Bürgermeisterwahl am 26. Mai

André Uzulis: Ein politisch Denkender mit Vision von Stuhr

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Vier Liberale, darunter ein Bürgermeisterkandidat: (v.l.) Fraktionsvorsitzender Alexander Carapinha Hesse, Bewerber André Uzulis, Ratsherr Jürgen Timm und Ortsverbandschef Jan-Alfred Meyer-Diekena.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Bürgermeister in Stuhr: Für André Uzulis wäre das nach eigener Auskunft der Idealfall, denn: „Es zieht mich in meine niedersächsische Heimat zurück“, sagt er. Die erste Hürde hat der 54-Jährige am Montagabend genommen, als ihn der FDP-Ortsverband in einer Mitgliederversammlung zu seinem Kandidaten für das Amt des Verwaltungschefs nominierte, und zwar einstimmig. „Es war mir wichtig, dass ich die volle Rückendeckung habe“, sagt er.

Bis zu seinem 28. Lebensjahr hat Uzulis in Niedersachsen gelebt. Es folgte ein buntes Berufsleben, das den Journalisten und Historiker auch ins Ausland führte (siehe Infokasten).

Aktuell wohnt er in Wiesbaden und arbeitet als Pressesprecher der FDP im hessischen Landtag. Er sei dem Norden aber nach wie vor verbunden, zumal seine Schwester im Oldenburger Land lebe. „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt.“

Uzulis war in dem bundesweiten Newsletter der Liberalen auf die Ausschreibung der Stuhrer FDP gestoßen. Davon habe er sich sofort angesprochen gefühlt. Spätestens nach dem Gespräch mit der örtlichen FDP-Spitze stand für ihn fest: „Das passt.“ Da habe er den Wunsch verspürt, sich in Stuhr zu engagieren. „Ich gehe meine Kandidatur mit Freude, Motivation und Spannung an.“ Bis auf Brinkum und Ikea habe er bislang zwar nichts von Stuhr gekannt, doch das ändere sich gerade. Er sei dabei, die „Gemeindethematik“ kennenzulernen.

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Ob er auch ohne Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit der richtige Mann für Stuhr wäre? Daran lässt Uzulis keinen Zweifel. In seinem Berufsleben sei er immer wieder neue Dinge angegangen. „Ich habe mich immer schnell in Themen eingearbeitet und gehe davon aus, dass ich mich auch hier schnell einarbeite.“

Ein Bürgermeister müsse Offenheit und Interesse an Menschen mitbringen sowie Neugier und die Fähigkeit zu kommunizieren, sagt Uzulis. Dies treffe auf ihn zu. Er habe großen Respekt vor diesem Amt, es bedeute eine große Verantwortung, in dem Dreieck Verwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister tätig zu sein. „Doch ein Bürgermeister muss nicht unbedingt ein Verwaltungsexperte sein. Es ist wichtig, dass er den Willen hat zu gestalten.“

Bürgermeister muss kein Verwaltungsprofi sein

Uzulis bezeichnet sich selbst als jemanden, der politisch denkt und politische Inhalte transportiert. „So verstehe ich auch das Amt des Bürgermeisters.“

Ortsverbandschef Jan-Alfred Meyer-Diekena macht darauf aufmerksam, dass es bereits genügend Profis in der Verwaltung gebe. Er nennt den Ersten Gemeinderat Ulrich Richter und den Justiziar Lutz Gärner als Beispiele. Da müsse der Bürgermeister nicht allein ein Verwaltungsprofi sein. Laut FDP-Ratsherr Jürgen Timm haben die Liberalen „präzise nach einer Persönlichkeit gesucht, die den Blick von außen auf das Geschehen hat“.

Für Uzulis kommt es auf eine gute Mischung von Menschen an, „die in einer Organisation verwoben sind, und die von außen kommen und einen frischen Blick mitbringen“. In seiner Zeit als Lokaljournalist habe er fähige Verwaltungen kennengelernt. Darauf werde ich mich verlassen.“

Engagement für frühkindliche Bildung

Als sein Herzensthema bezeichnet Uzulis die frühkindliche Bildung. Kitas seien für ihn Lernorte und Wurzeln der Integration. Letztere sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir auf jede Kommune herunterbrechen müssen“. Zudem wolle er sich besonders für die Digitalisierung - „das Thema unserer Zeit auf jeder Verwaltungsebene“ - und die Wirtschaftspolitik einsetzen. Dazu hat er bereits eine deutliche Meinung: „Stuhr braucht weitere Gewerbegebiete, um seinen Wohlstand auch in der Zukunft zu behalten.“

Sollte er Bürgermeister werden, werde er auf jeden Fall nach Stuhr ziehen. „Das ist eine totale Selbstverständlichkeit. Das habe ich in meinem Leben immer so gehandhabt. Man ist Teil des ganzen, positiv wie negativ.“ Er trete zwar als FDP-Kandidat an, wolle aber ein Bürgermeister für alle Bürger sein. Seine Mission gehe über die der FDP hinaus.

„Uns war wichtig, dass wir mit Uzulis jemanden haben, der eine Vision von Stuhr mitbringt“, sagt Meyer-Diekena. Wie die aussieht? Uzulis: „Ich habe eine Vision von einem Stuhr, in dem die Menschen gerne leben und arbeiten.“ Darunter müsse man alles subsumieren. Er bringe kein Patentrezept mit, sondern wolle eruieren, wo der Schuh drückt. „Zuhören und informieren werden jetzt die Hauptaufgaben sein.“

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