Jugendliche aus Alcalá de Guadaira sind erstmals in Gastfamilien untergebracht

Neugier auf die deutsche Sprache und Kultur

Die Freundschaft zwischen Stuhr und dem spanischen Alcalá de Guadaira lebt. Das demonstrieren spanische Jugendliche mit ihren Begleitern und Vertreter des Rathauses.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Seit gestern weiß Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier, wie sein Job auf Spanisch heißt: concejal de economía y relación con los medios. So jedenfalls hat es Carmen Beatric Sánchez übersetzt, die gemeinsam mit Esther Moreno zehn spanische Jugendliche der Schule IES Cristóbal de Monroy in Alcalá de Guadaira während ihres Aufenthalts in Stuhr betreut. Der Austausch hat am späten Dienstagabend mit der Ankunft der Gruppe am Bremer Flughafen begonnen und dauert eine Woche.

Wie Verwaltungsmitarbeiter Hans Schüler während des Empfangs im Rathaus betonte, geht der Besuch gleich mit zwei Premieren einher: Erstmals sind die Spanier in Stuhrer Familien untergebracht, und der Gegenbesuch ihrer Gastgeber geht noch in diesem Jahr über die Bühne. Er ist für die Zeit vom 3. bis 10. Oktober geplant.

Die Mädchen und Jungen sind 16 und 17 Jahre alt, sie wollen nach eigener Auskunft die deutsche Sprache und Kultur kennenlernen. „Sie bringen eine große Neugier mit, auch auf das Schulsystem und die Bildung hier“, verrät Esther Moreno.

Für ihre Schule äußerte Moreno den Wunsch, die Beziehung zwischen Stuhr und Alcalá neu zu beleben. Dazu zählt auch, die 2015 angeschobenen und in diesem Jahr fortgesetzten Besuche zweier spanischer Praktikanten in Zukunft weiterzuführen (wir berichteten). Vielleicht lasse sich das sogar ausbauen.

Die Jugendlichen jedenfalls können sich alle vorstellen, später einmal in Deutschland ein Praktikum zu absolvieren oder zu arbeiten. Eine entsprechende Nachfrage beantworteten alle spontan mit „si“. Das musste Holger Katenkamp ausnahmsweise nicht ins Deutsche übersetzen. Der in seiner ehemaligen Funktion als Streetworker bekannte Katenkamp hatte am ersten Austausch mit Alcalá im Jahr 1991 teilgenommen.

Wie die Betreuerinnen erklärten, hatten spanische Jugendliche wegen ihrer heimatlichen Verbundenheit früher wenig Möglichkeiten gesucht, das Land zu verlassen. Dies ändere sich zurzeit fundamental. Die neue Generation sei gespannt auf andere Länder und Kulturen, ohne dabei den Kontakt zur Heimat zu verlieren.

Das hat sich auch in dem Interesse an dem Austausch mit Stuhr widergespiegelt: Da es mehr Bewerber als Plätze gab, durften nur die besten Schüler mit. Ihre Englisch-Note und ihre durchschnittliche Leistung in allen Fächern im vergangenen Jahr gaben den Ausschlag.

Die ausgewählte Gruppe hat genügend Gelegenheiten, in die Kultur ihres Gastgeberlandes hineinzuschnuppern. Das Programm beinhaltet unter anderem Aktionen in den Jugendhäusern „NoMoor“ in Moordeich und Haus am Wall in Brinkum, Shopping im Ochtum-Park, eine Stadtführung auf Spanisch in Bremen, eine Wattwanderung zur Insel Neuwerk und natürlich Teilnahmen am Schulunterricht.

Zum Abschluss am Montagabend ist ein Grillen mit allen Gastfamilien am Varreler Gutshaus vorgesehen. Tags darauf geht es zurück in die Heimat, die sie bei einer Temperatur um die 27 Grad verlassen haben.

Zumindest das haben die Spanier in kürzester Zeit bereits erfahren: In Deutschland muss man beim Wetter Abstriche machen – nicht immer, aber manchmal.

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