Tag der offenen Tür in Stuhr: Kinder schlüpfen in die Rollen der Brandbekämpfer und testen die Spezialausrüstung

Lenken wie ein richtiger Feuerwehrmann

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Ole kann noch nicht über den Lenker hinübersehen.

Stuhr - Von Angelika Kratz. Mit ganz besonderen Schwierigkeiten hatte gestern der Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Stuhr zu kämpfen. Zum einen zog am frühen Morgen eine gewaltige Gewitterfront über die hiesige Gegend. Zum anderen ertönte plötzlich das Martinshorn eines Löschfahrzeugs: Neun Feuerwehrmänner samt Moderator zogen sich im Laufschritt an und stiegen in Windeseile ein. Was zunächst wie ein simulierter Ernstfall aussah, war Realität und zeigte den Besuchern einen kontrollierten Start zu einem Einsatzort. Ein Blitz hatte in einen Dachstuhl eingeschlagen. Der Einsatz dauerte nicht lange. Deshalb konnte das Löschfahrzeug 16 schnell wieder einparken.

Aufgefahren hatten die Brandschützer nicht nur ihren eigenen Fuhrpark. Auch die anderen der insgesamt sechs Ortswehren der Gemeinde Stuhr zeigten ihre Spezialausrüstung. Cord Wührmann sprang durch den Einsatz plötzlich in die Rolle des Moderators und beantwortete auch ohne Mikrofon viele Fragen. Ihm lag es besonders am Herzen die Bereitschaft zum Helfen an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr zu betonen. „Im Gegensatz zur Berufswehr kommen die Kameradinnen und Kameraden von einer Minute auf die andere aus ihrem alltäglichen Leben zur freiwilligen Rettung.“

Bestens funktioniere das System der Ortswehren in der Gemeinde Stuhr durch ihre Spezialisierung. Die Stuhrer sind hinsichtlich ihrer Ausstattung für große Brände zuständig, und die Brinkumer mit imposanter Drehleitung für die Höhenrettung.

Die Groß Mackenstedter Wehr besitzt einen Rüstwagen für technische Hilfeleistung, was besonders bei Einsätzen auf der nahe gelegenen Autobahn wichtig ist. In Heiligenrode steht die Logistik mit einem Gerätewagen, in Seckenhausen ein Be- und Entlüfter, und in Fahrenhorst ist ein Einsatzleitfahrer zu finden. „Wichtig ist die Zusammenarbeit, und die funktioniert bestens“, freut sich Cord Wührmann sicherlich ganz im Sinne aller Stuhrer Bürger.

Viel Mühe hatten sich alle Kameraden auch hinsichtlich Unterhaltungsprogramms für den Nachwuchs gegeben. Der durfte in die Fahrzeuge klettern, das Lenkrad wie ein richtiger Feuerwehrmann in die Hand nehmen und fiktives Feuer mit „echtem“ Wasser löschen.

Im Hause konnten die Besucher sämtliche Ausrüstungen für unterschiedliche Gefahreneinsätze inspizieren und einen Film über die Ausbildung anschauen. Das Kasperletheater mit handgeschriebenen Stücken der Jugendfeuerwehr erfreute mehrmals am Tag die Allerkleinsten, und auf der Hüpfburg ging es gewaltig zwischen den einzelnen Gewittern zur Sache.

„Haltet euch die Ohren zu“, warnte Cord Wührmann bei der Explosion einer Sprayflasche. Mächtiges Staunen rief ein Glas Wasser hervor, das die Feuerwehr auf brennendes Öl goss. Es loderte eine gewaltige Stichflamme auf. Kenntnisse um die eigene Sicherheit konnten in keiner Altersklasse schaden.

Für Essen und Trinken war am alle zwei Jahre stattfindenden Tag der offenen Tür mit einem reichen Tortenbuffet und leckerer Bratwurst gesorgt. Bis zum frühen Abend zog der Besucherstrom auf dem Siguldaer Platz hinter dem Rathaus bei zunehmend freundlicher Wetterlage nicht ab.

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