Baustelle bei Brinkum

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

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Die Ochtum-Brücke im Verlauf der A1 war marode. Der Neubau sollte bereits Ende 2019 abgeschlossen sein.
  • Marvin Köhnken
    vonMarvin Köhnken
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Die Autobahn zwischen dem Dreieck Stuhr und Bremen-Brinkum war über Jahre hinweg ein Nadelöhr, nun ändert sich das - zumindest bis auf Weiteres.

Update vom 30. Juni 2020: Im Zuge des Ersatzneubaus der Ochtumbrücke wurden kürzlich die Restarbeiten im Mittelstreifen der A1 fertiggestellt. Der Verkehr zwischen Dreieck Stuhr und Bremen/Brinkum wird nun nach Fertigstellung der von der Deges verantworteten Baumaßnahme wieder mit jeweils drei Fahrstreifen je Richtung freigegeben. Das geht aus einer Mitteilung der Pressestelle des Bremer Senats hervor. Damit enden mehrere Jahre, in denen es unter anderem wegen des Neubaus der Ochtumbrücke zu Staus und Unfällen gekommen ist.

Wegen des optimierten Bauablaufs könne die Freigabe pünktlich zum anstehenden Ferienverkehr erfolgen. Ab Dienstag stehen am Rand von Bremen wieder drei Fahrstreifen in Richtung Osnabrück und weiterhin zwei Fahrstreifen in Richtung Hamburg zur Verfügung. In Fahrtrichtung Hamburg erfolge die Umlegung des Verkehrs in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Dann seien wieder alle sechs Fahrstreifen verfügbar.

Die Autobahn 1 ist mit etwa 100.000 Fahrzeugen pro 24 Stunden eine der meistbefahrenen Autobahnen im Norden Deutschlands und die wesentliche Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der norddeutschen Küste. Der Baubeginn für den Ersatzneubau der Ochtumbrücke erfolgte im August 2018. Die Projektkosten in Höhe von rund acht Millionen Euro trägt der Bund.

Originalartikel vom 10. September 2018: Die Autobahn 1 zwischen Arsten und dem Dreieck Stuhr bleibt auch nach Abschluss der aktuell laufenden Arbeiten bis Ende 2019 auf vier Spuren verengt. Obwohl die Fahrbahn zwischen Bremen und Groß Ippener im Dezember 2018 komplett erneuert sein soll, bleibt der seit dem Frühjahr 2017 nahezu durchgängig bestehende Engpass bei Brinkum wegen des Neubaus der Ochtum-Brücke bestehen. Inklusive Staus und Unfallgefahr.

In beide Richtungen stehen dann jeweils weiterhin nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Das teilte Jörn Kück von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und baugesellschaft) auf Nachfrage von kreiszeitung.de mit. Die aktuelle Verkehrsführung bleibe bestehen und könne für den ersten Teil der Abriss- und Aufbauarbeiten genutzt werden.

Für Autofahrer, die die A1 im Süden Bremens nutzen, verringert sich also die Strecke, auf der weniger Fahrstreifen zur Verfügung stehen, dann allerdings nur noch zwischen Arsten und dem Stuhrer Dreieck.

Im Norden beginnt die Beeinträchtigung auf Höhe des Parkplatzes Ahlken, im Süden beginnt die veränderte Verkehrsführung zwischen der Anschlussstelle Brinkum und dem Autobahndreieck Stuhr. Die Gesamtlänge beträgt demnach rund vier Kilometer.

Völlige Neuplanung bei Ausbau auf acht Spuren

Im Verlauf der Bauarbeiten werde die Baustelle noch einmal die Autobahn-Seite wechseln: Der Verkehr müsse für die Arbeit an der zweiten Brückenhälfte irgendwann noch einmal auf die sich derzeit in Bau befindliche Strecke in Richtung Osnabrück geleitet werden. Wann genau das der Fall sein wird, könne die Deges erst nach Absprache mit dem verantwortlichen Bauunternehmen bekanntgeben, sagte Kück.

Dass die Arbeiten erst jetzt begonnen haben und nicht zeitgleich mit der übrigen Baustelle erfolgen konnten, habe mit dem langen Planfeststellungsverfahren zu tun, dessen Abschluss einige Monate in Anspruch genommen habe, sagte Kück. 

Stau rund um Bremen: Dieses Bild wird den Autofahrern noch erhalten bleiben.

Grund dafür sei, dass die Brücke nicht baugleich ersetzt werden kann, sondern bereits für eine mögliche Verbreiterung der A1 auf acht Fahrstreifen ausgelegt sein muss. Anstatt auf ein bestehendes Verfahren aufzubauen, mussten die Planungen unter anderem mit Blick auf zusätzliche Lärmbelastungen und Beeinträchtigungen des Naturschutzes an der Ochtum neu gestartet werden.

Baumängel bereits 2014 festgestellt

Dass die Ochtum-Brücke marode ist und ersetzt werden muss, wurde wiederum im Rahmen einer regelmäßig durchgeführten Kontrolle des Bremer Amts für Straßenbau und Verkehr im Jahr 2014 festgestellt. „Schwere Schäden bis hin zum teilweisen Versagen des Tragwerks können jederzeit auftreten“, hieß es als Begründung für die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus und das damit verbundene Planfeststellungsverfahren.

Im Oktober 2017 ging die Stadt Bremen noch davon aus, die Arbeiten an der Brücke „mit sofortigem Baubeginn“ mehr oder weniger zeitgleich mit der Fahrbahnerneuerung abschließen zu können und die weitere Belastung für die Nutzer der A1 auf ein Minimum zu reduzieren.

Doch aufgrund der grenznahen Lage der Brücke zwischen Niedersachsen und Bremen musste das Planfeststellungsverfahren in beiden Bundesländern durchgeführt werden. Dieser langwierige Prozess führte maßgeblich zu der langen Verzögerung und zu einem weiteren Jahr voller Staus auf der A1 rund um Bremen.

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