Verein will Kontakt zum Gast aufnehmen

Ein „tankender“ Norweger macht Stuhrer Schützen berühmt

Brinkum - „Sagt mal, habt ihr gelesen, dass am Samstag ein Norweger auf der Autobahn in Arsten liegengeblieben ist, mit dem Rad Benzin holen wollte, stattdessen bei euch auf dem Schützenfest gelandet ist und dort mitgefeiert hat?“ Auf diese Frage hin haben die Schützen aus Stuhr am Sonntagmorgen erstmal nur ungläubig den Kopf geschüttelt: „So ein Quatsch!“ Als kurz darauf die Pressemitteilung der Polizei veröffentlicht wurde, mussten sie jedoch feststellen: War wohl doch kein Quatsch.

Dann ging es erst richtig los. Mehrere Zeitungen fanden die Geschichte sehr kurios und meldeten sich bei den Schützen, weil sie gern berichten wollten. Pressesprecher Alexander Carapinha Hesse freute das: „Es war schön, dass ein Fremder unserem Schützenfest solche Aufmerksamkeit bescherte.“ Da kam der Wunsch auf, den norwegischen Gast ausfindig zu machen und ihm dafür zu danken. 

„Montagmorgen schickten wir eine Pressemitteilung los, in der wir nach ihm suchten. Abends hatte ich eine unbekannte Nummer im Display.“ Diese kam aus Norwegen und gegen 23.30 Uhr telefonierte Hesse mit einem Redakteur der Zeitung Dagbladet. Diese veröffentlichte die Geschichte – die medial hohe Wellen schlug: Zeitungen – deutsche und norwegische – Radio- und Fernsehsender: alle wollten die Schützen aus Stuhr.

Medien machen Mann ausfindig

Die Berichterstattung hat nun Früchte getragen. Durch die Kooperation der deutschen und norwegischen Medien konnte der Mann ausfindig gemacht werden, der in seinem Heimatort wohl recht bekannt ist. Das Dagbladet hat den Schützen nun Name und Nummer zukommen lassen, und die Stuhrer sind auch fest entschlossen, sich zu melden, dem Mann einen Präsentkorb und einen Orden zu überreichen und – wenn er denn Interesse hat – ihn zum nächsten Schützenfest einzuladen. Diesmal auch gern mit seiner Frau, denn die hatte er in dem liegengebliebenen Auto auf der Autobahn zurückgelassen.

Dass er allerdings auf dem Schützenfest Bier statt des benötigten Sprit an einer Tankstelle gekauft hat, soll der Norweger in einem bereits erschienenen anonymen Interview abgestritten haben. Er habe sich lediglich auf den Schützenplatz verirrt und den Weg nicht zurückgefunden. Ob diese Geschichte stimmt, weiß wohl nur er, aber vielleicht erfahren die Stuhrer die Wahrheit ja, wenn sie mit ihm Kontakt aufnehmen. Damit wollen die Schützen aber noch etwas warten, bis „wieder Ruhe eingekehrt ist“, sagt Hesse. Man wolle dem Mann, der dem Schützenfest zu einer gewissen Berühmtheit verholfen hat, ja nichts Böses, sondern nur Danke sagen. 

juk

Rubriklistenbild: © dpa

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