Moderne Übernahmestation entsteht

„Neues“ Gas für Stuhr und umzu

Wesernetz-Bauleiter Michael Goßmann (links) im Gespräch mit dem Bauleiter des Generalauftragsnehmers Ralf Gottschalk aus Gommern bei Magdeburg. - Foto: Jysch

Brinkum-Nord - Von Rainer Jysch. Für Außenstehende fast unbemerkt lässt die swb-Tochter Wesernetz Bremen in Brinkum-Nord eine neue Übernahmestation für Erdgas errichten. Anfang September 2016 soll die Anlage, die in einem rund 265 Quadratmeter großen, eingeschossigen Neubau untergebracht ist, in Betrieb gehen. Sie ersetzt dann die Technik aus den 1950er-Jahren. Nach Auskunft von Wesernetz steht auch die kommende Umstellung des Brennstoffes von L-Gas (Low-Caloric) auf das energiereichere H-Gas (High-Caloric) im Zusammenhang mit der 2,8 Millionen Euro teuren Investition am Rande der Brinkumer Autobahn.

„Die Umstellung wird erforderlich, weil die Fördermenge des L-Gases, welches im Wesentlichen aus den Niederlanden und Niedersachsen kommt, kontinuierlich sinkt“, hatte die swb im Mai die groß angelegte Maßnahme zur schrittweisen Umstellung auf das norwegische und russische H-Gas angekündigt. Rund 170 000 Erdgas-Abnahmestellen in Bremen und umzu müssen angepasst werden. „Alleine in Stuhr, Weyhe und Thedinghausen sind insgesamt etwa 19 300 Anschlüsse in Haushalten, in der Industrie und im Gewerbe betroffen“, teilt swb-Pressesprecher Christoph Brinkmann mit. Die Vorbereitungen dazu beginnen in diesem Gebiet ab 2018. Ein bis zwei Jahre wird es dann noch dauern, bis das „neue“ Gas zu den Abnehmern strömt.

„In der Brinkumer Übernahmestation erhalten wir den Brennstoff von unserem Gas-Vorlieferanten, der niederländischen ‘Gasunie’, der das Erdgas als Fernleitungsbetreiber in großen Mengen zu uns transportiert“, so Brinkmann. „Wir haben insgesamt acht solcher Stationen. Die in Brinkum ist auf jeden Fall eine der größeren Anlagen und liefert das Gas ins Gewerbegebiet Brinkum-Nord sowie über nachgelagerte Netze auch in andere Teile der Region.“

„Das Gas kommt mit einem hohen Druck von maximal 70 bar an und wird in der Station gemessen, gereinigt, vorgewärmt und schließlich auf 16 bar heruntergeregelt“, erklärt Wesernetz-Bauleiter Michael Goßmann. „Bei diesem Prozess kühlt sich das Gas ab und wird deshalb vorgewärmt, damit die Regeltechnik nicht einfriert“, ergänzt er. „Innerhalb des örtlichen Versorgungsnetzes wird der Druck schrittweise weiter reduziert. Die meisten Gasheizungen brauchen nur 22 Millibar.“

Die Umstellung von L- auf H-Gas verursacht für die Verbraucher laut Wesernetz keine Anschaffungskosten. Stattdessen werden die Aufwendungen über die Netzentgelte auf alle Gaskunden in Deutschland umgelegt. Lediglich im unwahrscheinlichen Fall, dass ein Verbrauchsgerät nicht anzupassen ist, muss der Kunde nach jetzigem Gesetzesstand die Kosten für ein Neugerät selber tragen, heißt es bei Wesernetz. Die höhere Energieeffizienz des H-Gases ändert auch an der Preisgestaltung nichts. „Wir rechnen schon seit längerem den Brennwert in Kilowatt-Stunden ab“, sagt swb-Sprecher Brinkmann. „Allein der Umrechnungsfaktor wird sich ändern.“ Detaillierte Informationen zur Gasumstellung gibt es im Internet.

www.gasumstellung.de

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