Werksverkauf an der Harpstedter Straße liegt jetzt in jungen Händen

Neustart für Kiki Kindermoden am alten Standort

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Firmenchef Julian Kohlsdorfer mit seiner Filialleiterin Leonie Ruetz (l.) und der Mitarbeiterin Birthe Rößler.

Gr. Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Erst Insolvenz, dann Übergangslösungen: Nach einer bewegten Geschichte hat Kiki Kindermoden jetzt einen Neustart hingelegt. Der Werksverkauf an der Harpstedter Straße in Groß Mackenstedt liegt seit einigen Wochen in den Händen von Firmenchef Julian Kohlsdorfer und Filialleiterin Leonie Ruetz.

Die Neueröffnung habe sich gelohnt, sagt Ruetz. „Wir haben schon etwas erwirtschaftet. Groß Mackenstedt ist trotz allem ein guter Standort.“

Unter hohem Wettbewerbsdruck gelitten

„Trotz allem“ – damit spielt Leonie Ruetz auf die Zeit seit September vergangenen Jahres an. Zunächst musste Kiki Kindermoden mit seinen bundesweit 65 Filialen in die Insolvenz gehen. Insolvenzverwalter Christian Willmer führte die finanzielle Schieflage auf Umsatzrückgänge wegen des hohen Wettbewerbsdrucks und der Verlagerung des Kaufverhaltens hin zum Online-Handel zurück. Anfang Dezember übernahm die Bremer Bührmann-Gruppe 31 Filialen des Kindermode-Unternehmens, zusätzlich liefen elf als eigenständige Franchise-Stores weiter.

Kurze Zeit später zeichnete die Firma Trend Outlet Sale and Events nach Auskunft ihres Chefs Oliver Maronna für zehn Standorte verantwortlich, darunter für den Werksverkauf in Stuhr. Die Veranstaltungsfirma aus Süddeutschland ist unter anderem auf günstige Sonderverkäufe im Textil- und Schuhmarkt spezialisiert. Bei ihr war Kohlsdorfer als „Area Manager“ tätig. „Er war erster Ansprechpartner für die Läden“, sagt Maronna. Als dieser sich aus „strategischen Gründen“ zum 1. April von dem Standort Groß Mackenstedt trennte, machte sich Kohlsdorfer damit selbstständig. Er übernahm auch eine Filiale in Berlin. In beiden Läden beschäftigt er insgesamt elf Mitarbeiter.

Lehren aus der Insolvenz

„Ich komme aus Stuhr und dachte mir, dass es schön wäre, wenn man das Geschäft weiterführen würde“, sagt der erst 27-jährige Kohlsdorfer. Er kenne sich lokal aus und habe in diesem Schritt die Möglichkeit gesehen, sich zu etablieren.

Kindermode im mittel- bis hochpreisigen Segment bezeichnet Kohlsdorfer als Nischenmarkt, als „schwieriges Thema im Einzelhandel“. Doch der Anfang macht Kohlsdorfer Mut, sein Resümee ist positiv. Laut Leonie Ruetz (30) gibt es genügend Eltern, die noch nicht auf der Billigmarkt-Schiene angekommen sind.

Was läuft anders als vor der Insolvenz? „Wir haben uns breiter aufgestellt und social media für uns erschlossen. Auf das Internet hat man hier früher nicht gesetzt“, sagt Kohlsdorfer. Darüber hinaus wollen er und die aus Heiligenrode stammende Ruetz Service groß schreiben. Die Kunden können sich zum Beispiel am Telefon beraten lassen und auf diesem Weg Ware ordern. Was nicht gefällt, können sie zurückschicken – so wie es viele bereits von Lieferando gewohnt sind. Online-Bestellungen soll es später ebenfalls geben.

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