hatten die Angeklagten noch keine Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, signalisiert wurde aber im Vorfeld des Prozesses eine Bereitschaft zu Geständnissen. Im Gegenzug haben Gericht und Staatsanwaltschaft ihre Strafvorstellungen benannt. Der 28-Jährige kann auf eine maximal einjährige Bewährungsstrafe hoffen. Den vorbestraften Bruder erwarten zwischen fünf und fünfeinhalb Jahre Haft. Geprüft wird bei ihm, ob die Vorraussetzungen für die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt vorliegen.

Zur Sprache kam beim Prozess auch eine weitere Anklage im Bereich Betrug und Computerbetrug. Das Verfahren sei vom Amtsgericht Syke abgegeben worden, weil bei einer Straferwartung von mehr als vier Jahren das Landgericht zuständig ist. Die Anklage liegt bei einer anderen Kammer, die den Ausgang des jetzt gestarteten Prozesses erst abwarten will. Vielleicht wird dieses zweite Verfahren dann eingestellt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Wiebke Bruns

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