Notfalls mit Händen und Füßen

Traditioneller Jugendaustausch mit Ecommoy wird diese Woche fortgesetzt

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Mit müden Augen, aber erwartungsfroh treffen die Gäste ein.

Stuhr - Von Angelika Kratz. „Wie ist dein Französisch?“, wurde in der Warteschleife auf den Bus mit den Gästen aus Ecommoy hinterfragt. „Null“ lautete die ehrliche Antwort eines deutschen Gastgebers.

Doch das spielte keine Rolle. Denn seit 1980 gibt es im Stuhrer Rathaus den Willkommensspruch „Vive làmitie franco-allemande“, der im zweijährlichen Wechsel zwischen Ecommoy und Stuhr mit vielen herzlichen Umarmungen und längst gewachsenen Freundschaften bestätigt wird.

Stefan Hoyer und sein Komitee des erfreulich lebendigen Jugendaustauschs hatten sich zur Erkennung einheitliche Jacken mit Namen zugelegt. Dazu passten Buttons und Armbändern für alle Teilnehmer aus Frankreich. Im Bus saßen schließlich 60 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren und ihre Betreuer. Für die kommende, sehr abwechslungsreiche Woche wurden sie in Gastfamilien des FTSV Jahn, des BSV Brinkum und des Brinkumer Schützenvereins untergebracht.

Viele kannten sich schon von vorherigen Begegnungen, etwas kribbelig waren die Erstlinge.

„Der Bus ist gerade von der Autobahn runter und kommt gleich“, verkündete Stefan Hoyer. „Das kenne ich so von den Franzosen“, und schließlich saß ja auch sein Freund Philipp Breton den größten Teil der Strecke am Steuer des Busses. Der bewies seine Fahrkunst beim Einparken auf dem dicht besetzten Platz vor dem Rathaus. Szenenapplaus gab es für die gekonnte Leistung.

„Ca vas, très bien, salut“ nahm sich die ältere Fraktion herzlich in die Arme. Die Jugendlichen hatten sich kleine französische Fahnen auf die Wangen gemalt und standen abwartend in der bunten Gruppe. Das Gewusel wurde im Rathaus von Stuhrs stellvertretenden Bürgermeisterin Sigrid Rother begrüßt. Sie freute sich über die lebendige Freundschaft mit bislang über 1 600 Besuchern in den vergangenen 37 Jahren und dem damit verbundenem Wissen, Frieden und Freiheit mit Leben zu erfüllen. Ihr Dank richtete sich an die Gastgeber und Organisatoren, die wieder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt haben. Sportliches, Jugenddisco, der Heidepark, Bowlen, Luftgewehr, Schwarzlicht-Minigolf und Shopping mit vielen privaten Ausflügen stehen in der kommenden Woche auf dem Programm.

Mit kleinen müden Augen waren die französischen Gäste angekommen und mit kleinen müden Augen sollen sie auch hinsichtlich der vielen Eindrücke wieder abfahren, versprach Stefan Hoyer.

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