Gemeinde beschafft Löschsystem

Feuerwehr Stuhr setzt beim Löschen von E-Autos auf neue Technik

„Coldcut Cobra“ im Einsatz.
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„Coldcut Cobra“ – Neue Technik für die Stuhrer Feuerwehr soll zielgenaue Löschung von Batterien und Brandnestern ermöglichen.

Die Gemeinde Stuhr will einen Kommandowagen samt Löschschneidstrahler beschaffen. Die Ausschreibung hat der Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales am Dienstag auf den Weg gebracht. Zukünftig soll die Feuerwehr damit leichter Batterien von verunfallten E-Autos ablöschen können.

Stuhr – Einstimmig beschlossen: Stuhrs Feuerwehr erhält sein erstes Spezial-Löschfahrzeug für Elektroautos. Der Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales hat das am Dienstag entschieden. Der sogenannte KDOW (Kommandowagen) soll eine maßgeschneiderte Lösung für den Einsatz und Transport von Mannschaften und Anhängerlogistik darstellen, berichtete Ausschussvorsitzende Marliese Brandes.

Konkret soll der allradtaugliche Transporter laut Michaela Schierenbeck, Fachdienst für Verkehr und Feuerwehr, Platz für vier Personen mit der Option zwei weiterer Klappsitze bieten. Genau werde sich das während der weiteren Vergabe und Anpassung des Fahrgestells zeigen. Während der Anfahrt zum Einsatzort sollen sich später zudem zeitgleich zwei Brandbekämpfer die Schutzausrüstung anlegen können.

Doch das Herzstück des Wagens ist der „Coldcut Cobra“, ein mobiles Schneidlöschgerät, wie die Gemeinde vorstellt. Dieser Hochdruckwasser-Strahler ist in erster Linie zum Ablöschen von Fahrzeugbatterien gedacht. Außerdem könne der Kommandowagen mit dem mobilen Löschgerät gezielt Brandnester hinter massiven Wänden und Hindernissen bekämpfen. Das führe zu einem erheblich niedrigeren Löschwasser-Verbrauch. Derweil sei die Finanzierung bereits im Haushaltsentwurf 2021 eingestellt – 150.000 Euro.

Wenn sie die Batterien im Winter in den See werfen, haben sie trotzdem warmes Wasser, so heiß sind die.

Marliese Brandes, Ausschussvorsitzende

Groß Mackenstedts Ortsbrandmeister Thomas Türke merkte an, dass die Gemeinde-Feuerwehr damit „auf gute Weise“ auf die Entwicklung im Bereich Elektrobrandbekämpfung reagiere.

Absehbar werde es auch auf den Stuhrer Straßen mehr Elektrofahrzeuge geben, so eine allgemeine Einschätzung an dem Abend. Aktuell sind 31 306 Fahrzeuge in Stuhr gemeldet, erklärte Schierenbeck. Darunter befinden sich 823 E-Autos oder Hybride. Mit der Zunahme an rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen, steige die Gefahr von Batteriebränden infolge eines Verkehrsunfalls – und die seien bei E-Autos mit erheblichem Aufwand verbunden, da die Batterien lange gekühlt werden müssen.

Den Unterschied in der Brandbekämpfung zwischen Verbrennern und Batterien, erfragte Ratsmitglied Joachim Döpkens (BESSER). Grundsätzlich sei das Ablöschen konventioneller Fahrzeuge (Benzin- und Dieselmotoren) einfacher als E-Autos. „Wenn sie die Batterien im Winter in den See werfen, haben sie trotzdem warmes Wasser, so heiß sind die“, fasste es Brandes zusammen. Soll heißen, die Gefahren der Batterien müssen gebändigt werden, da sie immer wieder anfangen können zu brennen. Das „Coldcut“-System durchtrenne den Kreislauf in der Batterie und unterbinde deren Selbstentzündbarkeit.

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Auf die Frage von Ratsmitglied Jürgen Timm (FDP), wie die Ablöschung eines E-Fahrzeugs organisatorisch abläuft, hieß es von der Gemeinde: Möglich sei bisher das Eintauchen des Fahrzeugs in einen Container voll mit Wasser, das sei aber nicht das Mittel der Wahl, befand Gemeinderätin Bettina Scharrelmann. Sie ergänzte, dass die Gemeinde Stuhr E-Fahrzeuge in der Regel ausbrennen lassen wolle und dann gesichert an einen Ort verbringe. Dort verbleibe der Elektro-Wagen solange, bis die Gefahr einer Selbstentzündung der Fahrzeug-Batterie gebannt sei.

„Coldcut Cobra“ – Neue Technik für die Feuerwehr soll zielgenaue Löschung von Batterien und Brandnestern ermöglichen.

Ratsmitglied Uwe Scheers (CDU) wollte wissen, ob ein einziges Feuerwehr-Löschsystem in Stuhr ausreicht, um immer mehr E-Autos auf den Straßen gerecht zu werden. Laut Gemeinde sei das „Coldcut“ zunächst ausreichend, und könne bei Bedarf in den Nachbargemeinden zum Einsatz kommen.

Michael Kalusche, Gemeindebrandmeister, wendete ein, dass der Hype um das E-Auto nur „ein kurzes Aufflammen“ sei und die Antriebstechnologie keine Zukunft habe. Dennoch begrüße er die Anschaffung des KDOW samt Löschsystem.

E-Autos: Gefahr von Batteriebränden

Kritisch kann es laut ADAC werden, sobald die Schutzmechanismen der Antriebsbatterie eines E-Autos infolge eines Unfalls beeinträchtigt werden. Im schlimmsten Fall können die Zellen in der Antriebsbatterie „durchgehen“, der sogenannte „Thermal Runaway“, schreibt der Automobilclub. Dann brenne die Batterie und muss durch die Feuerwehr mit viel Wasser gelöscht werden.

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